Auftakt der London Chess Classic

von Johannes Fischer
11.12.2013 – Seit 2009 stehen die London Classic jeden Dezember im Zentrum der Schachwelt. Doch anders als in den Vorjahren gibt es 2013 kein Rundenturnier, sondern Schnellschach. Sieben Weltklassespieler treten gegen sieben Briten und zwei Qualifikanten an. Die ersten beiden Runden boten kein fehlerfreies Schach, aber ein attraktives Spektakel. Mehr...

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2009 fanden die London Chess Classic das erste Mal statt und zur Premiere spielte man ein Rundenturnier mit vier englischen Spitzenspielern und vier Weltklassespielern, das Magnus Carlsen vor Vladimir Kramnik gewann. Auch in den Jahren 2010 bis 2012 gab es in London ein Rundenturnier, doch dieses Jahr entschieden sich die Organisatoren, ein Schnellturnier mit 16 Teilnehmern auszurichten. Sieben Spitzenspieler, sieben britische Spieler und zwei Spieler, die sich über das parallel stattfindende Open qualifiziert haben, spielen vom 11. bis 15. Dezember ein Schnellturnier mit einer Bedenkzeit von 25 Minuten für die ganze Partie plus einem Zeitzuschlag von 10 Sekunden pro Zug.

Der Modus ähnelt dem der Fußballweltmeisterschaften. Die 16 Spieler werden in vier Gruppen aufgeteilt, die beiden besten jeder Gruppe kommen weiter und qualifizieren sich für die K.O.-Phase. Dem Sieger des Turniers winken 50.000 Euro Preisgeld, der Gesamtpreisfonds beträgt 150.000 Euro.

Die ersten beiden Runden lieferten attraktives Schach, wenig Remis und viele spannende Partien. Natürlich waren die durch die verkürzte Bedenkzeit nicht immer fehlerfrei, aber trotzdem oder gerade deswegen reizvoll.

Daniel King's Tageszusammenfassung

In Gruppe A zeigte sich Vishy Anand gut erholt vom WM-Kampf gegen Magnus Carlsen und setzte sich mit 1,5 aus 2 gemeinsam mit Michael Adams an die Spitze der Tabelle. Wobei Anands Sieg gegen Luke McShane in Runde 1 etwas glücklich war, denn nach der Eröffnung stand Anand bedenklich. Doch Anand, der am 11. Dezember Geburtstag feiert, überstand die Krise und profitierte von McShanes Ungenauigkeiten in komplizierter Stellung. Entsprechend gut gelaunt nahm Anand die Geburtstagsglückwünsche von Kommentator Lawrence Trent entgegen und meinte, "In meinem Alter feiert man nicht mehr den Geburtstag, sondern die Zeit dazwischen."

Gruppe A

Runde 1
Luke McShane 0-1 Vishy Anand
Andrei Istratescu 0-1 Michael Adams

Runde 2
Vishy Anand ½ Michael Adams
Luke McShane 1-0 Andrei Istratescu

 

 

 

In Gruppe B setzte sich Vladimir Kramnik mit 2 aus 2 an die Spitze. Auch er brauchte in Runde 1 bei seinem Sieg gegen Peter Svidler ein wenig Glück, doch dafür besiegte er Jonathan Rowson in Runde 2 umso deutlicher.

Gruppe B

Runde 1
Vladimir Kramnik 1-0 Peter Svidler
Jonathan Rowson 1-0 Matthew Sadler

Runde 2
Peter Svidler ½ Matthew Sadler
Vladimir Kramnik 1-0 Jonathan Rowson

 

 

 

 

In Gruppe C zeigte Boris Gelfand einmal mehr, dass auch er keinen Grund hat, die Zeit zwischen den Geburtstagen zu feiern. Er besiegte erst Judit Polgar, dann Gawain Jones und setzte sich mit 2 aus 2 an die Spitze des Feldes.

Gruppe C

Runde 1
Boris Gelfand 1-0 Judit Polgar
Gawain Jones ½ Hikaru Nakamura

Runde 2
Judit Polgar 0-1 Hikaru Nakamura
Boris Gelfand 1-0 Gawain Jones

 

 

 

 

Auch in Gruppe D dominierte der Elo-Favorit. Fabiano Caruana gewann gegen Emil Sutovsky und Nigel Short und führt das Feld mit 2 aus 2 an.

