Worldcup: Eljanov und Giri weiter

von André Schulz
24.09.2015 – Gestern geriet Hikaru Nakamura durch seine Schwarz-Niederlage gegen einen bestens aufgelegten Pavel Eljanov in Rückstand, heute hatte der US-Amerikaner nie die Chance, den Rückstand auszugleichen. Nach einem Remis ist Nakamura ausgeschieden. Neben Eljanov gelang auch Anish Giri gegen Maxime Vachier-Lagrave der Einzug in die nächste Runde. Wei Yi und Peter Svidler sowie Sergey Karjakin und Shahkriyar Mamdyarov entscheiden es nach je zwei Remis morgen im Stichkampf. Mehr...

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Die 5. Runde, zweiter Umgang, kurz vor dem Start

Sergey Karjakin musste gestern gegen Shakhryar Mamedyarov seine ganzen Verteidigungskünste aufbieten, um eine schwierige Partie am Ende remis zu halten. Heute dauerte die zweite Partie der beiden Kontrahenten im Worldcup-Viertelfinale gerade einmal 14 Züge. Dann akzeptiere Karjakin das Remisangebot seines Gegenübers. Morgen wird die Entscheidung dann also im Schnellschach - oder vielleicht im Blitzschach fallen.

Der jüngste Spieler im Feld der letzten Acht ist der Chinese Wei Yi. Sein Weg in diese Runde führte ihn über Saleh Salem, Yury Vovk, der ihm große Schwierigkeiten bereitete, Alexander Areshchenko und seinen Landsmann Ding Liren. Schon vor zwei Jahren ließ Wei Yi, damals erst 14 Jahre alt, aufhorchen, als er beim Worldcup in Tromsö erst Ian Nepomniachtchi, dann Alexei Shirov rauswarf, bevor ihn Shahkriyar Mamedyrov stoppen konnte. Inzwischen gehört der nun 16-Jährige schon zur Weltelite und wird als möglicher kommender Weltmeister gehandelt.

Gestern endete die erste Partie gegen Peter Svidler remis. Heute wählte der Chinese mit Weiß gegen Svidlers 1...e5 die Italienische Partie und übernahm dann das Erfolgsrezept von Sergei Tiviakov aus dessen DVD, Angreifen mit Spanisch und Italienisch, d.h. lange Rochade und Angreifen gegen den kurz rochierten schwarzen König. Die Partie nahm aber nicht den gewünschten Verlauf. Entweder fand Wei Yi nicht die richtigen Angriffszüge oder Svidler verteidigte sich zu gut. Remis, und morgen geht es auch hier weiter mit dem Stichkampf.

Pavel Eljanov ging gegen Hikaru Nakamura - nach dem Ausscheiden zahlreicher Topspieler für viele nun der Favorit auf den Turniersieg - durch eine strategische Meisterleistung in Führung. Heute musste Nakamura also auf den vollen Punkt spielen, um das Match auszugleichen. Nach Beginn mit der Englischen Eröffnung sorgte allerdings Pavel Eljanov dafür, dass erst einige Leichtfiguren, dann die Damen getauscht wurden.

Die Position mit symmetrischer Bauernverteilung vermittelte nicht mal ansatzweise das Gefühl, dass hier jemals ein Ungleichgewicht entstehen könnte. Das kam dann auch nicht zustande. Nakamura fügte sich in sein Schicksal und gab die Partie remis.

Pavel Eljanov ist erster Semifinalist

Im Hinblick auf die Qualifikation zum Kandidatenturnier ist das Ergebnis für Nakamura ohne Belang. Er ist ohnehin dabei. Wäre Nakamura aber bis ins Finale des Woldcups vorgestoßen und hätte sich über diesen Weg für das Kandidatenturnier qualifiziert, dann wäre Dmitry Jakovenko als Dritter der Grand-Prix-Serie ebenfalls ins Kandidatenturnier nachgerückt. Im Worldcup wurde Jakovenko von Eljanov in der Runde zuvor rausgeworfen. Nun hat Eljanov Nakamura ausgeknockt und damit indirekt auch wieder Jakovenko getroffen. In der Summe wurde Jakovenko also von Eljanov gleich zweimal ausgeknockt.

Nakamura nahm seine Ausscheiden aus dem Turnier sportlich:

 

Unter den Spitzenspielern herrscht inzwischen offenbar eine gewisse Müdigkeit, immer wieder die gleichen nahezu ausanalysierten langen Varianten der Grünfeld-Verteidigung herunterzubeten. Oder aber es gibt keinen Weg für Weiß auf Vorteil zu spielen. Nach 1.d4 Sf6 2.c4 g6 wählte Mamedyarov gegen Caruana 3.Lg5, wonach die Partie einen ganz anderen als von Caruana geplanten Charakter erhielt. Heute zog Anish Giri gegen einen anderen Grünfeld-Epigonen, Maxime Vachier-Lagrave, 3.Sf3 und 4.e3, ließ den Sb1 also erst einmal auf seinem Ausgangsfeld, um die Grünfeldidee nach d5, cxd5 und späterem Sd5xc3 zumindest nicht in Reinkultur zuzulassen. Der Franzose kam aber bald danach doch noch zu seiner Spielidee und schickte das typische Grünfeld-Bauernopfer nach dxc5 auch noch hinterher. Allerdings war es hier nicht so wirkungsvoll wie sonst. Giri hielt den Bauern fest und Vachier-Lagrave musste um das Remis kämpfen, doch vergeblich.

Giri - Vachier-Lagrave

 

 

Grünfeld, nein danke!

 

 

Ergebnisse

Name G1 G2 R1 R2 R1 R2 B1 B2 SD Total
Peter Svidler (RUS) 1/2 1/2               1.0  
Yi Wei (CHN) 1/2 1/2               1.0
                   
Anish Giri (NED) 1/2 1               1.5  
Maxime Vachier-Lagrave (FRA) 1/2 0               0.5
                   
Hikaru Nakamura (USA) 0 1/2               0.5  
Pavel Eljanov (UKR) 1 1/2               1.5
                   
Shakhriyar Mamedyarov (AZE) 1/2 1/2               1.0  
Sergey Karjakin (RUS) 1/2 1/2               1.0

 

 

Partien

Partien der Runde 5

 

 

 

Partien der Runden 1 bis 4

 

 

 

 

Fotos: Turnierseite


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Turnierseite...


Themen Worldcup 2015

André Schulz, seit 1991 bei ChessBase, ist seit 1997 der Redakteur der deutschsprachigen ChessBase Schachnachrichten-Seite.
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André André 25.09.2015 12:49
@Arrollado. Stimmt 59.Kg6 gewinnt auch, ist nur etwas komplizierter. Wurde im Kommentar geändert. Danke für den Hinweis!
arrollado arrollado 24.09.2015 05:43
Hallo,
59.Kg6? es ist nicht remis, Weiß am Zug.
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