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15.02.2010 – Heute jährt sich zum 25sten Mal der Abbruch des Weltmeisterschaftskampfes von 1984/85 zwischen Weltmeister Anatoly Karpov und seinem Herausforderer Garry Kasparov. Begonnen hatte der WM-Kampf am 10.September 1984. Nach fünf Monaten und 48 Partien gab es immer noch keinen Sieger, der damalige FIDE-Präsident Florencio Campomanes brach den Wettkampf beim Stand von 5:3 für Karpov - gegen bestehende Regeln - ab und kündigte eine Neuansetzung beim Stand von 0:0 an. Kasparov gewann die zweite Auflage und wurde jüngster Weltmeister. Die Vorgänge um den Abbruch sind nach wie vor nicht wirklich geklärt. Hier wurde jedenfalls die Saat für die Teilung der Schachweltmeisterschaften von 1993 gelegt. Mehr, mit Campomanes Interview...
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25 Jahre abgebrochener Wettkampf
Von André Schulz

Heute vor 25 Jahren, am 15. Februar 1985, wurde in Moskau der erste Wettkampf um die Weltmeisterschaft zwischen Titelverteidiger Anatoly Karpov und Herausforderer Garry Kasparov vom damaligen FIDE-Präsidenten Florencio Campomanes beim Stand von 5:3 für Karpov abgebrochen. Der Wettkampf war der längste der Schachgeschichte und umfasste bis zum Abbruch 48 Partien. Begonnen hatte er am 10.September 1984, hatte also fünf Monate gedauert.



Der Wettkampf wurde nach der von Bobby Fischer einst geforderten Regel auf sechs Gewinnpartien gespielt. Der 21-jährige Kasparov begann den Wettkampf sehr ungestüm und lag nach neun Partien mit 0:4 zurück. Dann änderte er seine Wettkampfstrategie, adaptierte die Eröffnungen seines Gegners und versuchte vor allem nicht mehr zu verlieren. Die folgenden siebzehn Partien endeten allesamt remis. Kasparov verlor die 18.Partie, es folgten fünf weitere Remis, dann begann das Blatt sich langsam zu wenden. Der Herausforderer gewann die 32.Partie. Nach vierzehn weiteren Remis gewann Kasparov die 47. und die 48.Partie. Dann brach der inzwischen herbei geeilte Campomanes den Wettkampf ab und kündigte eine Wiederaufnahme beim Stand von 0:0 an.

Zu den Ereignissen in Zusammenhang mit dem Abbruch des Wettkampfes gibt es voneinander abweichende Darstellungen, z.T. verbunden mit Verschwörungstheorien, die ihren Ausgangspunkt aber in tatsächlich geschehen Vorgängen haben.

Kasparov hat in zahlreichen Interviews und in seinem Buch "Politische Partie" (Droemer, 1987) den Abbruch als Komplott des von Karpow gesteuerten sowjetischen Schachverbandes und der von Campomanes geführten FIDE gegen ihn beschrieb. Campomanes hat dies stets von sich gewiesen. Raymond Keene hat in mehreren Artikeln eine Beschreibung der Vorgänge gegeben. Schließlich hat Edward Winter eine Reihe von z.T. sich selbst widersprechenden Äußerungen Beteiligter aufgelistet und versucht, daraus eine Deutung zu gewinnen.

Im Video-Interview mit Frederic Friedel hat der heutige Ehrenpräsident der FIDE seine Darstellung der Dinge noch einmal wiederholt und auch ein Buch mit der "Wahrheit" angekündigt, das leider aber bisher nie erschienen ist.



Campomanes im Interview 2005 mit Frederic Friedel

Neues Licht auf die Angelegenheit wirft ein Artikel des russischen Historikers Feltschinski, der den großen Einfluss des KGB in der Zeit der UdSSR auf den Sport im Allgemeinen und das Schach im Besonderen beschreibt.

Nachdem das sowjetische Schach im Jahr 1972 den zuvor seit 1946 in ihren Händen befindlichen Weltmeistertitel an Fischer verloren hatte, konnte es diesen mit Hilfe des neuen Schachstars Anatoly Karpov 1975 zurück gewinnen. 1978 und noch einmal 1981 erfolgte die siegreiche Verteidigung vor neuerlichem feindlichem Zugriff, in diesem Fall durch den Dissidenten Viktor Kortschnoi.

