Phänomen Kortschnoj

22.08.2003 – Bei der Internationalen Offen Stadtmeisterschaft von Wien nimmt mit Viktor Kortschnoj eine der ganz großen Persönlichkeiten und Schachidole teil. Nach sechs Runden liegt er zusammen mit sieben weiteren Spielern mit 5 Punkten an der Spitze. Schach lernte der heute 72-jährige als Junge im von den Deutschen eingeschlossenen Leningrad. Ein Brett besaß er nicht. Er spielte die Züge und Varianten seines einzigen Schachbuches im Kopf durch. Es folgte eine über 60 Jahre andauernde Erfolgsgeschichte mit vielen Höhe- und Wendepunkten, z.B. dem legendären WM-Kampf 1978 in Baguio City gegen Anatoly Karpov. Wer Kortschnoj lesen und von ihm lernen will, dem seien seine bei Edition Olms erschienen Bücher empfohlen. Bücher kaufen, z.B. bei Schach Niggemann...Phänomen Kortschnoj...

Phänomen Kortschnoj

Viktor Kortschnoj wurde am 23.März 1931 in Leningrad geboren, das heute wie einst wieder St. Petersburg heißt. Vom 8.September 1941 bis zum 27. Januar 1944, genau 900 Tage lang,  wurde seine Heimatstadt von der Deutschen Wehrmacht zu Lande vollständig eingekesselt und belagert, mit dem Ziel die Bevölkerung verhungern zu lassen. Nur mit Flugzeugen und über den gefrorenen Ladogasee konnten Nahrungsmittel in die Stadt gebracht werden. Etwa 1 Million Menschen verhungerten oder erfroren. Die Toten wurden in Massengräber begraben, die man im Winter in den vereisten Boden sprengen musste.

Der 10-jährige Kortschnoj beginnt mit dem Schachspiel, das im hilft, diese grauenhafte Zeit zu überstehen. Er studierte das Buch von Dufresne und spielte die Partien und Varianten im Kopf nach, denn ein Schachbrett besaß er nicht.

Als 16-jähriger wird er Jugendmeister der UdSSR. Schon damals zeichnete er sich durch einen kompromisslosen Stil aus und spielte immer auf Gewinn. Diese Einstellung zum Schach führt in zu großen Turniersiegen, mehrmals wird er Meister der UdSSR, bringt ihm gelegentlich aber auch herbe Rückschläge ein.

Es braucht mehrere Anläufe bis er sich für die Weltmeisterschaften qualifiziert. 1962 wird der nun schon 39-jährige beim Interzonenturnier in Stockholm geteilter Vierter. Das qualifiziert ihn zur Teilnahme am berüchtigten Kandidatenturnier in Curacao. Das Turnier mit den acht Teilnehmern Petrosjan, Geller, Keres, Kortschnoj, Tal (UdSSR), Fischer (USA), Benkö (Ungarn) und Filip (CSR) wurde in fünf Umgängen gespielt. Petrosjan, Geller und Keres remisierten alle Partien gegeneinander. Es ist kaum möglich Klarheit über die damaligen Ereignisse zu bekommen. Sicher ist es aber, dass die offensichtlichen Absprachen mit dem zwecks getroffen wurden Fischer als Herausforderer von Weltmeister Botvinnik zu verhindern. Fischer erklärte später, dass er gegen Botvinnik auch mit Vorgabe von zwei Punkten jeden Wettkampf gewinnen würde. Das klang nur anmaßend, denn wahrscheinlich hatte er recht. So sorgte aber die Sowjet-Schachmaschine dafür, dass Petrosjan um den Titel spielte.

1968 und 1974 gelangte Kortschnoj jeweils bis ins Kandidatenfinale und schied erst dort gegen Spassky bzw. Karpov aus. Karpov wurde dadurch praktisch automatisch Weltmeister, denn Fischer trat ein Jahr später zur Titelverteidigung nicht an.

