Natürlich ist Schach Sport

von André Schulz
12.05.2014 – Unverständlicherweise hat das BMI dem Schachbund die Fördermittel gestrichen und spart nun 0,1% seiner Gesamtausgaben für den Sport. Mit der Entscheidung hat sich das BMI über die ausdrückliche Empfehlung des DOSB hinweg gesetzt und stellt zudem alle anderen Zuwendungen für das Schach in Frage. Dabei müsste das BMI seine Fördermittel für das Schach eigentlich aufstocken. Mehr...

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Natürlich ist Schach Sport

Letzten Donnerstag erreichte den Schachbund das Schreiben des Bundesinnenministeriums, in dem die für den Sport zuständige Institution der Bundesregierung den Antrag auf Fördermittel für den Leistungssport ablehnte. Solche Mittel hatte der Schachbund seit 1976 vom BMI erhalten, zuletzt in Höhe von 130.000 Euro, und damit die Stellen des Sportdirektors und des Bundestrainers finanziert. Die Gesamtausgaben des Bundes für den Sport betragen übrigens insgesamt über 130 Mio. Euro (s. Link zum Haushalt unten). Schach erhielt also bisher 0,1% der Gesamtfördermittel für den Sport. In der Liste der mitgliederstärksten Verbände nimmt der Schachverband mit seinen 94.000 Mitgliedern (2009) Rang 28 in Deutschland ein und liegt beispielsweise vor dem Eishockey-Verband, dem Hockey-Verband oder dem Ruderverband.

Das BMI verwies in seinem Ablehnungsschreiben auf die geänderte Fördersystematik des Deutschen Olympischen Sportbundes. Dieser zufolge müsse ein Sport alle dort aufgeführten Kriterien erfüllen, um "förderungswürdig" zu sein. Insbesondere gehöre auch eine "sportspezifische eigenmotorische Bewegung" dazu. Eine solche sei beim Schach jedoch nicht gegeben.

Fördersystematik des DOSB

Die neue Fördersystematik wurde von den Mitgliedern des DOSB auf ihrer 9. Mitgliederversammlung am 6. Dezember 2013 einstimmig, also auch mit der Stimme des Schachbundes, beschlossen. Bei der Vorstellung der Systematik verwies die Vorsitzende des Leistungssportausschusses Dr. Christa Thiel in ihrer Rede an die Mitglieder ausdrücklich darauf hin, das Schach ungeachtet der aufgeführten Kriterien der neuen Fördersystematik nach Auffassung des DOSB weiterhin förderungswürdig sei. Es wirkt jedoch wenig überzeugend, dass der DOSB eine Regelung beschließt, die dann aber nicht für alle seine Sportverbände Gültigkeit haben soll.

Kurz nach dieser Mitgliederversammlung veröffentlichte der Deutsche Schachbund seinerzeit eine Erklärung des DSB-Präsidenten Herbert Bastian, in dem dieser sich mit dem erzielten Ergebnis zufrieden zeigte:

"In der Mitgliederversammlung hat die Vizepräsidentin Leistungssport des DOSB und Vorsitzende des Präsidialausschusses Leistungssport Frau Dr. Christa Thiel unmissverständlich vor den über 400 Delegierten erklärt, dass der DOSB den Deutschen Schachbund ungeachtet der geänderten Förderkriterien auch weiterhin als förderungswürdig ansieht. Sie begründete diese Entscheidung erstens damit, dass die FIDE vom IOC als Sportverband anerkannt wird. Zweitens sei berücksichtigt worden, dass der Deutsche Schachbund schon seit 1953 Mitglied des Deutschen Sportbundes gewesen sei. Drittens gab Frau Dr. Thiel an, dass diese Entscheidung in den vorangegangenen Sitzungen der Nichtolympischen Verbände, der Olympischen Verbände, der Spitzenverbände und der Landessportbünde jeweils einstimmig akzeptiert worden sei."

Inzwischen hat der Schachbund auch einen Link zum Live-Mitschnitt der Mitgliederversammlung veröffentlicht:

Mitgliederversammlung - Förderung Leistungssport...

(ab 13 Min. 20. Sec.)

