Spannung und Spannungen in Istanbul

10.06.2003 – Die Europameisterschaft in Silivri verläuft spannend, aber nicht ohne Spannungen. So mussten die Frauen erst um die ursprünglich zugesagten 17 WM-Plätze kämpfen. Zwischendurch waren drei Plätze verloren gegangen. Aber wer weiß schon, ob und wo die nächste Weltmeisterschaft der Frauen überhaupt stattfinden soll. Außerdem wunderte man sich, dass das Preisgeld statt wie ausgelobt in Euro, als Dollar-Betrag ausgezahlt werden soll. Da gibt es noch Fragen. Trotz dieser "Kleinigkeiten" macht die Europameisterschaft in der Türkei den Spielern Spaß. Gut findet man die Idee, den Frauen- und Männerwettbewerb am gleichen Ort auszutragen. Yannick Pelletier (Foto, mitte) findet die Idee auch gut. Anna Dergachova berichtet. Bericht und Fotos von Anna Degachova...

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Die Europameisterschaft 2003 in Silivri
Von Anna Dergachova-Daus

Als ich mich entschloss an der Europameisterschaft als Spielerin teilzunehmen, dachte ich nichts ist einfacher als beides zu kombinieren, etwas Journalismus und ein bisschen Schach. Aber weit gefehlt! Ein guter Start lies meine Hoffnungen steigen, und die Vorbereitung nahm so viel Zeit in Anspruch, dass ich kaum wahrgenommen habe, wo ich mich überhaupt befinde. Nachdem ich dann zwei Partien hintereinander verloren habe, entsann ich mich, dass meine eigentliche Aufgabe die Berichterstattung ist. Und dass werde ich jetzt mit Vergnügen tun.

Wir befinden uns also in Istanbul. Der Hauptstadt der Türkei. Obwohl von Hauptstadt kann keine Rede sein, da ich außer dem Flughafen (übrigens richtig modern) und ein paar Gebäuden während der Busreise zum Hotel, noch nichts gesehen habe. Das Hotel liegt ungefähr 75 km von der Stadt entfernt, steht einsam an einer Strasse und ist nur vom Meer umgeben. Das Leben spielt sich also ausschließlich hier, im Princess Hotel ab. Na ja, die versprochene 5 Sterne sind es natürlich nicht, ich würde es höchstens auf 3,5 einschätzen.

Kaum waren wir angekommen, erhielten wir von den Männern, die bereits drei Tage früher begonnen haben, die  ersten Warnungen: Konstantin Sakaev und noch drei weitere Schachspieler wurden nachts im Schlaf beklaut.


Sauer: Konstantin Sakaev

Seitdem verbarrikadiere ich meine Tür bevor ich schlafen gehe. Viele Spieler und Spielerinnen empfinden die Preise als unverschämt teuer. Warum müssen wir für die ganzen Funktionäre der FIDE und der Türkei zahlen - solche Spruche bekommt man häufig zu hören.


Zurab Asmajparashivili, Super-GM und Schachfunktionär.


Elina Danielian, Olga Alexandrova


Die frühere Weltmeisterin Nona Gaprindshvili (62)


Die holländische Delegation: (von rechts:) Yvette Seirawan-Nagel, Peng Zhaoquin, Binanca Muhren und Thea Bosboom-Lanchava


Antoaneta Stefanova (Bulgarien) ist die Nummer Eins der Frauenweltrangliste (Judit Polgar nicht mitgerechnet)


Alisa Galliamova führt nach sieben Runden sensationell mit 6,5 Punkten

Nach der Eröffnungszeremonie gab es eine technische Sitzung, wo den Frauen zunächst gesagt wurde, es geht nun nicht um die vorher versprochenen 17 Plätze für die WM, sondern nur um 14.

Warum, fragten alle empört, das Turnier ist doch richtig stark besetzt, viel stärker als alle vorher ausgetragenen Meisterschaften. Nach langem hin und hier kam Boris Kutin, der Präsident der Europäischen Schachunion,  zu uns und erklärte feierlich, dass es nun doch um die vorgesehene 17 Plätze geht. Großzügig, nicht war? Doch es ging noch weiter, die Damen setzten sich zusammen und schrieben einen Brief an Boris Kutin, indem sie sich über den Preisfond beschwerten (der wohl vorher in Euro versprochen wurde und nun in Dollar ausgezahlt werden soll). Sie wollten auch wissen, wofür sie eigentlich kämpfen. Bis jetzt ist weder ein Termin, noch ein Ort für die kommende WM bekannt. Warten wir ab, ob es was bringt.


