Bundesliga: Dreikampf um den Titel

von Georgios Souleidis
04.04.2019 – Dieses Wochenende spielt die Schachbundesliga ihre letzten beiden Runden. Tabellenführer Baden-Baden ist zu Gast beim Zweiten in Solingen. Auch Hockenheim hat noch Chancen auf den Titelgewinn, falls Baden-Baden in Solingen strauchelt.

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Baden-Baden, Solingen oder doch Hockenheim?

Am 06. und 07. April findet die letzte Doppelrunde der Schachbundesliga-Saison 2018/19 statt. Alle Augen schauen nach Solingen. Hier empfängt der Gastgeber in der 14. Runde die OSG Baden-Baden zum vielleicht entscheidenden Duell um die deutsche Meisterschaft. Mit einem Punkt Rückstand hofft Hockenheim auf ein 4:4 in diesem Kampf, um mit zwei Siegen die genannten Teams an der Spitze einzuholen. Im Abstiegskampf hofft Hofheim auf zwei Siege gegen Augsburg und München, um im Schlussspurt Düsseldorf und Kiel, die beide vor deutlich schwierigeren Aufgaben stehen, zu überholen.

Schafft Solingen, wie in der Saison 2015/16, die große Überraschung und holt sich die deutsche Meisterschaft? Damals gelang gegen den Favoriten Baden-Baden ein 4:4 und mit einem Punkt Vorsprung gewannen die Klingenstädter den Titel in der SBL. In der letzten Saison gewann Solingen sogar gegen Baden-Baden, musste sich aber im abschließenden Stichkampf um die deutsche Meisterschaft geschlagen geben.

Bei einem 4:4 droht sogar ein nie dagewesenes Szenario. Wenn Solingen und Baden-Baden am Sonntag abschließend siegen würden und Hockenheim beide seiner Matches am kommenden Wochenende gewänne, dann wären diese drei Teams am Ende der Saison punktgleich mit 25:3 Zählern an der Spitze. Das würde einen Stichkampf-Marathon mit diesen Mannschaften nach sich ziehen - eine kleine Horrorvorstellung für die Kassierer der Klubs.

Natürlich geht Baden-Baden am Samstag als Favorit in den Kampf gegen Solingen und kann mit einem Sieg aus eigener Kraft seinen Titel verteidigen. Es wird spannend zu sehen sein, welche Spieler der Teamchef, Sven Noppes, an den Start bringen wird. Außer Viswanathan Anand, der in Shamkir spielt, könnte theoretisch jeder im Kader aufgestellte Großmeister auflaufen. Anish Giri ist ebenfalls in Shamkir und wird für Solingen nicht spielen. Allerdings kam der junge Holländer die ganze Saison schon nicht zum Einsatz.

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Solingen

Falls Baden-Baden patzt, können sie immer noch darauf hoffen, dass Solingen am Sonntag über Deizisau stolpert. Das zweite starke GRENKE-Team der Liga fungiert sozusagen als Ass im Ärmel. Die zweite weiteren Kämpfe in Solingen scheinen eine klare Angelegenheit zu sein. Düsseldorf kann theoretisch den Abstieg durch Punktgewinne gegen die GRENKE-Teams vermeiden, aber wie soll man daran glauben.

Spielort: Gründer- & Technologiezentrum Solingen, Grünewalder Straße 29-31, 42657 Solingen

Samstag, 06.04.2019, 14. Runde, 14 Uhr
SG Solingen - OSG Baden-Baden
Düsseldorfer SK - SF Deizisau

Sonntag, 07.04.2019, 15. Runde, 10 Uhr
SF Deizisau - SG Solingen
OSG Baden-Baden - Düsseldorfer SK

Mülheim

In Mülheim wird der SV Hockenheim alles daran setzen, seine Matches gegen die Gastgeber und gegen Bremen zu gewinnen, um für das oben skizzierte Szenario seinen Beitrag zu leisten. Offensichtlich wird das Wochenende kein Selbstläufer. Bremen ist immer ein starker Gegner und möchte Platz fünf verteidigen, während Mülheim das Heimwochenende ganz locker angehen kann, nachdem der Klassenerhalt praktisch gesichert ist. Die Duelle and diesem Spielort versprechen generell viel Spannung, da mit Viernheim ein weiteres spielstarkes Team um eine vordere Platzierung in der Tabelle kämpft.

