Bundesliga Rd. 12: Baden-Baden wieder gleichauf

von Marco Baldauf
11.03.2018 – Vor zwei Wochen schlug die SG Solingen mit einer tollen Leistung den amtierenden Meister aus Baden-Baden. Mit zwei Punkten Vorsprung in der Tabelle gingen die Klingenstädter also in das letzte Saisondrittel. Doch wie gewonnen, so zerronnen, war das Motto des heutigen Spieltags - mit einer klaren wie verdienten Niederlage gegen Hockenheim büßte Solingen die Tabellenführung wieder ein.

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Eine Wende im Meisterschaftskampf

Dieses Wochenende stand voll und ganz unter der Stern des beginnenden Kandidatenturniers. Die ersten beiden Runden sind in Berlin bereits absolviert, die Schachbundesliga verkam da fast zum Nebenschauplatz. Doch ein kurzer Überblick, was sich im Meisterschafts- wie Abstiegskampf so getan hat, sollte trotz allem Fokus auf Kramnik und Co gegeben werden.

Der Meisterschaftskampf ist drei Runden vor Schluss extrem spannend. Nachdem Solingen vor zwei Wochen mit einem Sieg über Baden-Baden einen großen Schritt in Richtung Titel hingelegt hatte, bußten sie die Tabellenführung in der heutigen 12. Runde wieder ein. Solingens Stolperstein  Hockenheim - Vizemeister der vergangenen Saison - spielte in starker Besetzung und ging nominell sogar als leichter Favorit in die Begegnung. Der Kampf lief von Beginn an nicht gut für den Tabellenführer und am Ende standen so nur sechs Remis zu Buche. Jan Smeets ging mit einem Qualitätsopfer in der Eröffnung bereits hohe Risiken ein. Das verlorene Material sah er nicht wieder, die Kompensation in Form eines Freibauern auf c3 reichte nicht aus. Die zweite Niederlage ging auf das Konto von Borki Predojevic.

SG Solingen 3-5 SV Hockenheim

4 Ragger, Markus ½ : ½ Jobava, Baadur 2
5 Van Wely, Loek ½ : ½ Ponomariov, Ruslan 4
7 Van Kampen, Robin ½ : ½ Howell, David W L 5
8 Bok, Benjamin ½ : ½ Moiseenko, Alexander 7
9 Smeets, Jan 0 : 1 Wagner, Dennis 9
11 Predojevic, Borki 0 : 1 Saric, Ivan 10
12 Andersen, Mads ½ : ½ Buhmann, Rainer 11
13 Nikolic, Predrag ½ : ½ Banusz, Tamas 13

Solingens ärgste Konkurrent im Rennen um die Meisterschaft ist freilich Baden-Baden. Auch diese hatten mit Bremen heute einen schweren Gegner vor der Brust. Vor zwei Jahren setzte es eine Niederlage für den Serienmeister, was damals den Titel kostete. Baden-Baden war also gewarnt und schickte so die stärkste Mannschaft ins Rennen.

SV Werden Bremen 2½-5½ OSG Baden-Baden

1 Areshchenko, Alexander ½ : ½ Vachier-Lagrave, Maxime 3
4 McShane, Luke J ½ : ½ Anand, Viswanathan 4
5 Efimenko, Zahar ½ : ½ Svidler, Peter 5
7 Hracek, Zbynek ½ : ½ Wojtaszek, Radoslaw 6
9 Spoelman, Wouter ½ : ½ Adams, Michael 7
11 Werle, Jan 0 : 1 Vallejo Pons, Francisco 8
12 Markgraf, Rolf-Alexander 0 : 1 Bacrot, Etienne 9
18 Grigorian, Spartak 0 : 1 Naiditsch, Arkadij 10

Während Bremen an den vorderen Brettern noch mithalten konnte, schlug sich die nominelle Überlegenheit des Meisters erwartungsgemäß an den hinteren Brettern nieder. Bremens Jugendspiel Spartak Grigorian (2352 Elo) bekam es mit dem 350 Punkte schwereren Arkadij Naiditsch zu tun. In komplizierter Stellung entkorkte Naiditsch dann einen schönen Mattangriff.

 

An der Tabellenspitze hat sich nach dieser Runde das Blatt also wieder zu Gunsten des amtierenden Meisters gewendet. Sollten am Ende der Saison beide Teams gleich viele Mannschaftspunkte haben, so kämen Schachfans in den Genuss eines Stichkampfes. Doch klar ist, dass auf dem Weg dorthin, nämlich bei der zentralen Endrunde in Berlin Ende April noch einiges passieren kann. Solingen bekommt es neben Reisepartner Aachen noch mit dem starken Pärchen Deizisau/Schwäbisch Hall zu tun. Und Baden-Baden muss noch an Hockenheim vorbei - vielleicht schaffen es die Rennstädter ja nochmals, im Titelkampf zumindest auf diese Weise mitzureden.