Vom 5. bis 24.Juli wurde in Amsterdam das IBM-Turnier ausgetragen, zu dem die UdSSR die Großmeister Kortschnoj und Gipslis entsandte. Kortschnoj gewann zusammen mit Miles. Am 27.Juli kehrte er nach einer Simultanveranstaltung nicht in sein Hotel zurück, sondern meldete sich bei der holländischen Fremdenpolizei und bat dort um politisches Asyl. In den nächsten Tagen versteckte er sich bei holländischen Schachfreunden. Ein Telegramm von Robert Fischer mit den Worten "Congratulations to your choice" erreichte ihn erst mit Verzögerung. Kortschnoj gab als Grund für seine Entscheidung schlechte Behandlung durch die sowjetischen Funktionäre an. Die Repressalien waren die Folge eines Interviews, das Kortschnoj einer einer jugoslawischen Zeitung gegeben hatte. Einige kritische Passagen wurden ohne seine Zustimmung mit gedruckt wurde. Zeitweilig wurde ein Auslandsverbot gegen Kortschnoj verhängt.

Die Sowjetischen Offiziellen waren erst konsterniert und reagierten dann mit einer Stellungsnahme von TASS, der offiziellen UdSSR-Nachrichtenagentur: Der Schachspieler Kortschnoj sei ein eitler und neidischer Mensch. Sein Versuch im Westen Asyl zu bekommen, eine billige Sensation. Er sei von krankhaften Ehrgeiz besessen und hätte in seinem Neid auf die Erfolge anderer Meister Intrigen gestartet. Soweit der Propagandatext.

Kortschnoj war sein Entschluss sicher nicht leicht gefallen, denn er ließ seine Frau und seinen damals 17-jährigen Sohn in der UdSSR zurück. Diese wurden von der UdSSR zunächst im Land festgehalten und durften erst sehr viel später in den Westen ausreisen.

Die Republikflucht des Großmeisters hatte für die UdSSR extrem unangenehme Folgen. Denn als Kandidatenfinalist war Kortschnoj automatisch für den folgenden Kandidatenzyklus qualifiziert. Im schlimmsten Falle konnte der Dissident bis ins Finale vorstoßen und vielleicht sogar Weltmeister Karpov besiegen. Schon der 74er-Wettkampf war nur äußerst knapp zu Gunsten von Karpov entschieden worden. Anders als in früheren Fällen konnte die UdSSR diesmal nicht mit einem Boykott gegen den flüchtigen Spieler reagieren.

Im folgenden Jahr besiegte Kortschnoj im schweizerischen Ciocco den sowjetischen Ex-Weltmeister Tigran Petrosjan. Als nächster war der UdSSR-Großmeister Lev Polugajevsky an der Reihe. Er verlor mit 8,5:4,5. Kortschnoj hatte ihn förmlich vom Brett gewischt, war mit drei Siegen in Folge gestartet. Nach zwei Remisen ließ er noch zwei Siege folgen. Polugajevsky gewann lediglich eine Partie. Spätestens hier erwarb sich der inzwischen 46-jährige den Kampfnamen "Viktor der Schreckliche".

Nun stand nur noch der Bon Vivant Boris Spassky zwischen Kortschnoj und einem WM-Kampf gegen Karpov. Zu Anfang erging es Spassky in dem Wettkampf in Belgrad wie seinem Kollegen Polugajevsky. Nach 10 von insgesamt 18 Partien hatte Kortschnoj 5 Siege eingefahren, Spassky keinen. Doch Spassky biss zurück und legte eine Serie von vier Gewinnpartien hin. Am Ende reichte es nicht, denn Kortschnoj erholte sich und gewann noch zwei weitere Partien. Nun war der Weg frei zum Angriff auf die Weltmeisterschaft.

Schon die Kandidaten-Wettkämpfe im waren in gespannter Atmosphäre durchgeführt worden, doch der folgende WM-Kampf übertraf alles. Er fand in Baguio City auf den Philippinen statt.

1972 hatte Präsident Ferdinand Marcos dort das Kriegsrecht ausgerufen und das Land in eine Diktatur verwandelt. Korruption, Bestechung, Ungleichheit, ja sogar Mord waren die Pfeiler seiner Macht. Im Laufe seiner Amtszeit hat Marcos mindestens 683 Mio. US-Dollar beiseite und auf Schweizer Konten geschafft.

