Nepomniachtchi: "Nach langer Pause war es ein anspruchsvolles Turnier

von Eteri Kublashvili
17.12.2020 – Ian Nepomniachtchi, der neue russische Meister, hatte bei den russischen Meisterschaften neben den Aufgaben am Brett noch andere Sorgen, z.B. "sich nicht anzustecken." Die neue Meisterin Aleksandra Goryachkina war mit ihrem Spiel zufrieden, nahm aber als Fazit mit: "Es gibt viel, woran ich arbeiten kann!". Bericht von der Schlussfeier. | Fotos: Eteri Kublashvili

ChessBase 17 - Megapaket - Edition 2024 ChessBase 17 - Megapaket - Edition 2024

ChessBase ist die persönliche Schach-Datenbank, die weltweit zum Standard geworden ist. Und zwar für alle, die Spaß am Schach haben und auch in Zukunft erfolgreich mitspielen wollen. Das gilt für den Weltmeister ebenso wie für den Vereinsspieler oder den Schachfreund von nebenan

Mehr...

Presseinformation des Russischen Schachverbandes

Ian Nepomniachtchi und Aleksandra Goryachkina sind die russischen Meister 2020.

Im Zentralschachklub wurden die Erfolge des Jahres gewürdigt

Am 16. Dezember 2020 fand im Zentralen Schachklub M. Botvinnik die Schlussfeier zur russischen Landesmeisterschaft statt, bei der die neuen russischen Meister und auch die Gewinner der FIDE-Online-Olympiade geehrt wurden. 

Der Präsident des Internationalen Schachverbandes FIDE Arkady Dvorkovich und der stellvertretende Sportminister Russlands Andrey Selsky gratulierten den Spielern der russischen Nationalmannschaft, die im Sommer 2020 die erstmals ausgetragene FIDE-Online-Olympiade gewonnen hatten, und überreichten ihnen die Goldmedaillen der FIDE.

Arkady Dvorkovich

FIDE-Präsident Arkady Dvorkovich: "Meine Glückwünsche an alle zum Sieg der russischen Nationalmannschaft bei der allerersten FIDE-Online-Olympiade. Wir sind sehr stolz auf euch! Ich danke euch im Namen aller eurer Fans und wünsche euch neue Erfolge! Ich hoffe, dass wir im kommenden Jahr weitere Siege der russischen Schachspieler sehen werden!"

Andrey Filatov, Präsident des Schachverbandes Russlands und Cheftrainer der russischen Schachnationalmannschaft: "Das Jahr 2020 war für alle sehr schwierig. Schach hat sich aber als ein sehr flexibler Sport erwiesen, der sich an die heutigen Gegebenheiten anpassen kann. Nach den vorliegenden Daten hat die Popularität des Schachs in diesem Jahr zugenommen. Online-Turniere, Meisterkurse und sogar Simultanausstellungen haben sich während des Lockdowns vermehrt. Darüber hinaus gelang es dem Schachverband Russlands, die wichtigsten Turniere in unserem Kalender trotzdem durchzuführen: das Superfinale, die Higher League und die Russische Mannschaftsmeisterschaft. 

Bei der ersten FIDE-Online-Olympiade überhaupt gewann das russische Team die Goldmedaille und stellte damit einen besonderen Rekord auf: Unser Team hält nun gleichzeitig die Titel des Olympiasiegers sowie des Welt- und Europameisters. Ich gratuliere unseren Spielern und Schachfreunden zu dieser herausragenden Leistung und wünsche Ihnen allen viel Erfolg, Siege und vor allem Gesundheit für das kommende Jahr!"

Zum russischen Nationalteam gehören:

Alexander Grischuk, Ian Nepomniachtchi, Daniil Dubov, Vladislav Artemiev, Andrey Esipenko, Alexey Sarana, Kateryna Lagno, Aleksandra Goryachkina, Alexandra Kosteniuk, Valentina Gunina, Polina Shuvalova und Margarita Potapova.

Der Mannschaftskapitän ist Alexander Motylev. Der Cheftrainer der russischen Schachnationalmannschaft ist Andrey Filatov.

