Widerstand gegen "Spielervereinbarung"

von André Schulz
09.05.2014 – Spätestens der Fall Bindrich hat gezeigt, dass der Schachbund seinen Spielbetrieb auf eine sicherere juristische Grundlage stellen muss. Nun hat der DSB den Vereinen eine "Spielervereinbarung" zugeschickt. Mit dieser sollen die Spieler der Mannschaften sich per Unterschrift den Regeln des Spielbetriebes unterwerfen. Doch es gibt Widerstand. Stellungsnahmen, Dokumente...

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Unterwerfungserklärung des Deutschen Schachbundes stößt auf Widerstand

In den letzten Jahren wurden eine Reihe von Betrugsvermutungen im Schach publik. Die Betrüger, oder vermeintlichen Betrüger, verschafften sich, manchmal mit der Hilfe eines "Komplizen", manchmal auch ohne solche Hilfe, Zugang zu technischen Geräten, auf den Schachengines installiert sind. In einigen Fällen saßen Helfer zuhause am Rechner und übermittelten ihrer Züge per Mobiltelefon, manchmal genügte schon die Schachengine auf dem Handy selbst, um auf hohem Niveau mithalten zu können.

Einige Spieler standen schon seit Jahren unter Verdacht. Doch niemand wagte öffentlich, seinen Gegner des Computerbetrugs zu bezichtigen. Zum einen steht man immer als schlechter Verlierer da, zum anderen fehlt jede Handhabe, um den Verdächtigten einwandfrei zu enttarnen und selbst dann gibt es kein juristisch unanfechtbares Verfahren, einen enttarnten Betrüger zu belangen.

Auf der anderen Seite steht die große Mehrzahl der normalen ehrlichen Schachspieler, Vereins- und Turnierspieler oder Profis, die im Traum nicht daran denken würde, jemals den Versuch zu unternehmen, mit Hilfe eines Rechners oder Mobiltelefons zu betrügen. Mit der Ausnahme der ganz wenigen Betrüger möchten diese Schachspieler einfach nur ihrem Hobby, ihrer Leidenschaft oder auch ihrer Profession nachgehen und selber gute Leistungen erbringen und ungestört eine schöne Partie spielen.

Leider haben die Verbände, insbesondere der Weltschachbund, das Problem des Computerdopings jahrelang ignoriert und sich stattdessen mit dem völlig überflüssigen medizinischen Doping auseinandergesetzt und die Spieler, in Deutschland dem Wunsch des DOSB folgend, mit unsinnigen Dopingproben belästigt. Dies rächt sich nun.

Der Schachbund befindet sich nun aber in einem Dilemma. Unternimmt er nichts, wird er in gehässigen Kommentaren ausgelacht, weil er sich von den Foulspielern auf der Nase herum tanzen lässt. Unternimmt er etwas und erlässt neue Regeln, gibt es Widerstand von den Spielern, die nur in Ruhe etwas Schachspielen möchten und überhaupt keine zusätzlichen Regeln brauchen. Bei der Betrachtung dieses Vorgangs sollte man aber nicht aus den Augen verlieren, dass nicht die Verbände "die Bösen" sind, die das Schach mit neuen Regeln "kaputt" machen, sondern die Foulspieler, die mit ihren Betrügereien die - zum Teil bisher ungeschriebenen, aber zwischen Gentlemen dennoch gültigen - Regeln brechen.

In der letzten Saison wurde der Bundesligaspieler Falko Bindrich dabei ertappt, wie er verbotenerweise sein Mobiltelefon mit auf die Toilette genommen hatte. Eine Überprüfung des Telefons, die die von ihm behauptete Unschuld leicht bewiesen hätte, verweigerte Bindrich. Gemäß den Regeln der Bundesliga wurde die Partie für ihn nun als verloren gewertet. Eine vom Schachbund ausgesprochen Sperre musste aber wieder aufgehoben werden, nachdem Bindrich mit seinem Anwalt dagegen vorgegangen war. Zudem hat Bindrich den Schachbund für die knapp drei Monate Verdienstausfall auf 68.000 Euro Schadensersatz verklagt. Bei diesen Einkünften fragen sich sicher viele, warum sie nicht auch Schachprofi geworden sind.