Im Umfeld der Regierung Marcos gewann Florencio Campomanes an Einfluss, ein philippinischer Schachspieler, der sein Land in den 50ern und 60ern auf mehreren Schacholympiaden vertreten hatte, später als Sekundant tätig war und sich nun als Organisator betätigte. In der ChessBase Mega-Database kann man 80 Partien von ihm finden. Später, von 1982 bis 1995 hat Campomanes es zum Fide-Präsident gebracht. Er löste den isländischen Großmeister Fridrik Olafsson ab. In Campomanes Amtszeit wurde aus einem ehrbaren Sportverband eine unberechenbare Organisation mit vielen Skandalen, z.B. dem abgebrochenen WM-Kampf zwischen Karpov und Kasparov, dem Split mit Kasparov im Jahr 1993, Bestechungsvorwürfe bei den Präsidentschaftswahlen und Veruntreuungen von Geldern.

Es war Campomanes der den WM-Kampfes zwischen Karpov und Kortschnoj in Baguio City 1978 organisierte. Hier begann die Karriere des charmanten Funktionärs, der später einen aufwändigen Lebensstil pflegen sollte (und konnte) und für den es kein finanzielles Problem war, während eines Fide-Kongresses in Moskau mal schnell für einen Tag zu einer Geliebten in Deutschland zu fliegen.

Nach 1978 hat Campomanes eine Reihe weiterer großer Veranstaltungen organisiert, so die Schacholympiade 1992 in Manila. Vor kurzem wurde eine seit 1994 laufende Untersuchung gegen Campomanes abgeschlossen, bei der es um das Verschwinden von 700.000 Dollar ging, die von der Philippinischen Sportkommission zur Durchführung der Olympiade bereit gestellt wurden, aber niemals bei der Fide ankamen. Campomanes Verteidigung beruhte auf der Behauptung, bis 1993 sei es bei der Fide unüblich gewesen, Belege auszustellen. Der Fide-Schatzmeister erklärte allerdings 1995, die Fide habe das Geld niemals erhalten. Der frühere Fide-Präsident, 1995 wurde er durch Kirsan Illyumshinov abgelöst, wurde nun zu 22 Monaten Gefängnis verurteilt. (
Ian Rogers in Chessnetwork...).

Karpov reiste mit einer riesigen Delegation, mehreren Großmeister-Sekundanten und insgesamt 30 Containern in Baguio City an. Da waren wohl kaum nur Schachbücher drin. Die Kortschnoj-Delegation bestand im Wesentlichen aus den Sekundanten GM Raymond Keene und GM Michael Stean, außerdem Petra Leuwerik, heute Frau Kortschnoj. Leuwerik und Kortschnoj hatten sich bei einem Simultan in Zürich kennen gelernt.

Der Wettkampf wurde zum politisch motivierten Psychokrieg. Täglich wurde in allen Medien weltweit darüber berichtet. Die Gegenwart eines Parapsychologen, der zum sowjetischen Team gehörte, wurde von der Kortschnoj-Delegation mit einem indischen Guru gekontert. Außer der Tatsache, dass Karpov seinen Titel gegen einen Dissidenten verteidigen musste, wurde die Atmosphäre auch dadurch aufgeheizt., dass Kortschnojs Delegationsleiterin Petra Leuwerik 10 Jahre in einem sowjetischen Gulag verbracht hatte. Als Mitglied einer katholischen Studentenorganisation war sie 1946 vorsichtshalber aus Leipzig nach Linz in Österreich geflüchtet, aber später beim Durchqueren des sowjetischen Sektors in Wien von den Sowjets verschleppt worden.

Eigentlich hatte Petra Leuwerik dies nicht thematisieren wollen, doch Keene hatte diese Information in einem seiner von den Kortschnojs später beklagten Alleingänge an die Presse gegeben. Petra Kortschnoj hat sich zu den Ereignissen in einem Interview in NIC 2000/2 ausführlich geäußert.

In der vorletzten Partie spielte Kortschnoj auf Rat seines Sekundanten Raymond Keene mit den schwarzen Steinen auf Gewinn. Mit der für ihn ungewöhnlichen Pirc-Verteidigung wollte er seinen Gegner überraschen, dort hatte man in einer bestimmten Variante einen neuen Zug vorbereitet. Als Kortschnoj seine Neuerung spielte, antwortete Karpov à tempo mit dem best möglichen Antwortzug. "Es schien, als ob Karpov schon vorher Bescheid wusste", mutmaßte Petra Kortschnoj später: "In einigen Tagen sollte die Schacholympiade in Buenos Aires beginnen. Alle wollten dort hin. Man wollte, dass der Wettkampf zu Ende ging. Man spielt doch auch nicht mit Schwarz auf Gewinn. Ein schlechter Rat." Karpov gewann die Partie und den Wettkampf knapp.

