Schachbundesliga in Österreich

von Marco Baldauf
13.11.2015 – In der österreichischen Schachbundesliga wurden vom 5.-8.11. die ersten Runden bestritten. Mit den Europacup-Teilnehmern Maria Saal unterstrich eines der favorisierten Teams bereits früh seine Ambition, den Meistertitel dieses Jahr zu holen. Der amtierende Meister Jenbach strauchelte hingegen gewaltig. Die Frauen Bundesliga begann zeitgleich und präsentierte sich in einem neuen Format. Mehr...

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Schachbundesliga in Österreich

Vergangenes Wochenende startete Österreichs Schachbundesliga in ihre 13. Auflage. Ein Mannschaftswettbewerb wird bereits seit der Saison 1953/54 ausgetragen, zur Saison 2003/04 erfolgte jedoch die Umbenennung der Staatsliga in Bundesliga. In elf Runden wird diese über drei verlängerte Wochenenden jeweils zentral ausgetragen, für die ersten vier Runden lud der Schachverein Wulkaprodersdorf ins beschauliche Mattersburg ein, das sich ca. eine Autostunde südlich von Wien befindet.

Als große Favoriten auf den Titel konnten vor der Saison nur der SC MPÖ Maria Saal und SK Sparkasse Jenbach gelten, die bereits in Runde drei aufeinandertrafen. Maria Saal erzielte im Oktober beim ETCC einen starken zehnten Platz, Jenbach ist amtierender Titelträger und gewann vier der letzten sechs Meisterschaften.

 

Br. 6   SC MPÖ Maria Saal Elo - 9   Schachklub Sparkasse Jenbach Elo 5 : 1
5.1 GM
 
Ragger, Markus
2688 - GM
 
Volokitin, Andrei
2640 1 - 0
5.2 GM
 
Rapport, Richard
2693 - GM
 
Bauer, Christian
2627 1 - 0
5.3 GM
 
Predojevic, Borki
2639 - GM
 
Schlosser, Philipp
2571 1 - 0
5.4 GM
 
Buhmann, Rainer
2615 - GM
 
Acs, Peter
2599 1 - 0
5.5 GM
 
Naumann, Alexander
2545 - GM
 
Shengelia, David
2579 ½ - ½
5.6 IM
 
Schachinger, Mario
2451 - IM
 
Lehner, Oliver
2421 ½ - ½

Letztlich war das Aufeinandertreffen der beiden Favoriten in Runde drei eine recht eindeutige Angelegenheit.

 

GM Markus Ragger gelang am Spitzenbrett ein Weißsieg gegen GM Andrei Volokitin.

 

Ein weiterer Punktverlust ereilte den Meister Jenbach bereits in der ersten Runde gegen das stark aufspielende Team aus Absam. Dieser traditionell doch eher gegen den Abstieg spielende Verein verstärkte sich mit GM Emil Sutovsky und wird so den Blick Richtung oberer Tabellenhälfte werfen können.

Rk. Team 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12  TB1   TB2   TB3 
1 SC MPÖ Maria Saal  *          5       8 18,5 0
2 SK Hohenems    *  5 4             6 15,0 0
3 ASVÖ Wulkaprodersdorf    *        3   3 4     6 13,5 0
4 Schachklub Absam   1    *    3   6       5 14,5 0
5 SV Jacques Lemans St. Veit   2      *          3 5 13,0 0
6 Schachklub Sparkasse Jenbach 1     3    *          5 13,0 0
7 Schachclub Sparkasse Götzis   3      *          3 11,5 0
8 Spk. Grieskirchen/Bad Schallerbach       0      *  3     3 8,0 0
9 SIR Royal Salzburg   3       3  *        2 11,0 0
10 L.A. Kraftanlage Ottakring   2            *    2 10,5 0
11 Spg Sauwald           ½      *  2 8,0 0
12 SV Raika Rapid Feffernitz ½     3            *  1 7,5 0

 

Tabellenstand nach der 4.Runde: Maria Saal hat bereits einen beachtlichen Vorsprung herausgespielt, Jenbach hinkt mit 5-3 MP hinterher. Der Überraschungssieger der vorletzten Saison, SK Hohenems, liegt jedoch noch in Schlagdistanz.