Gruppe D

Runde 1
Nigel Short ½ David Howell
Fabiano Caruana 1-0 Emil Sutovsky

Runde 2
David Howell 1-0 Emil Sutovsky
Nigel Short 0-1 Fabiano Caruana

 

 

 

 

Die beiden ChessBase-Autoren Lawrence Trent und Daniel King kommentieren die Begegnung zwischen Vladimir Kramnik und Jonathan Rowson.

Eine der faszinierendsten Partien der zweiten Runde war die zwischen Peter Svidler und Matthew Sadler.

Lawrence Trent und Daniel King

 

 

Paarungen und Zeitplan

Mittwoch, 11. Dezember

Runde 1

14:00
Gruppe A
Luke McShane 0-1 Vishy Anand
Andrei Istratescu 0-1 Michael Adams

Gruppe B
Vladimir Kramnik 1-0 Peter Svidler
Jonathan Rowson 1-0 Matthew Sadler
 
15:30
Gruppe C
Boris Gelfand 1-0 Judit Polgar
Gawain Jones ½ Hikaru Nakamura

Gruppe D
Nigel Short ½ David Howell
Fabiano Caruana 1-0 Emil Sutovsky

Runde 2

18:00
Gruppe A
Vishy Anand ½ Michael Adams
Luke McShane 1-0 Andrei Istratescu

Gruppe B
Peter Svidler ½ Matthew Sadler
Vladimir Kramnik 1-0 Jonathan Rowson

19:30
Gruppe C
Judit Polgar 0-1 Hikaru Nakamura
Boris Gelfand 1-0 Gawain Jones

Gruppe D
David Howell 1-0 Emil Sutovsky
Nigel Short 0-1 Fabiano Caruana

Donnerstag, 12. Dezember 

Runde 3

14:00

Gruppe C
Gawain Jones v Judit Polgar
Hikaru Nakamura v Boris Gelfand

Gruppe D
Fabiano Caruana v David Howell
Emil Sutovsky v Nigel Short
 
15:30
Gruppe A
Andrei Istratescu v Vishy Anand
Michael Adams v Luke McShane

Gruppe B
Jonathan Rowson v Peter Svidler
Matthew Sadler v Vladimir Kramnik

Runde 4
 
18:00
Gruppe C
Judit Polgar v Boris Gelfand
Hikaru Nakamura v Gawain Jones
Gruppe D
David Howell v Nigel Short
Emil Sutovsky v Fabiano Caruana
 
19:30
Gruppe A
Vishy Anand v Luke McShane
Michael Adams v Andrei Istratescu

Gruppe B
Peter Svidler v Vladimir Kramnik
Matthew Sadler v Jonathan Rowson
 

Freitag, 13. Dezember

Runde 5
 
14:00
Gruppe A
Luke McShane v Michael Adams
Vishy Anand v Andrei Istratescu

Gruppe B
Vladimir Kramnik v Matthew Sadler
Peter Svidler v Jonathan Rowson
 
15:30
Gruppe C
Boris Gelfand v Hikaru Nakamura
Judit Polgar v Gawain Jones

Gruppe D
Nigel Short v Emil Sutovsky
David Howell v Fabiano Caruana

Runde 6
 
18:00
Gruppe A
Michael Adams v Vishy Anand
Andrei Istratescu v Luke McShane

Gruppe B
Matthew Sadler v Peter Svidler
Jonathan Rowson v Vladimir Kramnik
 
19:30
Gruppe C
Hikaru Nakamura v Judit Polgar
Gawain Jones v Boris Gelfand

Gruppe D
Emil Sutovsky v David Howell
Fabiano Caruana v Nigel Short

Samstag, 14. Dezember

11:00 - 13:00
Tie-breaks

14.00 - 15.30
Viertelfinale 1 and 2 - Match 1

15.30 - 17.00
Viertelfinale 3 and 4 - Match 1

17.30 - 19.00
Viertelfinale 1 and 2 - Match 2

19.00 - 20.30
Viertelfinale 3 and 4 - Match 2

20.30 - 22.00
Tie-breaks

Sonntag 15. Dezember

13.00 - 14.30
Semifinale 1 and 2 - Match 1

Turnierseite



Johannes Fischer, Jahrgang 1963, ist FIDE-Meister und hat in Frankfurt am Main Literaturwissenschaft studiert. Er lebt und arbeitet in Nürnberg als Übersetzer, Redakteur und Autor. Er schreibt regelmäßig für KARL und veröffentlicht auf seinem eigenen Blog Schöner Schein "Notizen über Film, Literatur und Schach".
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