"Heute sind wir froh, dass Viktor nicht gewonnen hat, "erzählt Petra Kortschnoj. "Wir haben später von Mihail Tal, der Karpov helfen musste, erfahren, dass der KGB Viktor im Falle eines Sieges umgebracht hätte."

Auch auf Campomanes Verhalten und seine Rolle in diesem Wettkampf ist Petra Kortschnoj nicht gut zu sprechen: "Er war vom KGB bezahlt," glaubt sie. In jedem Fall hat sein Verhalten bei diesem Wettkampf ihm auf seinem Weg zur Präsidentschaft bei der Fide nicht geschadet. Auch im Wettkampf zwischen Kasparov und Karpov 1985 und folgende wurde Campomanes Parteiname zu Gunsten Karpov unterstellt. Um Weltmeister zu werden und zu bleiben, musste Kasparov 1984, 1985, 1986, 1987 und 1990 gegen Karpov insgesamt 124 WM-Partien spielen. Kasparov rächte sich an der Fide und dessen Präsident auf bekannte Weise. Bei nächster Gelegenheit, das war 1993, bootete er die Fide bei den WM-Kämpfen aus und spielte seinen Titelkampf gegen Short außerhalb des Weltschachverbandes. Karpov hat sich erst 1995 von Campomanes abgewandt, als dieser für die Fide zunehmend untragbar wurde.

Im nächsten WM-Zyklus 1981 kam es erneut zum WM-Kampf Karpov gegen Kortschnoj, doch diesmal waren die Begleittöne weniger schrill und der Verlauf eindeutiger zu Gunsten von Karpov (11:7). Auf dem Weg ins Finale hatte Kortschnoj wieder die alten Rivalen Petrosjan und Polugajevsky ausgeknockt. Nur der Kandidatenfinalist war diesmal ein anderer: Robert Hübner. Der Deutsche hatte beim Stande von 5,4:3,5 entnervt aufgegeben. Doch das ist ein anders Kapitel Schachgeschichte. Als Kortschnoj und Karpov in Meran um den Titel spielten, bekamen sie auch prominenten Besuch aus Schweden. Die beiden Abba-Musiker Benny Andersson und Björn Ulvaeus kamen vorbei und sammelten Stoff für ihr Musical "Chess".

Im folgenden WM-Zyklus trat Kortschnoj erneut an. Gegen den Ungarn Portisch konnte es sich im Viertelfinale durchsetzten, doch in der folgenden Runde scheiterte er an einem Newcomer: Gary Kasparov. Allerdings musste der 20-jährige kommende Superstar erst einmal seine Auftaktniederlage gegen den "Schachopa" Kortschnoj, zu der Zeit mit 52 nicht mehr ganz taufrisch, verdauen.

Mit 52 Jahren, das ist das Alter, das Anatoly Karpov heute hat, denkt ein Viktor Kortschnoj allerdings noch lange nicht ans Aufhören. Im Gegenteil: Er eilt in den folgenden Jahren von Turnier zu Turnier und von Sieg zu Sieg. Kortschnoj spielt alles: Einladungsturniere, Open, Simultan. Es ist die Liebe zum Schach, die ihn antreibt. Schach macht ihm einfach Spaß. Wer den heute 72-jährigen einmal beobachtet, wie er sich über ein originelles Motiv in einer Partie freuen kann, z.B. eine schicke Fesselung, die sich nicht abschütteln lässt, weiß, was gemeint ist. Mit 3945 bisher in der Mega Database erfassten Partien ist Kortschnoj der fleißigste Spieler aller Zeiten. Viele Partien aus der Vor-Computerzeit Ära sind noch gar nicht erfasst.