In seiner Ablehnung des Antrages auf Förderung bezieht sich das BMI auf folgenden Punkt der Fördersystematik:

"Die Ausübung der Sportart muss durch eine eigene, sportartbestimmende motorische Aktivität des Sportlers gekennzeichnet sein, die nicht überwiegend in der Bewältigung technischen, motorgetriebenen Geräts besteht. Diese eigenmotorische Aktivität liegt insbesondere nicht vor bei Denksport-, Geschicklichkeits- und Glücksspielen, Bastel-, Funk-, Computer- und Modellbautätigkeiten."

Das BMI schrieb dem Schachbund:

"Aufgrund dieser eindeutigen Regelung hat das BMI keine Fördergrundlage, um Schach, das nicht alle Kriterien erfüllt, insbesondere die beim Denksport fehlende eigenmotorische Aktivität, weiter zu fördern. Somit darf ich in Ergänzung der DOSB-Mitgliederversammlung klarstellend darauf hinweisen, dass für den Zyklus 2014-2017 eine Förderung nicht möglich ist."

Die Forderung nach einer "eigenen, sportartbestimmenden motorischen Aktivität" mit dem ausdrücklichen Ausschluss von Denksportarten gehört übrigens auch zur grundlegenden Definition von Sport in den Richtlinien des Deutschen Olympischen Sportbundes. Beim Lesen dieses Kriteriums wundert man sich, warum eine Beschäftigungsgruppe, die Denksport heißt, vom Sportbund ausdrücklich nicht als Sport anerkannt wird.  

Die Fakten noch einmal in Kurzform:

1. Der DOSB verfügt eine neue Fördersystematik, erklärt dabei ausdrücklich Schach weiter für förderungswürdig.
2. Das Bundesinnenministerium streicht dem Schachbund die Fördermittel mit Hinweis auf die fehlende Fördergrundlage und ignoriert dabei die Erklärung des DOSB zur Förderungswürdigkeit des Schachsports.

Ein mysteriöse Entscheidung des BMI, die fast wie ein formaler Fehler wirkt, falls das BMI im Übrigen den Empfehlungen des DOSB folgt. Oder aber dem BMI lag die Erklärung des DOSB zur Förderungswürdigkeit gar nicht vor. Unsere Anfragen an das BMI und den DOSB zur Klärung dieses Punktes blieben bisher leider unbeantwortet.

Im Protokoll zur 9. Mitgliederversammlung wird die Förderungswürdigkeit des Schachs ausdrücklich festgestellt:

"Nach dem Verlauf der gestrigen Konferenzen der Verbändegruppen wurden noch zwei Änderungen aufgenommen.

In der Ziffer 2.2 heißt es nun, dass das BMI über die Förderungsfähigkeit unter Be-rücksichtigung der zur Verfügung stehenden Mittel des zu fördernden Verbandes entscheidet.

Unter Ziffer 5 (Förderstruktur) wurde aufgrund eines Hinweises des BMI klargestellt, dass sich die Förderung der Jahresplanung nicht auf die fünf dort aufgelisteten Punkte beschränkt.

Zur Frage der Förderungswürdigkeit weist DR. CHRISTA THIEL darauf hin, dass diese Prüfung innerhalb des DOSB erfolgt. Unter Heranziehung der vorgelegten Kriterien wäre der Deutsche Schachbund nicht förderungswürdig. Da der Internationale Schachverband jedoch vom IOC anerkannt ist, hat er innerhalb der Sportfamilie eine besondere Stellung inne. Alle Verbändegruppen haben sich am Vortag einstimmig dafür ausgesprochen, dem Deutschen Schachbund die Förderungswürdigkeit zuzuerkennen."

(S.16)


Bei seiner Begründung der Ablehnung versucht das BMI, den Ball ins Feld des DOSB zu spielen, denn dort hat man ja die Kriterien zur Förderungswürdigkeit des Sports eng gefasst und dabei Denksportarten sogar ausdrücklich ausgeschlossen. 

Schach als Sportverband

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden in Deutschland zwei Sportbünde gegründet, der Deutsche Sportbund und das Nationale Olympische Komitee. Als 2001 der Deutsche Schachbund seine damals neuen Räume im Berliner Friesenhaus bezog, war auch der kürzlich verstorbene Manfred von Richthofen - übrigens tatsächlich ein Neffe des "Roten Barons" - als Präsident und Vertreter des Deutschen Sportbundes zu Gast. In seiner Rede betonte der Sportfunktionär die besondere Rolle des Schachs im Deutschen Sportbund. Als Gründungsmitglied werde Schach immer dem Sportbund zugehörig sein.

