23.09.2015 – Der Regisseur Edward Zwick hat Robert Fischers Aufstieg zum Schachweltmeister und seinen Kampf mit den eigenen mentalen Problemen in dem Film "Pawn Sacrifice" thematisiert. Fischer gewann 1972 den Weltmeistertitel. Im Laufe der Zeit wurde seine Paranoia aber immer offensichtlicher. Im Oktober feiert der Film in Berlin anlässlich der Blitz- und Schnellschach-Weltmeisterschaft seine Deutschland-Premiere. Mehr...
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Im Film "Pawn Sacrice" hat Regisseur Edward Zwick ("Blood Diamond“) den Aufstieg von Robert James Fischer bis zum Schachweltmeister, aber auch dessen mentale Probleme thematisiert. Fischer wuchs in bescheidenen Verhältnissen in New York auf und zeigte, nachdem ihm seine Schwester Joan die Regeln beigebracht hatte, viel Talent für das Schachspiel. Im Nu entwickelte er sich zu einem der besten Spieler der Welt. Im Kampf um die Schachkrone, die Weltmeisterschaft, musste Fischer sich mit der geballten Kraft des Sowjetschach auseinandersetzen und in den Zeiten des Kalten Krieges wurde sein Match 1972 gegen den Weltmeister aus der UdSSR Boris Spasski zu einer Art Stellvertreterkrieg hochstilisiert.
Schon bei seinem Aufstieg wurden die mentalen Probleme Fischers sichtbar, der an Paranoia litt und sich vom "internationalen Judentum" und dem KGB verfolgt fühlte. Nach dem Gewinn des Titels verschwand Fischer aus der Öffentlichkeit und spielte bis zum Jahr 1992 keine Partie mehr.
Dann kam es zu einer Neuauflage des Wettkampfes gegen Spasski, bezahlt von einem windigen jugoslawischen Bankier (mit dem Geld seiner Einleger). Fischer verschwand erneut und wurde erst wieder sichtbar, als er 2004 bei der Ausreise aus Japan festgesetzt wurde, weil er keinen gültigen Pass hatte. Mit Hilfe isländischer Freunde konnte er die Auslieferung in die USA wegen Verstoßes gegen das US-Embargo gegen Jugoslawien vermeiden und erhielt in Island Asyl. Dort starb er am 17. Januar 2008.
Edmund Zwick hat den Aufstieg Fischers zum Schachweltmeister mit viel Liebe zu Ausstattungsdetails der 1960er und 1970er Jahre nachgezeichnet und hält sich weitgehend an die historische Vorlage. Tobey Maguire ("Spiderman") gibt einen überzeugenden Fischer und Liev Schreiber sieht Boris Spassky in seiner Filmmaske zum Verwechseln ähnlich.
Der Film kam kürzlich in den USA in die Kinos und wurde anlässlich des Rex Sinquefield Cups in St. Louis der Öffentlichkeit vorgestellt. Auch für die Deutschland-Premiere hat man einen guten Zeitpunkt und einen passenden Ort gewählt - sie findet vor Beginn der Blitz- und Schnellschach-Weltmeisterschaft (9. bis 15. Oktober) in Berlin statt.
Trailer
Ausschnitt aus dem Film
Bobby Fischer kommt zu spät und macht in letzter Sekunde seinen ersten Zug.
Interview mit Regisseur Ed Zwick und Tobey Maguire
Im Interview fragt die Journalistin Tobey Maguire, ob er sich auch privat für Schach interessiere. Der Schauspieler leitet seine Antwort mit dem Hinweis ein, dass er nicht regelmäßig den Schachereignissen folge, woraufhin die Journalistin bei der Vorstellung dieser Idee laut, fast hysterisch auflacht.
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