Schachturnier in Kabul

27.06.2003 – 185 Teilnehmer meldeten sich zum ersten Internationalen Schachturnier nach dem Ende der Talibanregierung in Kabul an, darunter Teilnehmer aus Mazedonien, Holland, Deutschland, der Türkei, Rumänien, Lettland, Belgien und Frankreich, allesamt Angehörige der ISAF-Truppe. Außerdem beteiligten sich acht Frauen, die in einem eigenen kleinen Turnier ebenfalls um einen Pokal spielten. Das Turnier wurde im Garten der Königlichen Niederländischen Botschaft in Kabul gespielt. Frank Boy von der Botschaft hat es organisiert und uns einen Bericht mit Fotos geschickt. Mehr...

ChessBase 14 Download ChessBase 14 Download

ChessBase 14 ist die persönliche Schach-Datenbank, die weltweit zum Standard geworden ist. Und zwar für alle, die Spaß am Schach haben und auch in Zukunft erfolgreich mitspielen wollen. Das gilt für den Weltmeister ebenso wie für den Vereinsspieler oder den Schachfreund von nebenan.

Mehr...

Das Schachturnier in Kabul
Von Frank Boy

Vorbericht...

Im Laufe meiner Gesandtschaften für das Niederländische Außenministerium habe ich schon viele Turniere und Schachveranstaltungen in vielen Ländern organisiert - in Singapur, Luanda, Bukarest, Asmara, Tiflis, Kabul. Die Projekte werden aus dem Budget für kleinere Botschaftsveranstaltungen finanziert. Als ich von 2001 bis 2002 nach Georgien entsandt war, hat die Niederländische Botschaft hier zwei Projekte gesponsert. Wie jeder weiß, ist das Schachniveau in Georgien sehr hoch. Ich organisierte ein Turnier und half bei der Finanzierung für die Anschaffung von Schachuhren.

Gleich nachdem die Reaktivierung des Schachlebens in Afghanistan angestoßen war, haben wir 200 Schachbretter und Uhren gekauft und dem Nationalen Schachverband Afghanistans Ende letzten Jahres zur Verfügung gestellt. Auch für dieses Jahr konnten wir Geldmittel in Höhe von 14.800 Euros zur Verfügung stellen, um die Entwicklung des Schachlebens hier weiter zu fördern. Wir kauften Bücher, Schachuhren, zusätzliche Bretter, zwei Demobretter und organisierten ein Schachturnier im Garten der Königlichen Niederländischen Botschaft in Kabul.

Es nahmen 185 Spieler teil, darunter 8 afghanische Frauen und 24 ISAF-Soldaten aus Mazedonien, Holland, Deutschland, Türkei, Rumänien, Lettland, Belgien und Frankreich.

Die Spieler aus der Umgebung kamen aus Afghanistan, aber auch aus Pakistan. Die Vorrunde dauerte sechs Stunden. Mit Hilfe des Schweizer System qualifizierten sich die besten zwanzig Spieler.

Die ausgewählten Spieler waren alles Afghanen. Wir haben sie in zwei Gruppen à zehn eingeteilt, und danach in Gruppen zu viert, um den Gewinner und die weiteren Preisränge herauszufinden.

Die Frauen spielten in einer extra Gruppe, auch eine Frau aus den Niederlanden nahm dort teil. Van Stockum booksellers spendete einen Schachcomputer, der einer Mädchenschule gespendet wurde.

Zwei Pokale wurden im Männerturnier vergeben, ein Pokal im Frauenturnier, außerdem 25 weitere Preise, nämlich Bücher die wir bei Van Stockum gekauft haben.

Alle Fotos in diesem Bericht wurden von Judy Vermeulen gemacht, meiner Stellvertreterin in unserem Büro. Alles, was wir für diese Projekt brauchten, haben wir von Van Stockum bezogen, wo Frans Hoynk van Papendrecht sehr hilfreich war und alles sehr schnell an uns geschickt hat. Er hat es außerdem geschafft, den berühmten Gong aus unserem Schachklub nach Kabul zu schicken. Wir haben ihn bei der Eröffnung des Turniers hier verwendet.

Ein Teil des Projektes war auch die Renovierung eins kleinen Gebäudes im Stadtpark von Kabul, dass nun dem Schachverband vom Bürgermeister von Kabul für ein Jahr zur Nutzung zur Verfügung gestellt wurde.

Bei meinem letzten Besuch bei Van Stockum habe ich ein Demobrett gebaut. Damit gebe ich jetzt Anfängerunterricht für Frauen und Mädchen im Garten der Anlage.

Sie kommen drei Mal die Woche. Manchmal spiele ich simultan, was sie bisher nicht kannten und was ihnen viel Spaß macht.

Wie man weiß, durften Frauen in Afghanistan während der Talibanregentschaft gar nichts machen. Und wenn Männer Schach spielten, wurde das mit Gefängnis bestraft. Obwohl den Frauen heute weit mehr erlaubt ist, gibt es doch viele Begrenzungen in ihren Aktivitäten aufgrund der kulturellen Traditionen.

Es gibt kaum Initiative, Schachunterricht für Mädchen anzubieten, obwohl wir vor ein paar Monaten einen kleinen Schachklub in Gästehaus der Parkresidenz von Mr. Sabhir Latifi eingerichtet haben, hat sich niemand gefunden, der die Mädchen unterrichten will. Ich hoffe, das wird sich mit der Zeit ändern. Ich habe ein paar Talente entdeckt, die ein hohes Niveau errichen könnten, wenn jamnd sie trainiert.

Last, but not least möchte ich meinen Dank an Mr Sabhir Latifi zum Ausdruck bringen. Er ist Geschäftsmann in Kabul und die Botschaft hat gute Kontakte zu ihm. In seinem Gästehaus hat er Platz zur Verfügung gestellt und uns außerdem Tische und Stühle geschenkt. Für das Schachprojekt hat er auch noch die Pokale gestiftet und sorgt für die Renovierung des Hauses im Stadtpark. Ich bin sehr dankbar für seine Hilfe.

 

 


Discussion and Feedback Join the public discussion or submit your feedback to the editors


Diskutieren

Regeln für Leserkommentare

 
 

Noch kein Benutzer? Registrieren