Zum Tode von Vladimir Budde

07.09.2011 – Am 8. August starb in Aachen FM Vladimir Budde. In Wuppertal geboren, wurde Budde 1970 Deutscher Jugendmeister U18, 1972 Deutscher Jugendmeister U20. Wegen eines Chemiestudiums zog Budde nach Aachen, war als Schachprofi in der 1. und 2. Bundesliga aktiv, davon lange Jahre für die SG Bochum und machte sich als Autor vieler Schachbücher einen Namen. Neben Lehrbüchern schrieb er als einer der ersten eine Biografie über Garry Kasparov. Darüber hinaus veröffentlicht Budde ein Chemie-Lehrbuch und ein Buch über das chinesische Schach Xiangzhi. Budde war in der Aachener Künstlerszene aktiv und spielte zuletzt Schach beim SV Würselen. Vladimir Budde wurde 58 Jahre alt. René Gralla würdigt den Auto und Künstler mit einem kleinen Nachruf. Nachruf...

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FM Vladimir Budde ist gestorben

Das Deutsche Schach hat eine seiner schillerndsten Persönlichkeiten verloren: FM Vladimir Budde, geboren am 24. Dezember 1952 in Wuppertal und zuletzt aktiv am Brett für den Schachverein Würselen 1926 e. V., ist, wie erst heute bekannt geworden ist, am 8. August 2011 im Alter von 58 Jahren in Aachen gestorben.

Hier ein seltenes Fotodokument, das Vladimir Budde am Rande der Deutschen Meisterschaft 2004 zeigt:

http://www.dem2004.schach.com/berichte/runde4_budde.jpg

Der gelernte Chemieingenieur und spätere Schachprofi in der 1. und 2. Deutschen Bundesliga hat sich vor allem als Buchautor einen Namen gemacht. Unter anderem schrieb er eine der ersten Biographien über Garri Kasparow. Außerdem zählt Vladimir Budde zu den Pionieren des chinesischen Schachs "XiangQi" in Deutschland. Er hat dazu Mitte der 80-er Jahre ein Lehrbuch im Joachim Beyer Verlag herausgebracht. Das Manual ist mittlerweile vergriffen, kann aber als antiquarische Ausgabe zum Beispiel bei Amazon.de erworben werden.

Eine Liste des umfangreichen publizistischen Werks von Vladimir Budde - darunter sogar ein Schullehrbuch der Chemie - findet sich in seiner Wikipedia-Biographie: http://de.wikipedia.org/wiki/Vladimir_Budde

Die größten sportlichen Erfolge von Vladimir Budde waren seine ersten Plätze beim Metz Open 1980 und bei der Offenen Holländischen Meisterschaft 1983.

Eine der bekanntesten Partien von Vladimir Budde - der keine einfache Persönlichkeit war, sondern ein Mensch mit Brüchen und Widersprüchen, die ihm zeitweilig sogar sehr zu schaffen machten - ist indes noch nicht einmal ein Sieg, sondern eine sehr unterhaltsame Niederlage, die er mit einem bemerkenswerten Sinn für Humor, der nicht einmal Rücksicht auf die eigene Person nahm, in einer Begegnung komponierte gegen den Hamburger Peine während der 24. Deutschen Jugendeinzelmeisterschaft 1970 in Uelzen (hier die Abschlusstabelle: http://teleschach.com/dsj/dsj-dm70w.htm). Das Match gipfelt in einem lustigen erstickten Matt und ist besprochen worden zum Beispiel in einem ChessBase-Beitrag zu den wichtigsten Kombinationen der Schachgeschichte: http://de.chessbase.com/Home/TabId/176/PostId/303914.

Peine,Thomas - Budde,Vladimir [B29]
GER-ch U18 Uelzen (16), 02.08.1970

1.e4 c5 2.Sf3 Sf6 3.e5 Sd5 4.Sc3 e6 5.d4 Sc6 6.Sxd5 exd5 7.dxc5 Lxc5 8.Dxd5 Db6 9.Lc4 Lxf2+ 10.Ke2 0–0 11.Tf1 Lc5 12.Sg5 Sd4+ 13.Kd1 Se6 14.c3 a5 15.Se4 d6 16.exd6 Lxd6 17.Sxd6 Td8 18.Lf4 Sxf4 19.Dxf7+ Kh8 20.Dg8+ 1–0

Sein letzter Klub SV Würselen hat auf der Homepage des Vereins einen bewegenden Nachruf auf Vladimir Budde veröffentlicht:

www.schachverein-wuerselen.de/index.php/nachruf-auf-vladimir-budde

Vladimir Budde wird in der deutschen Schachszene fehlen.

Dr. René Gralla, Hamburg

 

 

 


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