Richthofen war der letzte Präsident des Deutschen Sportbundes, denn 2006 wurden Sportbund und NOK zum Deutschen Olympischen Sportbund vereinigt. Mit der Zusammenlegung wurde der Akzent der Sportorganisation in Deutschland auch mehr in Richtung Leistungssport verschoben - das "Olympische", die Zugehörigkeit zu den Olympischen Sportarten spielte von nun an eine größere Rolle - auch bei der Sportförderung.

Ein Mann wie Richthofen hätte sicher nie zugelassen, dass dem Schach der Sportcharakter und die Förderungswürdigkeit abgesprochen werden. Ebenso wenig übrigens wie die früheren Innenminister Otto Schily und Wolfgang Schäuble.

Was ist Sport?

In diesem Zusammenhang mit der Zusammenlegung von Sportbund und NOK wurde auch der Sportbegriff neu definiert - auf eine unsinnige und unzutreffende Weise. Besonders der oben schon zitierte Passus der "eigenen, sportartbestimmenden motorischen Aktivität" löst Widerspruch aus. In den klassischen Sportarten, wie man sie aus der Antike kennt, spielt die Bewegung des Körpers sicher die entscheidende Rolle. Es wurde gelaufen, gesprungen, gerungen, mit Gegenständen geworfen oder Gewichte angehoben. Mit der Erfindung vieler technischer Geräte im Laufe der Jahrhunderte gewann der geschickte Umgang mit diesen im Wettbewerb immer größere Bedeutung. Die "eigene sportartbestimmende motorische Aktivität" des Sportlers fällt dabei zuweilen recht gering aus.

Bei den Sportschützen beispielsweise kommt es darauf an, sich möglichst gar nicht zu bewegen, bis sich der Finger am Abzug krümmt. Trotzdem ist es Sport. Wie viel Bewegung steckt in Sportarten wie Sportangeln, Billard oder Golf? Offenbar ist der Bewegungsfaktor gar nicht entscheidend dafür, was Sport ist. Eine exakte Definition für Sport gibt es vermutlich überhaupt nicht. Wer sich einmal mit dem Thema beschäftigt hat und sich Definitionsansätze für "Sport" angeschaut hat, wird das schnell feststellen. Neben der Bewegung spielen auch die Organisation und vor allem der Wettbewerb eine Rolle. Bei den verschiedenen Sportarten steht manchmal das eine, manchmal das andere Kriterium im Vordergrund. Beim Schach spielt die motorische Bewegung eine eher untergeordnete Rolle - obwohl es sie selbstverständlich gibt. Wenn Schach aber im Wettbewerb gespielt wird, und nur darum geht es hier, dann ist Schach in jedem Fall Sport. Schach ist zudem weltweit nach sportlichen Kriterien organisiert.

Wer Sport definieren möchte, kann dies eigentlich nur auf eine Weise machen: Sport ist, was als Sport anerkannt wird. Das Internationale Olympische Komitee hat 69 Sportarten als solche anerkannt. Und Schach ist eine von diesen. In den meisten Ländern der Welt ist Schach als Sport anerkannt. Anatoli Karpov und Garri Kasparov wurden sogar in der Sowjetunion mehrfach zum "Sportler des Jahres" gewählt. Anand erhielt vor nicht allzu langer Zeit die gleiche Auszeichnung in Indien. Dort ist man offenbar weiter als in Deutschland.

Presseecho und Folgen

Die Entscheidung des BMI wurde von einigen Medien in zumeist gleichlautenden Meldungen veröffentlicht. So viele Schlagzeilen hatte das deutsche Schach schon lange nicht mehr! Mit seiner Falschmeldung "Schach doch kein Sport" - das BMI hat ja nicht darüber befunden, ob Schach ein Sport ist, sondern ob es förderungswürdig ist - trifft die FAZ dennoch den Nagel auf den Kopf. Wenn der Beschluss der BMI unwidersprochen bleibt und Bestand hat, dann wird das Schach es in der Zukunft auf lokaler und regionaler Ebene schwer haben, an die nötigen Fördergelder zu kommen. Dann heißt es überall: "Schach, wieso? Das ist doch gar kein Sport!" Als nächstes wird dem Schach und seinen Verbänden vielleicht die Gemeinnützigkeit aberkannt, und dann gibt es nicht einmal mehr Spenden.

Angriff ist die beste Verteidigung!