Der Schachbund hat dadurch festgestellt, dass er sein Spielbetrieb juristisch nicht gut abgesichert ist und hat für die nächste Saison eine Unterwerfungserklärung (Spielervereinbarung) vorbereitet, die Abhilfe schaffen soll. Allerdings gibt es Widerstand gegen diese Erklärung. Insbesondere der Godesberger Schachklub ist dagegen vehement vorgegangen.

Bodo Schmidt, 2. Vorsitzender des GSK hat in seinen Schreiben an Bundesturnierdirektor Ralph Alt und dessen Stellvertreter Jürgen Kohlstädt die Einwände des Klubs formuliert. Die Antwortschreiben der Vertreter des Schachbundes wurden vom Godesberger Schachklub ebenfalls zur Veröffentlichung weitergereicht und können per Link aufgerufen werden.

Alle Schachfreude sind eingeladen, in der Kommentarfunktion (am Textende) Beiträge zu diesem Thema beizusteuern.

 

Die Unterwerfungserklärung  (Spielervereinbarung)

 

 

 

 

 

Die Schriftwechsel zwischen dem Schachbund und dem Godesberger Schachklub

 

 

 

Mitteilung von Jürgen Kohlstädt...

Antwortschreiben mit Stellungnahme von Ralph Alt...

 

 

 

 

Anwaltliche Stellungnahme durch den Godesberger SK...

 



André Schulz, seit 1991 bei ChessBase, ist seit 1997 der Redakteur der deutschsprachigen ChessBase Schachnachrichten-Seite.
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cruser cruser 18.05.2014 07:24
@stratira :

b) Zitat: „Weltklassespieler sind ganz andere Verpflichtungen gewohnt...“

Weltklassespieler spielen um mehrstellige Beträge, wir spielen um die Ehre und zum Spaß.
Wer einen Vertrag unterschreibt, der nur Pflichten und keine Rechte hat, ist ein Trottel!

c) Zitat: „100% aller Schachspieler sollen unterschreiben...“

Für 99,99 % ist es selbstverständlich, dies Unterwerfungserklärung ist das Papier nicht wert und wird dadurch Betrug ausgeschlossen? (Hat die Todesstrafe Mörder von ihrer Tat je abgeschreckt?)

Andere Blickrichtung:
Haben Sie mit 14 Jahren unterschreiben müssen, daß Sie keine Frau vergewaltigen werden?
Warum? Na, Sie haben die technischen Mittel am Mann und könnten es tun.

Im Baubereich kann man Häuser nur mit einer Sicherheit von 95% wirtschaftlich bauen. Meiden wir deshalb Häuser?
Aber im fast unwichtigen Hobbybereich, beim Schach, soll es ein Problem sein, daß eine Handvoll von Schachspielern betrügen könnten gegenüber Zehntausenden ehrlichen Spielern?

d) Zitat: " Und daß es Vereine gibt, die bereit sind, den (nicht gesperrten) Betrügern noch Spielmöglichkeiten zu bieten ….“

Was ist das für eine Chance, drittklassig zu spielen, wenn man vor dem Betrugsvorwurf erstklassig gespielt hat? Dritte statt erste Liga ist doch eine Bestrafung und zeigt, das Betrug schwere Folgen haben kann.
Außerdem verdient nicht auch jeder Betrüger eine zweite Chance?

Zitat: „... mit technischen Hilfsmitteln antretende Spieler gefährden den Schachsport in einer noch nie dagewesenen Weise.“

Was für eine Übertreibung! Sie sollten Ihren Text überdenken und nicht spontan nachts um 01:09 Uhr reinstellen, sondern mal ne Nacht drüber schlafen.

Polaritätsgesetz:
Leben gibt es nicht ohne Tod. Wir wüßten nicht, was Gut ist, wenn wir nichts Schlechtes erfahren.
Alles bis ins Letzte regeln zu wollen, hat viel mit Naivität, Ängsten etc. oder mit Arbeitsbeschaffung für Juristen zu tun.

