Taktisch punkten in der Najdorf-Variante

von Marco Baldauf
07.08.2014 – Ob GM oder Vereinsspieler: die Najdorf-Variante spielen beide gern. Vielleicht wegen der vielen taktischen Möglichkeiten. Niclas Huschenbeth, Kenner und Fan des Systems, erläutert auf seiner "Taktik-Turbo Najdorf" DVD jetzt die wichtigsten taktischen Möglichkeiten für beide Seiten. Marco Baldauf hat sich in den Najdorf-Taktik-Dschungel gewagt. Mehr...

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Viel Arbeit, viel Gewinn: Taktik-Turbo Najdorf

Niclas Huschenbeth, Taktik-Turbo Najdorf

Die Najdorf-Variante des Sizilianers ist eine der meist gespielten Eröffnungen der jüngeren Schachgeschichte. Fischer und Kasparov waren treue Verfechter dieses Systems, heute vertrauen Spitzengroßmeister wie Grischuk, Nakamura, Anand oder Topalov der Variante. Auch auf breiterer Vereinsebene wird Najdorf eifrig gespielt. So wurden laut MegaBase 2014 in den letzten Jahren ca. 8000 Partien pro Jahr mit Najdorf eröffnet. Najdorf wird damit deutlich häufiger gespielt als z.B. die Sveshnikov-Variante (ca. 2000 Partien pro Jahr) oder der Drachen (ca. 3000 Partien).

Bei Vereins- und Spitzenspielern beliebt: Die Najdorf-Variante

Niclas Huschenbeths DVD "Taktik-Turbo Najdorf" will dem Käufer kein umfassendes Repertoire an die Hand geben, sondern Einblick in die wichtigsten taktischen Motive der Najdorf-Variante.

Vereinfachend kann man dabei zwei Kategorien von Opfern unterscheiden:

1. Einfache Kombinationen, das heißt, ich opfere kurzzeitig Material, das ich wenige Züge später forciert zurückgewinne, so genannte Scheinopfer.
2. "Echte" Opfer, das heißt, ich weiß nicht, ob und wann ich das geopferte Material zurückgewinne, habe aber Kompensation für meine materiellen Nachteile.

"Taktik-Turbo Najdorf" konzentriert sich fast ausschließlich auf den zweiten Fall, das intuitive oder echte Opfer. Das stellt beide Spieler vor wesentlich höhere Herausforderungen als das Scheinopfer, das schlicht ein geschultes Auge des Taktikers voraussetzt.

Niclas Huschenbeth erläutert, wann das typisch sizilianische Springeropfer auf d5 funktioniert

In einem ersten Schritt stellt Huschenbeth die wichtigsten taktischen Motive der Najdorf-Variante einzeln vor, zum Beispiel das von Weiß gern gespielte Springeropfer auf d5 oder das schwarze Qualitätsopfer auf c3. In einem zweiten Schritt untersucht der Hamburger Großmeister, welche Bedingungen erfüllt sein müssen, damit das jeweilige Opfer funktioniert. Wann bekommt man lang anhaltende Kompensation, wann versandet die Initiative? Hier ist der Zuschauer gefragt. Denn je mehr Beispiele man sich anschaut und je gründlicher man Huschenbeths Analysen studiert, desto besser wird die eigene Intuition und umso leichter kann man in der praktischen Partie entscheiden, ob man opfern soll oder nicht.

Da Huschenbeth vor allem echte Opfer vorstellt, sind seine Beispiele oft komplex. Wie komplex merkt man spätestens dann, wenn man versucht, die Stellungen zu beurteilen, die am Ende forcierter Varianten entstehenn: steht Weiß besser, steht Schwarz besser, kompensieren die dynamischen Faktoren das geopferte Material oder gewinnt am Ende der Verteidiger? Nicht immer ist ein klares Urteil möglich. Dann resümiert Huschenbeth "verändert den Charakter der Stellung" oder "verschärft das Spiel". Schach ist eben ein schwieriges Spiel...

Doch die DVD analysiert nicht nur Opfer, sondern auch generell wichtige Themen der Najdorf-Variante, zum Beispiel die oft knifflige Frage, wann die Zeit für bestimmte Bauernvorstöße reif ist.

"a3 oder b3? Oder doch etwas völlig anderes?" In neun Beispielen lernen Sie Für und Wider der
diversen Möglichkeiten eines schwarzen Bauerdurchbruchs am Damenflügel kennen.

Zu jedem Motiv gibt es ein bis zwei Musterpartien und eine Reihe an Übungsaufgaben. Die DVD ist sehr interaktiv und Huschenbeth fordert immer wieder dazu auf, nicht nur den ersten Zug, sondern die verschiedenen Möglichkeiten der Verteidigung zu untersuchen und einen Variantenbaum zu erstellen. Da hier einiges an Rechenleistung vom Zuschauer erwartet wird, richtet sich die DVD vor allem an stärkere Spieler. Doch wer sich darauf einlässt und mit der DVD arbeitet, erhält gezieltes, systematisches, gut präsentiertes und qualitativ hochwertiges Training. Dadurch erzielt man in Zukunft wahrscheinlich nicht nur mehr Punkte mit oder gegen die Najdorf-Variante und anderen Sizilianisch-Varianten mit ähnlicher Struktur, sondern lernt auch besser rechnen und Schach spielen. Das macht die DVD für jeden (Sizilianisch)-Spieler interessant.

• Videospielzeit: 5 Std. 15 min (Deutsch)
• Interaktives Training mit Video-Feedback
• Exklusive Datenbank mit 50 Musterspartien
• Mit CB 12 – Reader
• 29,90 €

Beispielvideo

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Marco Baldauf, Jahrgang 1990 spielt seit seinem sechsten Lebensjahr Schach. 2000 und 2002 wurde er Deutscher Jugendmeister, seit 2014 ist er Internationaler Meister und spielt für die SF Berlin in der Bundesliga.
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