Bei den Superfinals der Russischen Meisterschaften nahm die Spannung bis zum letzten Tag ständig zu. Ian Nepomniachtchi, der Ratingfavorit des offenen Turniers, wurde der russische Meister 2020 und wiederholte damit seinen Erfolg aus dem Jahr 2010. Sergey Karjakin belegte den zweiten Platz. Vladimir Fedoseev wurde Dritter. 

Endstand:

1. Ian Nepomniachtchi - 7,5 Punkte aus 11
2. Sergej Karjakin - 7
3. Vladimir Fedoseev, 4. Daniil Dubov - 6,5 
5-6. Wladislaw Artemjew, Maksim Tschigajew - 6 
7-8. Nikita Vitiugov, Peter Svidler - 5,5 
9-10. Andrey Esipenko, Maxim Matlakov - 5 
11. Aleksey Goganov - 3,5
12. Mikhail Antipov - 2 (spielte nur 6 Partien).

Ian Nepomnischtchi

Ian Nepomniachtchi: "Es war ein anspruchsvoller Wettkampf, nicht zuletzt wegen der langen Pause vom Schach am Brett. Eigentlich machte ich mir weniger Sorgen um meine Endplatzierung, da es andere Prioritäten gibt, wie z.B. sich keinen Virus einzufangen, etwas Übung am Brett zu bekommen und das Rating nicht zu senken. Allerdings hat mein Team - mit meinen Trainer Vladimir Potkin und Ildar Khairullin - großartige Arbeit geleistet, indem sie die kommenden Eröffnungen richtig vorhersagten und einige Partien schon in der Eröffnung gewannen, einschließlich der entscheidenden Begegnung mit Sergey Karjakin, wo es es uns gelang, eine neuartige Idee zu entkorken."

Das Damenturnier endete traditionell in einem Tiebreak, in dem sich Aleksandra Goryachkina und Polina Shuvalova einen Kampf "auf Leben und Tod" lieferten.

Tiebreak

Es ist schon kurios, dass beide Spielerinnen in der Kleinstadt Orsk geboren wurden.

Polina Shuvalova und Aleksandra Goryachkina

Beide Schnellschachpartien endeten remis, aber Goryachkina gewann das "Armageddon" mit den weißen Figuren. Damit wurde sie zum dritten Mal russische Meisterin bei den Frauen. Alexandra Kosteniuk gewann Bronze.

Endstand:

1. Aleksandra Goryachkina, 2. P. Schuwalowa - je 8 von 11 Punkten
3-6. Alexandra Kosteniuk, 4. Marina Guseva, 5. Alina Kashlinskaya, 6. Leya Garifullina - 6,5
7-8. Alisa Galliamova, Natalija Pogonina - 6
9. Olga Girja - 4
10. Walentina Gunina - 3,5
11. Julija Grigorjewa - 2,5
12. Tatyana Getman - 2.

Alexandra Goryachkina

Aleksandra Goryachkina: "Ich bin zufrieden mit meiner Turnierleistung. Natürlich wäre es viel besser gewesen, wenn ich Partie zwei im Tie-Break gewonnen hätte, aber stattdessen war es ein nervenaufreibender Sieg. Es gibt viel, woran ich arbeiten kann." 

Der Gesamtpreisfonds des Superfinales betrug 10 Millionen Rubel (ca. 112.000 Euro). Die Medaillengewinner erhielten zudem Eintrittskarten für das legendäre CHESS-Musical, das gerade in Moskau aufgeführt wird.

Das Turnier war Teil des Programms "Schach im Museum", das seit 2012 vom Schachverband Russlands und der Elena und Gennady Stiftung durchgeführt wird.   

Die Organisatoren sind der Schachverband Russlands und die Timchenko-Stiftung. Unterstützt wurde das Turnier durch das russische Sportministerium. Der Generalsponsor der russischen Nationalmannschaften ist die Federal Grid Company Unified Energy System (FGC UES). Der Generalpartner von CFR ist PhosAgro.  

Zum russischen Schachverband...


Eteri Kublashvili ist Schachspielerin und fotografiert und berichtet für den Russischen Schachverband von allen offiziellen Turnieren.

Diskutieren

Regeln für Leserkommentare

 
 

Noch kein Benutzer? Registrieren