Simultan im Casino Berlin. rechts Deutschmann und der FDP-Geschäftsführer Beerfeltz

Mitunter beklagt er, der auf fast 60 Jahre Schachkarriere zurückblicken kann, den Verfall der Sitten. Junge GM-Kollegen kommen verspätet ans Brett - nun das kann passieren - und entschuldigen sich nicht dafür: das ist unverzeihlich. Paco Vallejo Pons, dem dieses Missgeschick 2002 in Biel unterlief, wurde dafür mit zwei Niederlagen abgestraft. Vielen jungen Kollegen geht zudem jedes Schachverständnis ab. Sie spielen zuviel mit dem Computer, sind taktisch zwar sehr präzise und stark, von Schach verstehen sie im eigentlichen Sinne aber nichts. In seinem Urteil kann der freundliche ältere Herr sehr streng sein: Nigel Shorts Zugvorschlag in einer Analyse nach der Partie (die Short gewonnen hatte) kommentierte er mit den Worten: "Wie können Sie als Weltmeisterkandidat nur so einen schlechten Zug vorschlagen." Short und Kortschnoj kennen sich schon länger. Als 10-jähriger Stepke hatte Short den großen Kortschnoj bei dessen Simultanvorstellung 1976 in London geschlagen.


Kortschnoj in Moskau

Überhaupt Computer: Wer konnte sich so etwas nur ausdenken? Unverzeihlich von Kasparov, dass dieser gegen Deep Blue gespielt hatte. Noch schlimmer, dass er verloren hatte: "Niemand hat ihn gebeten, um die Ehre der Menschheit zu spielen. Und niemand hat ihn gebeten, diese dann zu verlieren." Er selber spielt hin und wieder gegen Fritz: "Er sagt zu mir: Ich kenne 1 Million Eröffnungszüge. Dann sage ich zu ihm: Ich kenne weniger, aber die richtigen."

Trotz seines Unwillen gegenüber dem Computer - ein Gerät, dass, ginge es nach ihm,  schon 100fach aus dem Kortschnj'schen Wohnungsfenster in Wohlen geflogen wäre - ist doch ein Notebook sein ständiger Begleiter auf allen Turnieren. Leider kann er es nicht so richtig bedienen. Dafür ist seine Frau Petra zuständig, die ihm die gewünschten Ergebnisse aus dem fremdartigen Ding heraus holt. Vielleicht ist das ständige Arbeiten mit dem Computer, wenn auch mit Eingabehilfe, ein kleiner seines Erfolgsgeheimnis.


Kortschnoj in Biel

Seine kämpferisches und unterhaltsames Schach und seine Persönlichkeit haben ihn zu einem der ganz großen und gefragten Stars in der Schachszene gemacht. Im letzten Jahr bekam er von der Universität Chisinau (Moldawien) die Ehrendoktorwürde verliehen.


Dr.Kortschnoj

Wer Kortschnoj kennen lernen möchte und keine Gelegenheit hat, ihm auf Turnieren zuzuschauen, dem seien einige seiner ausgezeichneten Bücher empfohlen, die bei Edition Olms erschienen sind.. Zuletzt erschienen sind in zwei Bänden:

"Meine besten Kämpfe 1952 - 2000 / Band 1: Partien mit Weiß", und

"Meine besten Kämpfe 1952 - 2000 / Band 2: Partien mit Schwarz"

(je Band 25 Euro)

Wenn man die treffend und im besten Sinne altmodisch, d.h. erklärend, kommentierten Partien der beiden Bände durchspielt hat, ärgert man sich, dass es im Schach nur zwei Farben gibt und in dem Sinne leider kein dritter Band zu erwarten ist. Für Ende 2003 hat der Olms-Verlag aber eine Biografie angekündigt: "Mein Leben für das Schach - Eine Biographie" (29,90 Euro).

Wer mit Kortschnoj ans Eingemachte gehen will, der liest außerdem noch "Praxis des Turmendspiels" (15 Euro). Kortschnoj gilt als ausgezeichneter Endspieltechniker und hat eine Menge zu erzählen.

Die Bücher bekommt man im Fachhandel, z.B. bei Schach Niggemann.

Für schnell Entschlossene noch ein Veranstaltungshinweis: Am 29.8. 2003ist Kortschnoj in Bad Urach (südlich von Stuttgart) als Gast des dortigen Asil-Clubs, der sich mit der Zucht arabischer Pferde beschäftigt. Viktor Kortschnoj wird dort einen Pokal überreichen und ein Simultan spielen. Wer mitspielen will, kann unter 07123 972 758 nachfragen, ob noch Plätze frei sind. In jedem Fall sind aber Zuschauer willkommen.

André Schulz/22.August 2003

 

 

 

 

 


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