Politik kämpft für Erhaltung der Ströbecker Schachschule

01.04.2004 – Otto Schily hatte vergangenen Sonntag im Interview bei Radio ChessBase (Aufzeichnung: Fritz-Server -> Raum Chess Media System --> Radio ChessBase -> Euro Dresden) bereits sein Bedauern bezüglich der Schließung der Ströbecker Schachschule ausgedrückt und angekündigt, sich für die Erhaltung einsetzen zu wollen. Heute steht das Thema bei der Landtagssitzung von Sachsen-Anhalt ebenfalls auf der Tagesordnung. Beraten wird ein Antrag der PDS-Fraktion, in dem diese darauf dringt, dass der Landtag bei den verantwortlichen Kreistagen für eine Erhaltung der einzigartigen Lasker-Schule appelliert und diese bei dem Bemühen unterstützt. Antrag im Landtag von Sachsen-Anhalt zum Download...Mehr...

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Fotos: Lasker-Gesellschaft

 

 

Der Antrag der PDS-Fraktion im Wortlaut

"Schachtradition im Harz

Der Landtag wolle beschließen:

1. Der Landtag sieht in der mit der Gemeinde Ströbeck und der dortigen Sekundarschule "Dr. W. Lasker" verbundenen Schachtradition ein für das Land bedeutsames kulturelles Gut.

2. Der Landtag appelliert an die Kreistage in Halberstadt und Wernigerode, ihre Entscheidungen bezüglich der Schulbezirke, die die Sekundarschule in Ströbeck betreffen bzw. sie unmittelbar berühren, nochmals zu überprüfen mit dem Ziel, den mittelfristigen Erhalt der Sekundarschule in Ströbeck auf der Grundlage des Schulgesetzes des Landes Sachsen-Anhalt zu gewährleisten.

3. Der Landtag fordert die Landesregierung auf, die beteiligten Landkreise Halberstadt und Wernigerode in ihrem Bemühen um die Erhaltung des Sekundarschulstandortes Ströbeck zu unterstützen, zu beraten und beim Zusammenwirken der beiden Landkreise in dieser Frage zu moderieren.


Begründung

Aus der Sicht der einbringenden Fraktion hat die besondere Verbindung des Schachspiels mit der Gemeinde Ströbeck einen festen Platz im kulturellen Spektrum des Landes. Ihre Ausstrahlung reicht über die Harzregion und das Land Sachsen-Anhalt hinaus. Sie stellt ein Symbol für kulturelle Traditionen im ländlichen Raum dar. Die PDS-Fraktion hält es daher für geboten, dass der Landtag sich öffentlich
zur Erhaltung dieser Tradition bekennt.

Die PDS-Fraktion geht davon aus, dass die Sekundarschule in der Gemeinde dabei bisher eine wichtige Funktion erfüllt hat. Eingedenk der besonderen Bedeutung für das Land hält sie es für legitim, an die Landkreise Halberstadt und Wernigerode zu appellieren, ihre Entscheidungen zur Festlegung der Schulbezirke zu überprüfen, um durch geeignete Regelungen eine ausreichende Schülerzahl für die Sekundarschule in Ströbeck zu gewährleisten. Die territoriale Lage der Schule lässt es aus der Sicht der PDS-Fraktion sinnvoll erscheinen, einen landkreisübergreifenden Schulbezirk für diese Sekundarschule gemäß § 41 Absatz 1 Schulgesetz des Landes Sachsen-Anhalt und § 4 Absatz 1 Verordnung zur mittelfristigen Schulentwicklungsplanung festzulegen.

Die PDS-Fraktion ist sich bewusst, dass die dazu notwendigen Entscheidungen in den beiden Landkreisen komplexer Natur sind und unterschiedliche Interessenlagen zu berücksichtigen haben. Sie hält es daher für geboten, die Landesregierung aufzufordern, den Prozess zu moderieren und angemessen zu begleiten. Gleichzeitig soll die Landesregierung den Planungsprozess in den beiden Landkreisen unterstüt-zen. Diese Unterstützung erachtet die PDS-Fraktion für notwendig, um alle auf der Grundlage des Schulgesetzes des Landes Sachsen-Anhalt möglichen Handlungsspielräume im Interesse der Erhaltung der genannten Sekundarschule ausschöpfen zu können.

Dr. Petra Sitte
Fraktionsvorsitzende"
 

Auch die FDP-Fraktion bemüht sich um Erhaltung:

Der FDP-Landtagsabgeordnete Dr. Uwe Schrader hat die Landkreise Halberstadt und Wernigerode aufgefordert, Schülern aus dem Landkreis Wernigerode den Besuch der Schachschule Ströbeck im Kreis Halberstadt zu ermöglichen. Damit können die geforderten Schülerzahlen erreicht und die Schließung der traditionsreichen Schule verhindert werden, erklärte Schrader, der als FDP-Abgeordneter auch den Kreis Halberstadt betreut.

„Eine solche Vereinbarung zwischen den Landkreisen wäre die Voraussetzung dafür, dass die Landesregierung eine Ausnahmeregelung treffen kann. Die Schachschule in Ströbeck ist einzigartig; wir müssen für ihren Erhalt kämpfen“, sagte Schrader.

Die Schachschule Ströbeck kann auf mehr als 180 Jahre Schachtradition zurückblicken. Damals erhielt der beste Schachspieler der oberen Klassen ein „Preisgeld“ von drei Reichstalern, die in die Anschaffung von Schachbrettern investiert wurden. Seit damals ist das Schachspiel traditionelles Pflichtfach an der Schule.

 

 

 


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