Schach im Wettbewerb ist Sport, vom IOC als solcher anerkannt. Schach erfüllt alle Voraussetzungen, um als Sport gefördert zu werden. Seine Förderungswürdigkeit wurde vom DOSB ausdrücklich festgestellt. Das BMI hat sich mit dem Entzug der Förderung über die Empfehlung des DOSB hinweg gesetzt. Die bisherige Förderung von 130.000 Euro fällt im Vergleich zur Bedeutung des Schachs in Deutschland viel zu gering aus. Das Schach bietet auf viel bessere Weise als andere Sportarten die Möglichkeit zur gesellschaftlichen Integration von Randgruppen und Immigranten, denn Schach ist schnell gelernt und benötigt wenige Worte, um mitmachen zu können. Darüber hinaus liefert Schach ausgezeichnete Voraussetzungen bei Kindern und Jugendlichen im Hinblick auf deren Erziehung und Schulausbildung.

Deutschland ist im internationalen Vergleich hinsichtlich der großen Schachveranstaltungen unterrepräsentiert. Es fehlen die großen Topturniere, was auch an fehlender Förderung liegt. Die Teilnahme von Nachwuchsspielern an Europa- und Jugendweltmeisterschaft muss zum großen Teil von den Teilnehmern selbst bzw. deren Eltern getragen werden. Auch in diesem wichtigen Bereich fehlt es an staatlicher Förderung. Nötig wäre es also, dass das Bundesinnenministerium den Betrag für seine Förderung des Schachs deutlich aufstockt, um der wichtigen Rolle des Schachsports in unserer Gesellschaft gerecht zu werden.

 

Links:

Erklärung des DSB-Präsidenten Herbert Bastian...

Pressemitteilung zur Mitgliederversammlung des DOSB beim Schachbund...

 

Richtlinien des BMI zur Sportförderung...

Förderrichtlinien Verbände...

Haushalt des Bundes (Summen für Sportförderung)...

Programm des Bundesministeriums des Innern zur Förderung des Leistungssports...

 

Fördersystematik des DOSB...

Protokoll der 9. Mitgliederversammlung des DOSB...

Definition von Sport beim DOSB...

 

Presse zur BMI-Entscheidung:

Meldung bei der Zeit...

Meldung bei der FAZ...

Meldung bei Focus...

Meldung bei Berliner Kurier...

Meldung bei Deutschlandfunk...

Meldung bei Sport 1...

 

Presse zur Sportförderung:

FAZ: Staatliche Sportförderung...

 



André Schulz, seit 1991 bei ChessBase, ist seit 1997 der Redakteur der deutschsprachigen ChessBase Schachnachrichten-Seite.
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mulde mulde 14.05.2014 04:14
Schach ist Sport

Der Schachsport steht in einer Reihe mit zum Beispiel dem Schießsport (Pistole, Karabiner etc), dem Bogenschießen und dem Billardsport. Die Schützen sind selbstverständlich olympisch, Billard wird es bald sein, siehe:
Zu den "olympischen Sportarten" gehören u.a. Bogenschießen und Schießen
https://de.wikipedia.org/wiki/Olympische_Sportarten
Billard wurde 1998 als olympisch anerkannte Sportart aufgenommen.
http://www.buschbillards.de/

Niemand wird also ernsthaft bestreiten, dass es sich bei den "Konzentrations-Sportarten" im Schießen, Schach oder Billard um Sport handelt, auch wenn den Wettkämpfern nicht dauernd der Schweiß der Anstrengung in die Socken läuft.

Schach ist darüber hinaus gerade in Deutschland eine absolute "Boom-Sportart". Die Schach-Schulen werden von der Nachfrage überrannt, Schach im Kindergarten und in der Schule ist in unserem Land dort der absolute Renner, wo es altersgerecht angeboten wird, manche Open, die den Spielern für ihr Geld (ja, Schach muss etwas kosten!) Komfort und Kompetenz bieten, sind massenhaft gefragt, man blicke nur auf Turniere wie das Neckar-Open Deizisau, Bad Wiessee, St. Pauli, die Deutsche Schach-Amateurmeisterschaft DSAM, ... nur an den Schachvereinen geht dieser Boom offenbar noch vorbei.

