Nach dem Ruhetag

15.03.2010 – Am Abend des 7. Spieltages luden die Organisatoren der Europameisterschaft die Spieler zu einer Party in die Hemingway-Bar. Manche waren ganz froh, dass der nächste Tag als Ruhetag deklariert war. In Runde Acht schlug Baadur Jobava im Spitzenspiel Zoltan Almasi und übernahm die alleinige Tabellenführung. Im Frauenturnier teilen sich Monika Socko und Victorija Cmilyte die Tabellenführung. Für Gesprächsstoff am Rande des Turniers sorgten die angekündigten Kandidaturen von Anatoly Karpov für die nächste Wahl zum FIDE-Präsidenten sowie Silvio Danailov und Ali Nihat Yazici als ECU-Präsident. Dejan Bojkov berichtet aus Rijeka. Mehr...

Nach dem Ruhetag

Nach sieben Runden gab es bei der Europameisterschaft in Rijeka einen Ruhetag und den nutzten die meisten Spieler zur Erholung. Am Vorabend zeigten die Organisatoren einmal mehr Gastfreundschaft und luden alle Teilnehmer zu einer Party in der Hemingway-Bar ein, wo allen Spielern und Spielerinnen ein typisch kroatischer Schnaps namens “stock” kredenzt wurde.


Die Hemingway Bar

Das ist eine Art Brandy mit einem ganz eigenen Geschmack. Bis in die Morgenstunden vertrieben die Partygäste den Turnierstress mit Tanz und ein paar gelegentlichen Drinks. Der Ruhetag wurde gebraucht.

Außer der Generalversammlung des Europäischen Schachverbands gab es zwei schachpolitisch wichtige Dinge. Anatoly Karpov verkündete offiziell seine Kandidatur für das Amt des FIDE-Präsidenten und Silvio Danailov lud zu einer Cocktail-Party ein, die den Auftakt seiner Kampagne für das Amt des Präsidenten des Europäischen Schachverbands bildete. Das Motto der Kampagne des Bulgaren lautet “Ich weiß”, womit er den Umstand betont, dass er als Spieler, Manager, Trainer und Organisator wichtiger Schachturniere mit dem Schach tief verwurzelt ist.

In einer kurzen Rede stellte er seine Pläne vor und bezeugte den vorhergehenden Präsidenten des Europäischen Schachverbands für die von ihnen geleistete Arbeit seinen Respekt. Zu den Gästen der Cocktail-Party gehörten sein Rivale Ali Nihat Yazici, Anatoly Karpov, FIDE-Vizepräsident Georgios Makropolous sowie zahlreiche andere Offizielle. Seine Großzügigkeit zeigte Danailov vor ein paar Wochen, als er in die eigene Tasche griff, um Rumen Nikolov zu helfen, einem 12 Jahre alten Schachtalent und Teilnehmer der M-tel Jugendturniere, der sich in Deutschland einer Notoperation am Auge unterziehen musste.

Im Turnier gab es weiter spannende Partien. Nach seiner etwas glücklichen Rettung in der siebten Runde schlug Baadur Jobava den an Eins gesetzten Zoltan Almasi mit Weiß. Damit avancierte der Georgier mit “plus Sechs” zum alleinigen Tabellenführer. Allerdings nehmen 408 Spieler an der Europameisterschaft teil und es ist nicht klar, ob dieses Ergebnis für den ersten Platz ausreichen wird. Anders als in so manch einem früheren Turnier geben sich die Teilnehmer nicht mit kurzen Remis zufrieden, wenn sie ein einigermaßen vernünftiges Ergebnis erzielt haben, sondern streben weiter nach dem Maximum.


Nepomniachtchi-Maiorov


Jiri Stocek


Zelcic-Zvjaginsev

Im Frauenturnier teilt sich Monica Socko die Tabellenspitze mit Victoria Cmilyte aus Litauen, die K. Arakhamia-Grant in einer extrem scharfen Partie besiegen konnte.


vorne: Ketevan Arakhamia- Grant gegen Tatiana Kosintseva


Adrian Nikolova (li.)



110 Spieler unterschrieben den offenen Brief der Teilnehmer, in dem sie wegen der Anfahrtszeit eine Toleranzfrist von dreißig Minuten bis zur Disqualifikation forderten. Doch die Null-Toleranz-Regel wurde auf Beschluss der Schiedsrichter beibehalten, denn eine nachträgliche Änderung wäre offensichtlich unfair gegenüber den Spielern gewesen, die wegen der Null-Toleranz-Regel bereits Punkte verloren hatten.

Die Stadt Opatija ist von den Ucka-Bergen umgeben, einem beliebten Touristenort in der Nähe der italienischen und der slowenischen Grenze. Die Architektur der Stadt stammt noch aus den Zeiten des Österreich-ungarischen Kaiserreichs und der Ort wirkt typisch mediterran.

In der Nähe des Millenium-Hotels gibt es einen hübschen Park und die Hauptstrasse glänzt mit einem „Boulevard of Fame“. Mittlerweile ist es auch wärmer geworden, und da das Wetter zum Spazierengehen einlädt, schicke ich Ihnen ein paar Fotos dieser wunderschönen Stadt.

Opatija


Opatija


Rijeka von Weitem gesehen


Der Yachtclub


Brunnen im Zentrum


Ein Stern für den kroatischen Tennisstar


Im Park von Opatija


 



GM Dejan Bojkov
www.dejanbojkov.blogspot.com



 

 

 

 

 

 

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