Karpov wurde zum neuen Schachhelden und gewann in der Folge großen Einfluss innerhalb des Verbandes. Bei seinen Wettkämpfen und Turnieren konnte er auf die Ressourcen des Verbandes und die Hilfe seiner sowjetischen Großmeisterkollegen zurückgreifen. Wer sich nicht so verhielt wie gewünscht, durfte z.B. nicht mehr an Turnieren im Ausland teilnehmen. Oder ihm wurden die staatlichen finanziellen Zuwendungen gestrichen. Im Gegenzug für willfähriges Verhalten wurden die kooperativen Großmeister damit belohnt, dass sie Karpov auf dessen Turnierteilnahmen im Ausland, auch im Westen, begleiten und dort auch mitspielen durften. Übrigens hat keiner dieser "Begleitspieler" jemals auch nur eine Partie gegen Karpov gewonnen.

Karpov erfüllte alle Voraussetzungen, die man in der UdSSR von einem "Held der Arbeiterklasse" erwartete. Daher war der kometenhafte Aufstieg des offenbar sehr talentierten Garry Kasparov aus Sicht des sowjetischen Schachestablishments um Anatoly Karpov völlig "überflüssig". Hinzu kam, dass Kasparov, eigentlich hieß er Weinstein, als Sohn eines Juden und einer Armenierin in Baku geboren, viel weniger dem Idealbild des Sowjetmenschen entsprach als der amtierende Weltmeister. Warum sollte er Karpov ersetzen? Dass Karpov laut Feltschtinski mit der Tochter eines KGB-Offiziers verheiratet war, wird ihm in seinen Bemühungen wohl nicht geschadet haben. Der russische Historiker vermerkt, dass Karpov auf der Agentenliste des KGB mit dem Decknamen Raul geführt wurde.

Kasparov beschreibt in "Politische Partie", wie der staatlich gelenkte Verband ihm auf den Weg zum WM-Match Knüppel zwischen die Beine warf. Ein entscheidender Punkt war dabei der Wettkampf gegen Kortschnoj, der 1983 in Pasadena stattfinden sollte.

Wegen der 1980 von den meisten westlichen Ländern aufgrund der Afghanistan-Intervention durch die UdSSR boykottierten Olympischen Spiele in Moskau hatte die Sowjetunion mit der USA noch eine Rechnung offen und bewegte Kasparov dazu, diesen Wettkampf wegen des Austragungsortes ebenfalls zu boykottieren. Es schien, als solle damit auch der Dissident Kortschnoj getroffen werden, doch in Wirklichkeit war Kasparov das Ziel der Intrige. So berichtet der russische Historiker Juri Feltschtinski in "KGB igraet v shakhmaty" (KGB spielt Schach), dass man den FIDE-Präsidenten Campomanes dazu bewegt hatte, unter verschiedenen Bewerbern ausgerechnet Pasadena auszuwählen, um diesen Austragungsort in den USA dann um so leichter ablehnen zu können. Kasparov wäre damit aus dem Zyklus ausgeschieden und könnte Karpov erst einmal nicht gefährlich werden.

Campomanes war laut Feltschtinski bereits seit dem Wettkampf zwischen Karpov und Kortschnoj in Baguio City 1978 KGB-Agent. Das Angebot des Sowjets damals wäre folgendes gewesen: Wenn Campomanes Karpov behilflich sein würde, würde die UdSSR dafür sorgen, dass Campomanes mit Hilfe der Stimmen des Ostblocks bei der nächsten Wahl zum FIDE-Präsidenten gewählt werden würde. Zumindest der zweite Teil des vermeintlichen Abkommens kann leicht verifiziert werden.

Kasparov bemerkte bald seinen Fehler und u.a. mit Hilfe des in der KGB-Hierarchie weit oben stehenden Gaidar Alijew - später erster Staatschef von Aserbaidschan - gelang es, den Wettkampf mit Kortschnoj doch noch zustande kommen zu lassen. Kortschnoj, eigentlich schon kampflos Sieger, stimmte einer Neuansetzung zu und erbat für sich im Gegenzug u.a. die Aufhebung des Turnierboykotts durch die Sowjetspieler.