Boris Kutin (mitte)


Svetlana Matveeeva, (Russland) Nummer 11 der Frauenweltrangliste


Ekaterina Kovalevskaia (Russland)


Alisa Galliamova (Russland) , Nummer 7 der Frauenweltrangliste


Tatiana Kosintseva (17, Russland), Nummer 16 der Weltrangliste der Frauen


Victorija Cmylite (Litauen)


Maria Kouvatsou (Griechenland)


Marta Zielinska (Polen), Natalia Zhukova (Ukraine, hinten)


Ketevan Arakhamia Grant (Georgien)


Ekaterina Polovnikova

Doch abgesehen von diesen "Kleinigkeiten" ist alles wie es bei der Europameisterschaft sein sollte. Und alle finden die Idee beide Turniere zusammen auszutragen richtig gut.


Yannick Pelletier findet die Idee auch gut, beide Turniere zusammen auszutragen. Links im Arm Elisabeth Pähtz, rechts im Arme Monika Seps

Abends versammelt sich die Gesellschaft unten im Foyer. Es wird fleißig gewürfelt, Karten und natürlich auch Schach gespielt.


Agababean, Shumiakina und Nona Gaprindshvili (re.) beim Würfeln.


Alexander Huzman (li.) und Boris Avrukh aus Israel. Huzmann schaut kritisch und hat wohl kein so gutes Blatt. Avrukh scheint sehr zufrieden.


Englischer Tisch: ChessBase Magazin Autor Peter Wells mit charmanten Gesprächspartnern: Jovanka Houska und Heather Richards.


Das frühere Wunderkind Luke McShane ist inzwischen auch schon 19 Jahre alt und darf Bier trinken, oder ist es Apfelsaft?


Eva Moser (Österreich)

Morgens ist natürlich Schwimmen und Sonnenbaden angesagt. Direkt im Meer zu schwimmen ist leider nicht besonders schön,  zu viele Algen liegen liegen am Strand herum. Dafür gibt es einige Pools mit Meerwasser - schön salzig und sauber -, und ein Schwimmbad mit Sauna.


Am Pool:
Svetlana Petrenko und Karolina Smokina.

Auch für  Sportliebhaber, wie Pia Cramling, gibt es Möglichkeit sich in Form zu halten - das Fitnesszentrum. 


Pia Cramling im Fitnesscenter

Nach dem Mittagessen ein erfrischender Spaziergang und dann ran an die Partie.


Sergei Rublevski


Sergey Movsesian



Elisabeth Pähtz

Da Männer und Frauen in unterschiedlichen Räumen spielen und die Zeitkontrolle ziemlich knapp ist, habe ich bisher noch nicht sehr viele Spieler am Brett fotografiert. Aber ich werde mich bessern. Einen ersten Eindruck habt ihr aber glaube trotzdem bekommen. Jetzt verabschiede mich zunächst einmal für 1 Woche.


Jessica Nill mit Begleitung, Ketino Kachiani-Gersinska und Almira Skripchenko


Elina Danielian (li.), Yvette Seirawan-Nagel (m.r.). Vassily Ivanchuk macht Faxen.


Alexander Graf (re.) entspannt


Igor Glek auf der Suche nach Neuerungen im Internet


Viktor Bologan spielt als Sieger des Aeroflot-Open im Sommer in Dortmund mit und ist etwas verspannt.


Loek van Wely (li.) und Vladislav Tkachiev unterhalten  sich über Frauen und Sportwagen.


Ivan Sokolov und Suat Atalik


Das holländische Team ist fröhlich: (v.l.) Thea Bosboom-Jangchava, Bianca Muhren und Peng Zhaoquin


Ex-Europameisterin Natalia Zhukova (re.) im Gespräch


Demnächst EU: Joanna Dvorakovskaia (mitte) und Marta Zielinska (re.) aus Polen


Die Schlacht am Büffet: Vadim Milov und Yannick Pelletier aus der Schweiz

 

 

 

 


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