Die Vereine außerhalb dieser Boom-Bewegung stehen mehrheitlich auf der in deutscher Tradition gewachsenen "Schach ist billig" Basis. Die muss sich verändern und zeigt sich u.a. durch Turnier-Angebote der Verbände in Turnhallen, Jugendherbergen bzw. bei den Vereinen beim Spiel in besseren Umkleideräumen. Das wird nach außen optisch oft noch durch dazu passende Kleidung der Spieler und leider auch vieler gewählter Repräsentanten des Schachsports unterstrichen. Alles zusammen bildet also eine Katastrophe in der Image-Gestaltung des Schachs, nicht dazu angetan, Werbe-Partner zu finden. Und für die Spieler ist es einfach eine irgendwie muffige, unbequeme, sie jedenfalls nicht erhebende Sache. Der Spieler, der Kunde, möchte aber umschmeichelt werden, möchte Komfort vorfinden, möchte sich durch die Umgebung, das Personal, das Flair erhoben fühlen - auch wenn es nie einer zugeben würde.

So lange sich Versammlungen auf jeder Ebene mit Eifer über lähmend lange Stunden um doch in der Summe lächerliche Beitrags-Erhöhungen im Fuffzich-Cent-Bereich beschäftigen, ist eine Änderung kaum in Sicht. Und das, obwohl doch längst klar sein müsste, dass Schachspieler durchaus gewillt sind, für ihren Sport, für ein Turnier zu bezahlen und das eben auch nicht zu knapp - so lange ihnen auch ein Gegenwert für ihr Geld geboten wird, der deutlich über die Bereitstellung eines Tisches, eines Bretts, einer Uhr und eines Stuhls hinausgeht.

Der DSB leidet unter der in der Tat ungerechtfertigten Streichung des Fördergeldes des Bundesministeriums des Innern in Höhe von jährlich rund 130.000 Euro. Der DSB hat aber auch (mit fallender Tendenz, siehe oben) rund 90.000 (mittelbare) Mitglieder. Es wären also von jedem dieser registrierten Spieler lediglich 1,44 Euro pro Jahr, mithin gerade mal gut 12 Cent pro Monat aufzubringen, um diesen nun plötzlich sehr kleinen Fehlbetrag mit gelassener Geste auszugleichen.

Man kann an Ministerien, Beamte, Abgeordnete etc. schreiben, um das Fördergeld wieder zu erlangen, man kann aber auch diese Abhängigkeit dankbar durchbrechen und mutig die eigenen Angelegenheiten selbst gestalten. Das ist möglich, denn Schachspieler sind gewillt, Geld für ihren Sport auszugeben - wenn die Gegenleistung stimmt. Nehmen wir unsere Geschicke selbst in die Hand!

(Ralf Mulde)
mkoese mkoese 12.05.2014 04:36
Die Reduzierung des Schachs auf eine Sportart schadet dem Schach eher als es nützt. Schach als Sportart (wie Fußball, Volleyball oder Kegeln) ist nicht nur für mich eher abschreckend. Da braucht man sich auch nicht zu wundern, dass man keine Sponsoren findet.
Als aktiver Spieler und Mitglied in einem Schach- (nicht Sportverein) ist es mir ohnehin ein Dorn im Auge, dass ein Teil meines Mitgliedsbeitrags zu Sportverbänden landet.
Vielleicht wäre dies endlich mal ein Anlass zum Umdenken...
berthold.riering@web.de berthold.riering@web.de 12.05.2014 03:06
Vielleicht noch ein Hinweis: Ich hatte in den siebziger Jahren, wie auch viele andere Schachfreunde, über das Fernschach Kontakt zu Spielern in der DDR. Soviel persönliche Kontakte auf sportlicher Ebene dürften Fußballspieler oder andere damals niemals erreicht haben.

Heute spiele ich teilweise im Internet mit Spielern aus der Ukraine und Russland und auch diese unter einander. Völkerverständigung ist das noch nicht, besser aber als auf die langwierige Vereinbarung eines Spieltermins warten zu müssen.
Mausibaldinger Mausibaldinger 12.05.2014 02:39
Dieser Pseudoaktivismus, mit dem das Deutsche BMI agiert, ist dermaßen lächerlich, dass bei mir sämtliche Hühneraugen in richtigen Tränenströmen (vor lauter Lachkrämpfen) zu ersaufen drohen !
Die "eigenmotorische Bewegung" der Gehirnwindungen der für den Schachbund zuständigen Beamten des BMI ist jedenfalls im Rahmen dieser Entscheidung weitgehend unterblieben............
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