Im übrigen bin ich entsetzt, wie wenig Zuschriften erfolgen.
Ralf Callenberg Ralf Callenberg 15.05.2014 10:58
Ist eigentlich niemandem die Tragweite von 11.3 b) bewusst? Die Wahrung der Privatsphäre wird durch deutsche Gesetze sehr stark geschützt. Selbst Polizisten dürfen bei einer Person nur bei konkretem Verdacht einer Straftat eine Leibesvisitation durchführen. Ein Regelverstoß gegen eine FIDE Regel ist keine Straftat! Aus juristischer Sicht, die sich nicht um Schachregeln schert, wäre dies also eine verdachtsunabhängige Untersuchung. Eine solche Untersuchung und das Eindringen in die Privatsphäre ist daher völlig unverhältnismäßig. Kann sich jemand mal vorstellen, wie wohl nicht-schachspielende Eltern reagieren, wenn sie hören, dass ihre minderjährigen Kinder gemäß den Regeln des Schachs von irgendwelchen fremden Erwachsenen befummelt werden dürfen - oder dass diese bereits geschehen ist?
Paulus W Paulus W 14.05.2014 09:46
Was meines Erachtens beim Thema Untersuchung in der Erklärung fehlt, ist ein Hinweis darauf, das dies nur im konkreten Verdachtsfall durchgeführt werden da. Erstens, um die Personenrechte des Spielers zu schützen. Zweitens um Willkür vorzubeugen. Drittens, um einer juristische Anfechtung vorzubeugen, die meines Wissens nach beim Thema Leibesvisitation für "private Kräfte" einen zwingenden Ausnahmegrund vorschreibt - allgemeine Regeln werden gerne von den Gerichten einkassiert.

Insgesamt ist mir sowohl beim Thema als auch bei der Diskussion mehr als unwohl. Ich halte viel von der Unschuldsvermutung, dass 99% der Schachspieler und mehr nicht betrügen. Sollen die bisherigen Betrüger doch weiterbetrügen. Wir machen die Schachwelt ärmer, wenn wir alles bis ins Detail regeln wollen, um einen sehr kleinen Anteil das Handwerk zu legen.
Ich halte es für vollkommen ausreichend wenn alle aktiven Spieler vor einer Saison oder einem Turnier einen Ehrenkodex unterschreiben, in dem sie sich zum Spiel ohne elektronische Hilfsmittel verpflichten. Dann noch zwei bis drei Paragraphen in den jeweiligen Turnierordnung, die entsprechendes Verhalten sanktionieren mit klaren Angaben zu der Beweissicherung. Warum den Abschnitt in der Spielererklärung mit den Schiedsrichtermöglichkeiten nicht gleich in einen Paragraphen der TO giessen?

Solche meines Erachtens tiefgreifenden Eingriffe in die Persönlichkeitsrechte des Spielers sollten nicht durch eine einfache Erklärung amtlich gemacht werden. Vielmehr ist eine breite, transparente Diskussionen in den Gremien nicht nur notwendig sondern hilfreich.
Don Claudio Don Claudio 14.05.2014 10:49
Schach ist sicherlich besonders förderungswürdig. Man sollte sich aber einen anderen sinnvollen Grund dafür ausdenken. Denn Schach als Sport zu bezeichen ist allein schon deshalb absurd, da es sich beim Sport um einen Wettbewerb, bzw. Kampf handelt und man beim Schach diesen Kampf von vorneherein oder während des Spiels durch eine Vereinbarung eines Remis beenden kann. Dies widerspricht natürlich dem Gedanken des Sports vollkommen und sollte abgeschafft werden. Man stelle sich das bei einem Bundesligaspiel vor und frage die enttäuschten Zuschauer darüber.
eminenz eminenz 12.05.2014 09:16
Ich persönlich meine, dass das „online-Doping“ nicht richtig und konsequent angegangen wird. Eine Urinprobe hilft da sicher nicht. Das sollte offen mit Spielern und Vereinen diskutiert werden. Ich bin immer noch vom Guten überzeugt. Wichtig ist den Täuschungsversuch beweisbar zu belegen; wie das technisch realisierbar wäre, weiß ich nicht – evtl. sollte man die Hilfe der NSA erbitten (die hören doch alles mit), das wäre mal in der Sache nützlich.
stratira stratira 12.05.2014 01:09
@cruzer:

a) Nicht alle dritten Ligen sind betroffen, sondern nur die, die vom DSB direkt verwaltet werden. In der NRW-Oberliga wird die Erklärung meines Wissens (noch) nicht verlangt. Ich vermute mal, daß wir das in 1-2 Jahren ebenfalls bekommen werden.

b) Gerade die Weltklassespieler sind ganz andere Verpflichtungen gewohnt (Untersuchung mit Metalldetekdoren etc.), und unterschreiben bei Weltklasseturnieren etc. noch ganz andere Sachen.

c) Zitat: "Die 99,999% der ehrlichen Schachspieler sollen unterschreiben, daß sie nicht betrügen, was sie ohnehin nie riskieren würden?"