Auf diese Weise qualifizierte sich Kasparov dann doch noch als Herausforderer für den WM-Kampf, wusste aber, dass der Kampf gegen ihn nicht nur am Brett geführt werden würde.

Die genauen Vorgänge um den Abbruch des WM-Kampfes 1984/1985 bleiben im Dunkel. Gespielt wurde auf sechs Gewinnpartien, eine Regel, die noch Fischer durchgesetzt hatte. Nach fünf Monaten und über 40 Partien machte sich die internationale Presse schon lustig über den "ewigen" Schachwettkampf und Karikaturen mit zwei Skeletten vor einem Schachbrett wurden gezeigt. Über den vielleicht unterschiedlichen Erschöpfungszustand der beiden Spieler gibt es verschieden Berichte. Edward Winter gibt einige detaillierte Hinweise (s. Link, unten).



Offenbar hat dann Alfred Kinzel, Präsident des Deutschen Schachbundes und Vorsitzender des Appeals-Committees Svetozar Gligoric gebeten, Campomanes anzurufen. Einige hochrangige Vertreter der FIDE befanden sich gerade in Dubai, um die Bedingungen der Schacholympiade 1986 abzuklären. Insbesondere ging es um die Teilnahme der israelischen Mannschaft. Der Weltschachverband stand wegen dieser Frage vor vor einer Spaltung, da etwa 40 Mitgliederländer einen Boykott androhten, falls Israel von der Schacholympiade ausgeschlossen werden würde (Letztlich wurde Israel ausgeschlossen und nur die Niederlande, Schweden, Norwegen und Dänemark verzichteten deshalb tatsächlich ebenfalls auf eine Teilnahme). Kinzel sprach selbst kein englisch, weshalb Gligoric das Telefonat mit Campomanes führte.

Der 2004 verstorbene Kinzel war durchaus ein Vertrauter von Karpov und hat diesen auf viele Simultantourneen durch Deutschland begleitet.


Alfred Kinzel (re.), hier mit Alfred Seppelt in Berlin

Ob der Wunsch eines Abbruchs aus dem Lager von Karpov kam, ist aber völlig unklar, auch wenn das hier und da behauptet wurde. Manche sahen auch den sowjetischen Verband im Hintergrund, doch dafür gibt es ebenfalls keine Belege.

Kinzel hatte aber offenbar auch schon mit Kasparov über eine mögliche Lösung des "ewigen" Wettkampfes gesprochen, verschiedene Möglichkeiten waren diskutiert worden. Schließlich erschien Campomanes und auf einer denkwürdigen Pressekonferenz erklärte er den Wettkampf für abgebrochen und kündigte eine Wiederaufnahme beim Stand von 0-0 an.

Manche sahen durch die Entscheidung Karpov in Vorteil gesetzt, da dieser angeblich an großer Erschöpfung gelitten haben sollte und die letzten beiden Partien ja schon verloren hatte. Andere sahen Kasparov bevorzugt, da der Kampf ja nicht beim aktuellen Stand von 3:5 fortgesetzt werden würde, sondern mit 0:0 neu beginnen würde.

Klar ist, dass Campomanes mit seiner Entscheidung, die er letztlich alleine und laut eigenere Anagabe spontan traf, gegen das Reglement der FIDE verstoßen hatte. Ein Wettkampfabbruch war dort nicht vorgesehen. Kasparov äußerte sich in der Folge sehr kritisch. Der Konflikt mit Campomanes führt am Ende zur Spaltung der Weltmeisterschaften 1993. Erst 2005 konnten die beiden Weltmeisterschaftsversionen wieder zusammen geführt werden.
 


Links:

Edward Winter zum "Abbruch" (engl.)...

"Lächerliche Figur" Spiegel zum Abbruch der WM (18.2.1985)...

Spiegel-Gespräch mit Kasparov, 1985...

Spiegel-Gespräch mit Kasparow, 1986...

Spiegel-Gespräch mit Kasparow 1987...

Der Schachverband war Karpows Firma, Spiegel, 1987...

Spiegel Gespräch mit Nikolai Krogius, 1988...

Wie Kasparov Weltmeister werden durfte, ChessBase 2005...

 

 

 

 

 

 

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