Spielort: Sparkasse Mülheim an der Ruhr, Berliner Platz 1, 45468 Mülheim

Samstag, 06.04.2019, 14. Runde, 14 Uhr
SV Mülheim Nord - SV Hockenheim
SV Werder Bremen - SC Viernheim

Sonntag, 07.04.2019, 15. Runde, 10 Uhr
SV Hockenheim - SV Werder Bremen
SC Viernheim - SV Mülheim Nord

Hamburg

Der Hamburger SK empfängt zum Abschluss der Saison mit Reisepartner Kiel die Teams aus Dresden und Berlin. Der HSK spielt eine überragende Saison und könnte mit zwei Siegen sogar bis auf Platz vier der Tabelle vorrücken. Darüber hinaus kämpfen mit Luis Engel und Dirk Sebastian zwei Spieler um eine GM-Norm.

Luis Engel | Foto: Georgios Souleidis

Am meisten auf dem Spiel steht für Kiel. Gegen Dresden und Berlin würde ein Punkt reichen, um den Klassenerhalt aus eigener Kraft zu schaffen. Bei zwei Niederlagen droht aber Hofheim mit zwei Siegen an Kiel vorbeizuziehen. Für Dresden und Berlin geht es "nur" darum, die Spielzeit vernünftig abzuschließen.

Spielort: Aula Stadtteilschule Alter Teichweg, Alter Teichweg 200, 22049 Hamburg

Samstag, 06.04.2019, 14. Runde, 14 Uhr
Hamburger SK - USV TU Dresden
SG Turm Kiel - SF Berlin

Sonntag, 07.04.2019, 15. Runde, 10 Uhr
USV TU Dresden - SG Turm Kiel
SF Berlin - Hamburger SK

München

MSA Zugzwang München ist der vierte Spielort zum Saisonende. Die Gastgeber sind bisher punktlos und naturgemäß schon längst abgestiegen. Im letzten Kampf gegen Hofheim möchten die Bajuwaren sich aber erhobenen Hauptes aus der Liga verabschieden. Das Team aus Hessen dagegen muss unbedingt beide Kämpfe in München gewinnen. Am Samstag geht es zuerst gegen Augsburg, bevor am Sonntag das Duell gegen die Heimmannschaft ansteht. Wie im Artikel schon erwähnt, könnte Hofheim mit zwei Siegen auf Kiel aufschließen und bei perfektem Verlauf im Schlussspurt den Klassenerhalt schaffen.

Spielort: BayernLB Sportarena, Osterwaldstraße 76, 80805 München

Samstag, 06.04.2019, 14. Runde, 14 Uhr
BCA Augsburg - SV Hofheim

Sonntag, 07.04.2019, 15. Runde, 10 Uhr
SV Hofheim - MSA Zugzwang München

Liveübertragung

Alle Partien werden auf dieser Webseite live übertragen.

Weitere Infos

- Bedenkzeit: 100 Minuten für 40 Züge + 50 Minuten für den Rest der Partie + 30 Sekunden Zeitgutschrift ab dem 1. Zug
- Karenzzeit: 30 Minuten
- Remisverbot vor dem 20. Zug
- Als Maßnahme gegen Betrugsversuche werden alle Partien mit 15 Minuten Verzögerung übertragen
- Die Aufstellungen werden zwei Stunden vor Partiebeginn auf der Webseite des Deutschen Schachbunds veröffentlicht

Webseite der Schachbundesliga...

 


Georgios Souleidis ist Internationaler Schachmeister und hat in Bochum Publizistik und Kommunikationswissenschaft studiert. Er arbeitet als Journalist, Autor und Schachtrainer. Er schreibt u.a. als Chefredakteur für die Schachbundesliga, für Chessbase, die Zeitschrift SCHACH, SPIEGEL ONLINE oder die Deutsche Presse-Agentur. Falls er mal nicht schreibt, Training gibt oder auf seinem YouTube-Kanal Schach lehrt, versucht er aktiv am Brett zu beweisen, dass 1. e2-e4 der beste Eröffnungszug ist.

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