Ich sehe es so: 100% aller Schachspieler sollen unterschreiben, daß sie einen ehrlichen und sauberen Schachsport wünschen und unterstützen. Falls nicht, sollen sie am besten nicht unterschreiben (und nicht spielen) oder verpflichten sich, die aufgeführten Konsequenzen zu tragen.

d) Zitat: "Wer riskiert seinen Ruf? Welche Mannschaft würde solch einen Spieler akzeptieren?"

Etliche Fälle in den letzten paar Jahren (u.a. Bindrich, Kotainy und Natsidis, um nur einige exemplarisch zu nennen), zeigen doch, das es Spieler gibt, die bereit sind "foul"zuspielen und ihren Ruf zu riskieren. So ganz einfach ist es sicher nicht, Betrug zu entlarven, und mit zunehmender Technisierung und Miniaturisierung wird die Versuchung bestimmt auch nicht kleiner. Und daß es Vereine gibt, die bereit sind, den (nicht gesperrten) Betrügern noch Spielmöglichkeiten zu bieten, ist schon längst bewiesen. Und die gibts nicht nur in Österreich, wie User "flachspieler" in seinem Post (10.05., 02.42 Uhr) bereits erwähnte.

Mal so am Rande: kennt jemand eine Sportart, bei der während der Ausübung des Sports die Nutzung von Handys erlaubt/üblich ist? Mir ist jedenfalls kein Beispiel bekannt. Oder sollte Schach doch kein Sport sein? (Meines Erachtens ist Schach Sport). Dann bräuchte man sich nicht grämen, daß einem daß BMI die Sportfördermittel entzieht.

Mein Fazit lautet: Die 0,001% (+ x % Dunkelziffer) der unehrlichen, weil mit technischen Hilfsmitteln antretenden Spieler gefährden den Schachsport in einer noch nie dagewesenen Weise. Wenn nichts unternommen würde, würde die Anzahl der betrügerischen Fälle stark ansteigen. Hiergegen muß etwas getan werden. Eine der Möglichkeiten sind drakonische Strafen wie z.B. Sperren; die lassen sich aber juristisch scheinbar nur mit dem Mittel der Unterwerfungserlärung/Spielervereinbarung durchsetzen.

Prinizipiell bin ich also Befürworter.

Kritik am tatsächlichen Text der Vereinbarung habe ich aber auch, nämlich das nebenbei auch noch andere Nebenkriegsschauplätze (Stichwort: sexuelle Selbstbestimmung, NADA-Doping Code) noch mit verwurstet werden sollen, und auch die aus der DSB-Satzung abgeschriebene Drohung mit Geldbußen bis zu 1.000€ für nicht genau genannte Delikte stört mich sehr, um nur zwei Beispiele zu nennen. Hier sollte bis zur Saison 15/16 noch nachgearbeitet werden.

eminenz eminenz 11.05.2014 08:16
ich freue mich, dass eine breite Diskussion in Gang kommt.
cruser cruser 11.05.2014 06:45
Dank an den Godesberger Schachklub und Herrn Bodo Schmidt für ihren Einsatz!
Diese Unterwerfungserklärung ist wie mit Kanonen auf Spatzen.
Es geht nicht nur um die erste Liga mit 300 Spielern, wo der Betrugsvorwurf vorkam, nicht nur die zweite Liga mit etwa 640 Spielern, nein, auch die dritte Liga mit etwa 1.800 Spielern.
3.000 Schachspielern, die Besten von Deutschland, wird unterstellt, daß sie betrügen könnten, weil einer in der 1. BL und das ist nicht einmal bewiesen, betrogen haben soll.
Auch Weltklassespieler wie Anand, Aronian etc. will man damit belästigen?

"Bei Jugendlichen/Kindern unter 18 Jahren: Einverständnis durch den/die Erziehungsberechtigten"
Die Eltern fassen sich doch an den Kopf. Schachspieler = Betrüger?
Was für eine Zumutung und Verschwendung von Lebenszeit sich mit dieser Materie auseinandersetzen zu müssen.
Wollten das die "Väter" dieser Unterwerfungserklärung? Und wer kontrolliert die Erklärungen Jahr für Jahr?