 

 

 

GM Ed Rozentalis aus Litauen spielt bereits seit 2007 für den SK Hohenems. In der Saison 2013/14 feierten die Vorarlberger ihren zweiten Meistertitel.

 

GM David Shengelia wurde zusammen mit seinen Kollegen aus der Nationalmannschaft am Rande der Veranstaltung für den Sieg beim Mitropa Cup 2015 geehrt. Österreichs Nationalteam bestreitet ab heute 16 Uhr MEWZ die Europäische Mannschaftsmeisterschaft in Island.

 

GM Michal Krasenkow vom Aufsteiger L.A. Kraftanlage Ottakring mit Weiß gegen GM Markus Ragger (remis).

 

Neben der offenen Klasse trug auch die Frauen-Bundesliga die ersten drei von insgesamt sieben Runden in Mattersburg aus. Frauenschach ist in Österreich auf dem Vormarsch, diese Saison wurde die Liga von zwei auf vier Bretter erweitert, wobei eine Ausländerregel den Einsatz von mindestens drei Österreicherinnen vorschreibt.

Rg. Mannschaft 1.Rd 2.Rd 3.Rd  Wtg1   Wtg2   Wtg3 
1 ASVÖ Pamhagen 12b3 8w3½ 6b3½ 6 10,0 0
2 ASVÖ Wulkaprodersdorf 4w3 3b2½ 5w2 5 7,5 0
3 Spg Steyr 10b4 2w1½ 8b3 4 8,5 0
4 Schach ohne Grenzen 2b1 10w3 9b4 4 8,0 0
5 tschaturanga 11w2 7b3 2b2 4 7,0 0
6 SK Dornbirn 7w2½ 11b2½ 1w½ 4 5,5 0
7 Mayrhofen/SK Zell/Zillertal 6b1½ 5w1 12b2½ 2 5,0 0
8 Spg. Feldbach-Kirchberg 9w2½ 1b½ 3w1 2 4,0 2
9 SC Extraherb WS 8b1½ 12w2½ 4w0 2 4,0 0
10 Chessgraz 3w0 4b1 11w2½ 2 3,5 0
11 SV Autohof St. Veit/Glan 5b2 6w1½ 10b1½ 1 5,0 0
12 SK Baden 1w1 9b1½ 7w1½ 0 4,0 0

 

Anders als in der offenen Klasse konnten sich hier die beiden Favoritenteams behaupten. Nach drei Runden im Schweizer System führen ASVÖ Pamhagen und ASVÖ Wulkaprodersdorf. In der vierten Runde kommt es zum direkten Aufeinandertreffen, wo die Vorentscheidung fallen wird.

Das Team mit dem kreativen Namen "Extraherb" gegen Baden (2,5:1,5).

 

Das Team der Gastgeberinnen Wulkaprodersdorf gegen die Tiroler Mannschaft "Schach ohne Grenzen" (3:1).

 

Burgenlands Landeshauptmann Hans Niessl (2.v.l.) eröffnete die Bundesliga offiziell.

 

Vergebens mussten viele Teilnehmer und Zuschauer auf den Toptransfer der Liga warten. Weltklassemann Shakhriyar Mamedyarov ist für St. Veit aufgestellt, ob er im Laufe der Saison noch zum Einsatz kommen wird, bezweifelten vor Ort jedoch viele. Dabei wäre der Azerbaidschaner in keiner schlechten Gesellschaft, schließlich spielten in der Vergangenheit bereits Hikaru Nakamura, Fabiano Caruana oder auch Boris Gelfand für ein österreichisches Team.

Die nächsten vier Runden der Bundesliga finden vom 25.-28. Februar 2016 in St. Veit statt, abgeschlossen wird die Saison mit den Runden neun bis elf sowie einem Team-Blitz-Wettbewerb vom 31. März bis 3. April in Jenbach. Die Frauenbundesliga trägt die kommenden zwei Runden zeitgleich aus, die Runden sechs und sieben werden jedoch erst Mitte April gespielt.

Ergebnisse der Bundesliga auf chess-results.com

Frauen Bundesliga auf chess-results.com

 

Fotos: chess-results.com



Marco Baldauf, Jahrgang 1990 spielt seit seinem sechsten Lebensjahr Schach. 2000 und 2002 wurde er Deutscher Jugendmeister, seit 2014 ist er Internationaler Meister und spielt für die SF Berlin in der Bundesliga.
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