Krieg auf dem Schachbrett

von André Schulz
21.07.2014 – Der längste Weltmeisterschaftskampf der Schachgeschichte fand 1984/85 zwischen Karpov und Kasparov in Moskau statt. Nach 48 Partien wurde er ohne Sieger abgebrochen. In einer Dokumentation, die heute Abend (23.30 Uhr) im Ersten ausgestrahlt wird, lassen Jean-Charles Deniau und Frédéric Gazeau die Ereignisse Revue passieren und die Beteiligten zu Wort kommen. Mehr...

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Krieg auf dem Schachbrett - Das Duell Karpow gegen Kasparow

Es war das längste Duell in der Geschichte der Schachweltmeisterschaften und fand doch keinen Sieger. Der Wettkampf um die Schachweltmeisterschaft zwischen Anatoly Karpov und seinem Herausforderer Garry Kasparov begann am 10. September 1984 und wurde am 15. Februar 1985 nach 48 Partien beim Stand von 5:3 für Karpov ohne Sieger vom FIDE-Präsidenten Florencio Campomanes abgebrochen. Sehcs Siege wären nach den damaligen Regeln nötig gewesen. 1985 gewann  Kasparov die Neuauflage und wurde Weltmeister. Um den Abbruch ranken sich viele Mythen und viele der Beteiligten haben ihre eigene Vorstellung von der Wahrheit. Die Franzosen Jean-Charles Deniau und Frédéric Gazeau lassen in einer 45-minütigen Dokumentation die Ereignisse Revue passieren und lassen die Beteiligten zu Wort kommen.

Pessetext der ARD:

"Noch nie in der Schachgesichte haben zwei Kontrahenten so lange, so oft, so zäh und verbissen gegeneinander Schach gespielt. Noch nie gab es so viel Feindschaft zwischen zwei Schachweltmeistern und noch nie gab es so viele Schlagzeilen über ihre Spiele, die das Wort "Krieg" benutzen. Vor genau 30 Jahren begann das legendäre Duell der beiden Schach-Giganten. "Das Duell der Schachgenies", eine packende Rekonstruktion des spektakulärsten Duells in der Geschichte des Schachsports. "


Eine Dokumentation von Jean-Charles Deniau und Frédéric Gazeau.

in: Das Erste

Montag, 21.07.14 23:30 - 00:15 (45 Min.)
Whd. am Di 22.07. 03:25 - 04:10

Mehr bei ARD...

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Edward Winter: The Termination...

 



André Schulz, seit 1991 bei ChessBase, ist seit 1997 der Redakteur der deutschsprachigen ChessBase Schachnachrichten-Seite.
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Foltin Foltin 22.07.2014 08:13
Zuerst darf man einmal anführen, dass Kasparov auch "Russe" war und noch immer ist. Und dass er auch seine Schachausbildung in der Sowjetunion erhielt. Und nicht im Westen, der gern immer so tut, als ob er als Weltmeister sein Produkt gewesen wäre.

Dann hatte Kasparov von allen(!) Schachpielern die besten Beziehungen zum Computerschach. ChessBase müsste das eigentlich auch wissen. Auch aus dem Junior-Chess-Program schöpfte er mehr Exklusivrechte als alle anderen.

Wenn das Kasparov auch nur einen halben Punkt mehr in seinen Wettkämpfen mit Karpov gebracht hatte, hätte er schon das WM-Match, das unentschieden ausgegangen ist, verloren.

Und schließlich hat Kasparov den WM-Titel dann auch sang- und klanglos ohne einzige(!) Gewinnpartie(!) gegen den Russen Kramnik verloren. War er schon zu alt? War er krank?

Und was den politischen Kampf Kasparovs für die arme russische Bevölkerung betrifft: Er lebte als russischer Großmeister in der Sowjetunion privilegierter als die westlichen Großmeister im Westen: Er erhielt kostenlose Reisen, Hotelaufenthalte, Trainer, privilegierte Einkaufsmöglichkeiten. Welche westlichen Großmeister erhielten dasselbe? Es ging ihm übrigens auch besser als dem amerikanischen Ex-Weltmeister Bobby Fischer, der keineswegs dieselben Zuwendungen bekam.

Dass sich Kasparov als privilegierter sowjetischer Schachgroßmeister für die "arme russische Bevölkerung" eingesetzt hätte, ist auch ziemlich unbekannt.

Ein letzter Satz: Der (mit Recht) so gepriesene jüdische Schach-Ex-Weltmeister Dr. Emanuel Lasker starb veramt und ohne die notwendige medizinische Hilf zu erhalten in den USA. Während seines Lebens in "Russland" war es ihm viel besser gegangen.
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