Ich unterstelle den besten Schachspielern, daß sie deshalb so gut sind, weil sie das Schachspiel am meisten lieben und effektiv trainieren. Wer betrügt, schadet sich doch selbst.
Auch scheint mir das Prinzip verkehrt. Die 99,999% der ehrlichen Schachspieler sollen unterschreiben, daß sie nicht betrügen, was sie ohnehin nie riskieren würden?
Betrüger fliegen ohnehin sehr schnell auf. Die Engine, die sie benutzen, würde sie enttarnen. Wer riskiert seinen Ruf? Welche Mannschaft würde solch einen Spieler akzeptieren? Und welcher ehrliche Spieler würde nicht alles daran setzen, seine Unschuld zu beweisen, also auch sein Mobiltelefon vorzuzeigen?
Bemerkenswert weltfremd finde ich die neue FIDE-Regel 11.3. b: „Während des Spiels ist es einem Spieler verboten, ein Mobiltelefon und/oder ein anderes elektronisches Kommunikationsmittel im Turnierareal bei sich zu haben. Wenn es offenbar ist, dass ein Spieler ein solches Gerät in das Turnierareal gebracht hat, verliert er die Partie.“
So kann man Schach kaputt machen.
eminenz eminenz 10.05.2014 07:45
Falko Bindrich spielt ein ganz böses Spiel, dass dem Schach unerträglich schadet.
Die Verdienstausfallforderung, die er einklagt, ist eine Frechheit.
Ein ehrlicher Schachspieler ist sicher selber am Beweis seiner Unschuld interessiert.
Ingo Zachos Ingo Zachos 10.05.2014 03:51
Das Problem, das seit Jahren toleriert wird, das Spieler der BL und anderer Ligen des DSB in der gleichen Saison im Ausland spielen sollen, ist alt. Nicht einmal im Europapokal spielen sie für die DSB-Mannschaften. Hier wäre eine Spielervereinbarung viel sinnvoller. Aber dort, wo sie wirklich nützlich wäre, wird sie nicht eingesetzt. Stattdessen da, wo die Regeln und das deutsche Gesetzt (§ 263 StGB) eindeutig sind, einen Schnellschuß zu wagen, der juristisch unsinnig ist, zeigt, in welche Richtung sich die BL (leider) entwickelt...
flachspieler flachspieler 10.05.2014 02:42
> Betrüger fliegen ohnehin raus, sobald sie erwischt werden.

Es wäre schön, wenn es so klar wäre. Einer der im Hauptartikel
genannten Spieler hat nach seiner Aktion vom Oktober 2012 munter
weiter Mannschaftskämpfe in Österreich und der Schweiz gespielt.
Deutsche Bundesligisten wollten ihn nicht mehr.
Ein deutscher Drittligist hat die Möglichkeit genutzt, diesen Spieler
günstig unter Vertrag zu nehmen - und lässt ihn auch Kurse zum
Thema "professionelle Nutzung aktueller schachsoftware"
halten.
Ingo Zachos Ingo Zachos 10.05.2014 01:54
Das sind doch eher Hilflosigkeitserklärungen.

Betrug ist nach allen Regeln verboten. Die Erklärungen sind unnötig und bestenfalls redundant, wenn nicht eine Zwangsmaßnahme (wer den Unsinn nicht unterschreibt darf nicht mitmachen) gegen Vereine und Spieler.

Also bitte den Ball flach halten, diese unsäglichen Erklärungen vergessen, und statt der Possenspiele wieder Schach spielen und Betrüger fliegen ohnehin raus, sobald sie erwischt werden.
luchle luchle 09.05.2014 08:46
Hallo,

Ich bin nicht der Meinung, daß eine so elematar wichtige Frage unter Ausschluss der Öffentlichkeit diskutiert werden soll. Ohne Transparenz in der Diskussion kann es keine allgemeine Akzeptanz des Ergebnisses geben.
Meiner Ansicht ist die vorgelegte Unterwerfungserklärung ein Schnellschuss mit einer Menge - sowohl juristischer als auch inhaltlicher - Fehler, wie auch der Vertreter des GSK gut aufzeigt. Sie ist für die Schiedrichter nicht hilfreich und erscheint mir zur Bekämpfung des Übels nicht von praktischem Nutzen. Sie ist allenfalls eine "seht-her-wir -tun-ja-was"-Aktion, womöglich zur Befriedigung externer Wünsche ( bspw. des BMI, von dem hier ja schon die Rede war?).
Gleichzeitig rasiert sie eine Reihe rechtstaatlicher Errungenschaften, womit sie dann, kurz gesagt, eindeutig mehr schadet als hilft.
Ich finde es legitim, die Erklärung (in dieser Form) nicht zu unterschreiben, und ich bin gleichzeitig sicher, das alle notorischen Betrüger (falls existent) sie ohne mit der Wimper zu zucken unterschrieben zurücksenden werden. Sie sind von ihr nicht besonders bedroht.
Lt Marseille Lt Marseille 09.05.2014 05:55
Sehr geehrte Schachfreunde,

