London, Rd. 7: Drei Entscheidungen

von Johannes Fischer
12.12.2015 – Waren die ersten sechs Runden von vorsichtigem Spiel und einer hohen Remisquote geprägt, so brachte die siebte Runde spannende Begegnungen und drei Entscheidungen. Carlsen gewann gegen Nakamura, Aronian gegen Topalov und Vachier-Lagrave gegen Anand. Caruana und Giri trennten sich Remis, genau wie Adams und Grischuk. Mehr...

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Runde 7, Freitag, 11. Dez.
Fabiano Caruana
½-½
Anish Giri
Viswanathan Anand
0-1
M Vachier-Lagrave
Michael Adams
½-½
Alexander Grischuk
Levon Aronian
1-0
Veselin Topalov
Magnus Carlsen
1-0
Hikaru Nakamura

 

Fabiano Caruana - Anish Giri
Zu einer Reihe ungewöhnlicher Motive kam es in der Partie zwischen Fabiano Caruana und Anish Giri. Das fing schon mit der Eröffnung an. Caruana, der mit Schwarz gerne Grünfeld spielt, wollte nicht wissen, wie viel Giri über diese Eröffnung weiß und entschied sich stattdessen mit 2.Lg5 für die Trompovsky-Variante. Giri gab gleich in der Eröffnung einen Bauern, den er dann zu Beginn des Mittelspiels zurückeroberte. Dafür erhielt Weiß eine leichte Initiative, die Schwarz jedoch neutralisieren könnte. Schließlich mündete die Partie in ein Endspiel mit ungleichfarbigen Läufern und einer Punkteteilung.

Viswanathan Anand - Maxime Vachier-Lagrave
Vishy Anand feierte am 11.12. seinen 46. Geburtstag, aber erwischte am Schachbrett einen schwarzen Tag. Gegen Vachier-Lagraves Najdorf-Variante wählte er den Aufbau mit 6.Le2, doch schon bald nach Abschluss der Eröffnungsphase übernahm Schwarz die Initiative und kam nach einer Ungenauigkeit des Weißen in klaren Vorteil. Anand versuchte die schwarzen Drohungen mit einem Damenopfer zu neutralisieren, aber fiel wenig später einem hübschen Angriff zum Opfer. Mit diesem Sieg übernahm der Franzose die alleinige Tabellenführung.

Michael Adams - Alexander Grischuk
Auch Alexander Grischuk spielte die Najdorf-Variante und mit dem Aufbau mit 6.g3 entschied sich Weiß für ein sehr solides System. Grischuk ließ sich nicht lange bitten und wurde mit Schwarz bald aktiv, aber ernsthaft in Gefahr geriet die weiße Stellung. Kurz vor dem 30. Zug zauberten die beiden dann eine Zugwiederholung aufs Brett, die zu einer Punkteteilung führte.

Levon Aronian - Veselin Topalov
Veselin Topalov ist in London nicht in Form und Levon Aronian nutzte das aus, indem er eine strategisch und taktisch komplexe Stellung anstrebte. Diese Taktik war erfolgreich. Topalov spielte einfallslos, geriet schnell unter Druck und wurde von Aronian überspielt. In einer materiell ausgeglichenen, aber deutlich schlechteren Stellung für Schwarz verlor Topalov dann die Lust und gab auf, ohne sich zeigen zu lassen, wie Aronian seine Stellung gewinnen wollte.

Eine Partie voller Spannung: Magnus Carlsen gegen
Hikaru Nakamura (Screenshot der Live-Übertragung aus St. Louis)

Magnus Carlsen - Hikaru Nakamura
Hikaru Nakamura hat gegen Magnus Carlsen einfach kein Glück. Bislang hat Nakamura gegen Carlsen noch keine einzige Partie mit klassischer Bedenkzeit gewinnen können. Auch in London hatte Carlsen das bessere Ende für sich. In einer Variante der Slawischen Verteidigung kam es nach frühem Damentausch zu einem Endspiel, in dem Carlsen mit dem Läuferpaar gegen das schwarze Springerpaar spielte. Allerdings waren die schwarzen Figuren viel aktiver. Doch Carlsen konnte alle schwarzen Drohungen neutralisieren und brachte anschließend Schritt für Schritt den Vorteil des Läuferpaars zur Geltung und erzielte seinen ersten Sieg in London.

Tabelle

Partien der Runden 1 bis 7

 

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Johannes Fischer, Jahrgang 1963, ist FIDE-Meister und hat in Frankfurt am Main Literaturwissenschaft studiert. Er lebt und arbeitet in Nürnberg als Übersetzer, Redakteur und Autor. Er schreibt regelmäßig für KARL und veröffentlicht auf seinem eigenen Blog Schöner Schein "Notizen über Film, Literatur und Schach".
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