Schach mit gemalten Figuren

01.04.2016 – Shogi ist die japanische Variante des Schachspiels. Alle Steine haben die gleiche Form, die Unterschiede werden bildlich dargestellt. Da man geschlagene Steine in der eigenen Mannschaft einsetzen kann, ist das Shogi komplexer als Schach. Dank des Internets gibt es auch außerhalb Japans immer mehr Anhänger. Kürzlich fand in Lippstadt die Deutsche Meisterschaft statt. Mehr...

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Die Deutsche Shogi-Meisterschaft 2016

19. und 20. März 2016 in Lippstadt mit 21 Teilnehmern

von Stephan Michels

Shogi (oder auch japanisches Schach) hat unverkennbar die gleichen Wurzeln wie das klassische Schach, jedoch gibt es einen gravierenden Unterschied. Geschlagene Steine des Gegners verstärken die eigenen Streitkräfte und können auf der eigenen Seite wieder eingesetzt werden. Dadurch steigt die Komplexität des Spiels und das Endspiel ist häufig eine furiose Schlacht, bei der jeder Spieler versucht, unter Einsatz aller Kräfte den gegnerischen König mattzusetzen.

 

Anfangsstellung beim Shogi

 

Schlussstellung einer Partie

 

21 Shogispieler trafen sich in Lippstadt, um den Nationalen Deutschen Meister und den Gewinner der Offenen Deutschen Meisterschaft auszuspielen.

Dabei reichte die Spielstärke von erfahrenen Dan-Spielern bis hin zu Shogispielern, die erst seit wenigen Monaten ihre Liebe zu dem Spiel entdeckt haben. Neben Spielern aus Deutschland fanden auch Spieler aus Japan, den Niederlanden, Dänemark und Schweden den Weg nach Lippstadt.

Die Deutsche Meisterschaft wurde im KO-Modus ausgetragen, die Bedenkzeit betrug generell 45 Minuten für die Partie. Nach Ablauf dieser Bedenkzeit musste jeder Spieler jeden weiteren Zug innerhalb von 40 Sekunden vornehmen. Hier spielten starke Nerven und Erfahrung eine große Rolle.

Die Spielstätte am Ufer der Lippe

Uferidylle gegenüber des Spiellokals

 

Deutscher Meister 2016 wurde Daniel Prill, der sich im Finale gegen Titelverteidiger Jochen Drechsler durchsetzen konnte. Auf den Plätzen 3 und 4 landeten Bernd Sprenger und Ingo Köhler.

Das offene Turnier wurde ebenfalls von Daniel Prill gewonnen, auf den Plätzen folgten Thomas Heshe und Jochen Drechsler.

Bilder des Turniers

Die entscheidende Phase



Die Shogiszene in Deutschland wird immer vielfältiger. Im Süden Deutschlands liegen die Shogihochburgen. In Ludwigshafen werden regelmäßig Turniere veranstaltet. In Stuttgart und Karlsruhe spielen viele Schüler in AGs das Schach der Samurai. Jedoch haben sich auch regelmäßige Treffen von Shogispielern in Hamburg, Lübeck, Berlin, Paderborn, Frankfurt und Darmstadt etabliert.
Ein guter Überblick findet sich auf den Webseiten von Shogi Deutschland, wo Spielgelegenheiten und Kontaktmöglichkeiten aufgeführt werden. Jeder Interessierte ist dort willkommen.

Auch das Internet bietet Server an, auf denen man rund um die Uhr geeignete Spielpartner finden kann. Der einzige englischsprachige Server ist 81Dojo, der auch einige Shogivarianten anbietet.

Turniershogi kann in den nächsten Monaten zum Beispiel in Ludwigshafen oder bei den Deutschen Jugendmeisterschaften in Stuttgart gespielt werden.
Höhepunkt für die europäische Shogiszene ist sicherlich die Europameisterschaft und die World Open Shogi Championship, die im August in Amsterdam stattfinden wird und für jeden Shogispieler offen ist. Zeit genug, um im Internet oder bei einem der Spieletreffs mit dem Shogi zu beginnen.

 

Shogi Deutschland, die Gemeinschaft der Shogispieler in Deutschland...

Online Shogi spielen...



Über den Autor:

Stephan Michels betreibt die englischsprachige Website www.shogi24.com mit Informationen aus der Shogiszene und ist Verfasser des Buches "Shogi – Schach der Samurai (Einführung in das faszinierende japanische Schach)".

 


Themen Shogi
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EiQ EiQ 01.04.2016 06:59
So ein Spiel gab es mal mit normalem Schach auf einem Schach-Server. Glaube, es hieß Crazy-House.
Dort haben geschlagene Figuren die Farbe gewechselt und man konnte sie anstelle eines normalen Zges einsetzen. Hat mordsmäßig Spaß gemacht.
flachspieler flachspieler 01.04.2016 06:39
Aus Schachsicht ist Shogi besonders interessant für alle,
die gerne Tandem-Schach spielen. Und durch das Wiedereinsetzen
geschlagener Figuren stellt sich das typische Tandemgefühl schon
beim normalen Spiel mit zwei Personen ein.
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