mit diesen Geschehnissen und der Meinung von Herrn Schulz der Fa. Chessbase wird nun offenbar, dass viele Jahre lang Unterlassungssünden begangen worden sind. Ich sollte - noch in meiner Funktionärsfunktion des nds. Schachverbandes als Referent für Ausbildung - eine ähnliche Formulierung gegen Doping formulieren, sehr vergleichbar der obigen Unterlassungserklärung. Da sollte ebensolcher Unfug stehen wie in der Präambel der Unterlassungserklärung, weswegen ich das Formulieren lieber unterließ. Was sollen denn diese Formulierungen zur Gewaltablehnung und zur sexuellen Mitbestimmung? Das geht doch - wie einiges Andere obig auch - vollkommen an der eigentlichen Sache vorbei.

Dabei ist unbestritten, dass ein solches Agreement her muss, aber doch bitte kurz und knapp und gegen den Betrug mit elektronischen Hilfsmitteln unter Stärkung der Rolle des Schiedsrichters gerichtet.

Die Öffentlichkeit dieser Diskussion schadet nur, und was die permanente Anbiederung an die Sportbünde bzw. den so genannten DOSB erbracht hat, haben wir gestern gesehen, als kommentarlos durch das BMI alle Zuschüsse gestrichen wurden.

Also: Eine Einverständniserklärung aller Beteiligten, die einfach besagt, "dass elektronische Hilfsmittel mit adäquaten, das heißt nicht mit zerstörerischen elektronischen Hilfsmitteln vom Schiedsrichter jederzeit überprüft werden können, ggf. auf Antrag von ..." reicht. Übernehmt obige 3 Sätze, und schon habt Ihre einen Passus für die TO der Bundesliga e.V. und auch für alle anderen untergeordneten Turnierordnungen.

Ich habe fertig, viele Grüße, L.K.
E2nO E2nO 09.05.2014 05:12
Dann spielt der GSK eben nicht mehr mit. Wo ist das Problem? Das die vorhatten Falko Bindrich zu melden und deshalb das Theater machen, kann ich mir aber beim besten Willen nicht vorstellen :-)

Auch wenn in der Sache sicherlich der GSK bei machen Punkten recht hat - die Frage lautet doch ganz einfach: Wollen der Vereine/Liga beim nächsten Betrugsskandal wieder wie die Dummen dastehen (weil man "Animositäten" bei der Unterwerfungserklärung hatte) - oder zeichnet (bzw. lässt zeichen) die bestehende mit Bauchschmerzen und nutzt die kommende Session die zu verbessern.

Für mich persönlich ist das vollkommen klar: Verbands-juristische Sicherheit jetzt - Feilen an Details später. Nicht umgekehrt!
Krennwurzn Krennwurzn 09.05.2014 05:08
Leider ist so eine Unterwerfungserklärung unerlässlich - die Alternative ist Wehrlosigkeit für die Ehrlichen!
flachspieler flachspieler 09.05.2014 03:56
Hallo allerseits,

nach dem Lesen aller Dokumente habe ich den Eindruck, dass
das Hauptproblem darin besteht, dass die in der zweiten
Jahreshälfte 2013 publik gemachten Informationen beim
SK Godesberg nicht gelesen worden sind. Schade.

Zum anderen ist es kein idealer Zeitpunkt, diesen Streit
jetzt, wo das Innenministerium uns gerade alle Zuschüsse
streicht, in aller Öffentlichkeit zu führen. Vor dem Hintergrund
sollte insbesondere der SK Godesberg überlegen, ob er seine
Bedenken nicht besser weiterhin in den verbandsinternen
Kanälen vorbringt. Ein erster Schritt könnte sein, die
jetzt ins Netz gehängten Dokumente wieder zu löschen.
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