Sizilianisches Refugium

14.03.2008 – Die mit Abstand am häufigsten gespielte Erwiderung auf 1.e4 ist seit Jahren 1...c5. Entsprechend komplexe Züge hat die Eröffnungstheorie für die Sizilianische Verteidigung mittlerweile angenommen. Und manch 1.e4-Spieler dürfte sich für sein Repertoire ein gleichermaßen überschaubares wie solides sizilianisches Refugium wünschen. Die sogenannte Alapin-Variante, in der Weiß mit 2.c3 das Spiel sofort in ganz eigene Bahnen lenkt, ist so ein System. Auf diese Weise kann man die großen sizilianischen Systeme komplett für sich ad acta legen und sich voll und ganz auf die Alapin-Theorie konzentrieren. Ein weiterer Vorteil ist, dass Weiß in diesen Stellungstypen die Kontrolle behält und bei gutem Spiel stets auf leichten Vorteil hoffen darf. Mit Sergei Tiviakovs Fritz-Trainer DVD liegt ein kompletter Videotrainingskurs mit einer Spielzeit von über 4 Stunden vor. Darin erklärt Ihnen der holländische Spitzenspieler, wie Sie gegen die möglichen Spielweisen Ihres Gegners vorgehen sollten, und illustriert wichtige strategische Ideen anhand eigener Gewinnpartien. Sergei Tiviakov:  "Sicilian Defense with 2.c3 - Alapin Variation" im Shop kaufen...Rezension lesen...

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Sergej Tiviakov: Sicilian Defence with 2.c3 - Alapin Variation

Rezension von H.-W. Jansen

Eine der nach wie vor beliebtesten Entgegnungen auf 1. e4 ist das Sizilianisch, das mit 1. …c5 eingeleitet wird. Auf dieser ChessBase-DVD lernt der in den Grundlagen versierte Schachfreund mit 2.c3 die sogenannte Alapin-Variante kennen. Der niederländische Weltklasseschachspieler russischer Herkunft – Sergei Tiviakov (auch: Sergej Tivjakov), der mit 5 Jahren das Schachspiel erlernte – kommentiert und erläutert die genannte Variante in einer englischsprachigen Ausgabe der von ChessBase wohlbekannten und erfolgreichen Reihe „Fritztrainer Eröffnungen“. Seine aktuelle Elo-Zahl beträgt 2649, damit liegt er hinter Loek van Wely und Ivan Sokolov auf Rang 3 in den Niederlanden. Tiviakov spielt u. a. in der deutschen Schachbundesliga. 1989 begann er seine Profispielerkarriere und gewann damals die Jugendweltmeisterschaft U16. 1990 wurde er Jugendweltmeister in der Kategorie U18. Nachfolgend verlieh ihm die FIDE den Titel Großmeister. Mit den Niederlanden wurde er zweimal Mannschaftseuropameister. Damit dürfte er, was seine schachlichen Kompetenz anbetrifft, über jeden Zweifel erhaben sein.

Der Grundgedanke von 2. c3 liegt darin, dass Weiß versucht, das Zentrum mit einem zweiten Bauern zu besetzen, während Schwarz bemüht sein muss, durch präzises Spiel den Ausgleich zu halten, der nach Meinung von Tiviakov nur durch 2. …Sf6 zu erzielen ist. Alle anderen Entgegnungen scheinen von vornherein schwächer zu sein. Besonders gegen stärkere Gegner ist Alapin recht erfolgversprechend, da Weiß bei Minimierung von Risiken kaum verlieren kann. Durch konsequente Spielkontrolle gelingt ihm in vielen Fällen mindestens ein Remis. Im Gegensatz dazu birgt die Eröffnung für die schwarzen Steine – wenn denn gezielt auf Sieg gespielt werden sollte – ein extrem hohes Risiko und schon mancher hoch eingeschätzte Schwarze ist von der Stärke der weißen Position quasi überrollt worden.

Es liegen Partien von Tiviakov gegen Van der Wiel, Krasenkov, Zarkua, Berkvens, Cifuentes Parada, Espig, Parligras, Karjakin, Bosch, Kramnik, Timman, Stellwagen, Rahman, Carlsen, Kulaots vor – zugegeben nicht alles weltbekannte Größen mit weltmeisterlichen Qualitäten, jedoch Großmeister allemal – aber das, was dem Schachbegeisterten geboten wird, ist von großer spielerischer und taktischer Qualität. Die Partiebeispiele, die überwiegend aus den Jahren 2003 bis 2007 stammen (einige Highlights sind aus den Jahren 1989, 1994 und 1995), zeigen einen guten Überblick dieser Eröffnungstheorie. Wer Vereinsschach spielt, sollte sich meines Erachtens unbedingt mit diesem Software-Training beschäftigen, es bringt für Weiß und Schwarz weitreichende Erkenntnisse mit sich. Gewöhnungsbedürftig (zumindest für meine Ohren) ist das radebrechende Englisch des Großmeisters, dem man nur mit Mühe sprachlich folgen kann.

Fazit: Für ambitionierte Schachspieler/-innen ist auch dieses Werk ein Muss, um in Vereinskämpfen oder bei Turnieren gewappnet zu sein.

Systemanforderungen: Pentium-Prozessor mit 300 MHz, 64 MB RAM, Windows XP oder Vista, DVD-ROM-Laufwerk, Maus und Soundkarte.

Zur Originalrezension.


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