Im Tabellenkeller bleibt die Lage weiterhin unklar. Norderstedt trägt nach der heutigen knappen Niederlage gegen Schwäbisch Hall weiterhin die rote Laterne. Davor liegt mit vier Punkten der FC Bayern München. Der klaren Niederlage gegen Dresden folgte heute eine weitere - wenn auch knappere - gegen die Schachfreunde Berlin. Die Lage verschlechtert sich dadurch weiter, was auch der Tatsache geschuldet ist, dass die Konkurrenz punktet. Zugzwang München konnte ja bereits am Samstag zwei Punkte einsacken, heute legten der SV Hofheim (4½-3½ gegen DJK Aachen) und Speyer-Schwegenheim (4-4 gegen SV Mülheim-Nord) nach. Neben Bayern und Norderstedt blieb zudem der Hamburger SK punktlos.

Tabelle nach 12 Runden

1. OSG Baden Baden 12 21 67½
2. SG Solingen 12 21 66
3. SV Hockenheim 12 18 61
4. SV Werder Bremen 12 18 60
5. SF Deizisau 12 16 57
6. SK Schwäbisch Hall 12 16 54
7. USV Dresden 12 15 50
8. DJK Aachen 12 12 51
9. Schachfreunde Berlin 12 12 46
10. SV Mülheim Nord 12 9 42½
11. SV Hofheim 12 9 39½
12. Speyer-Schwegenheim 12 8 37
13. Hamburger SK 12 6 44
14. MSA Zugzwang 12 6 33½
15. FC Bayern München 12 4 35½
16. SK Norderstedt 12 1 23½

Bei der Endrunde in Berlin sind dramatische Duelle im Abstiegskampf zu erwarten. Das Nordduo Norderstedt/Hamburg trifft auf das Südduo FC Bayern/Zugzwang München. Zudem trifft Speyer noch auf Hofheim. Die letzten beiden Saisons reichten jeweils acht Mannschaftszähler für den rettenden 12. Platz, dieses Jahr wird man mehr brauchen, soviel ist sicher.

Ergebnisse der 12. Runde

SF Berlin 4½-3½ FC Bayern München

1 Piorun, Kacper ½ : ½ Dragnev, Valentin 1
4 Mista, Aleksander 0 : 1 Studer, Noel 2
5 Tomczak, Jacek 1 : 0 Lindgren, Philip 7
7 Schneider, Ilja 1 : 0 Schneider, Stefan 8
8 Jakubowski, Krzysztof 0 : 1 Vidonyak, Roman 9
10 Schreiner, Peter ½ : ½ Ribli, Zoltan 11
12 Abel, Dennes ½ : ½ Rafiee, Makan 15
14 Schmidek, Emil 1 : 0 Unzicker, Ferdinand, Dr. 16

USV Dresden 6-2 Zugzwang München

2 Almasi, Zoltan ½ : ½ Mons, Leon 1
3 Nisipeanu, Liviu-Dieter ½ : ½ Kindermann, Stefan 2
4 Gajewski, Grzegorz 1 : 0 Hertneck, Gerald 4
5 Bartel, Mateusz 1 : 0 Zysk, Robert 5
8 Paehtz, Elisabeth ½ : ½ Hoffmeyer, Falk 6
9 Vogel, Roven 1 : 0 Schramm, Christian 7
13 Moehn, Hans 1 : 0 Gerigk, Erasmus 8
15 Loxine, Jakov ½ : ½ Eichler, Christoph 9

SF Deizisau 4½-3½ Hamburger SK

3 Bluebaum, Matthias ½ : ½ Grandelius, Nils 2
4 Meier, Georg 1 : 0 Svane, Rasmus 3
5 Krasenkow, Michal ½ : ½ Miton, Kamil 5
8 Heimann, Andreas ½ : ½ Ernst, Sipke 8
9 Kozul, Zdenko ½ : ½ Kollars, Dmitrij 9
10 Graf, Alexander ½ : ½ Lampert, Jonas 10
11 Keymer, Vincent ½ : ½ Heinemann, Thies 12
12 Dautov, Rustem ½ : ½ Rogozenco, Dorian 13

SK Schwäbisch Hall 4½-3½ SK Norderstedt

4 Jakovenko, Dmitry 1 : 0 Trent, Lawrence 2
6 Laznicka, Viktor 1 : 0 Ostrovskiy, Andrey 3
7 Gharamian, Tigran ½ : ½ Kopylov, Michael 4
9 Postny, Evgeny : + Krause, Benedict 5
11 Le Roux, Jean-Pierre ½ : ½ Parvanyan, Ashot 6
13 Womacka, Mathias 1 : 0 Polischuk, Viktor 10
14 Raykhman, Alexander 0 : 1 Kahlert, Thomas 12
16 Zpevak, Pavel ½ : ½ Bohnsack, Ralf 14

DJK Aachen 3½-4½ SV Hofheim

4 van Foreest, Jorden 1 : 0 Volokitin, Andrei 1
6 Parligras, Mircea Emilian 0 : 1 Schroeder, Jan-Christian 2
9 Handke, Florian, Dr. ½ : ½ Savchenko, Stanislav 3
13 Swinkels, Robin ½ : ½ Ginsburg, Gennadi 5
14 Hoffmann, Michael 0 : 1 Lobzhanidze, Davit 7
15 Braun, Christian 0 : 1 Gurevich, Vladimir 8
16 Santos Ruiz, Miguel ½ : ½ Margolin, Boris 9
17 Donchenko, Alexander 1 : 0 Zude, Arno 11

SV Mülheim Nord 4-4 Speyer-Schwegenheim

1 Navara, David 1 : 0 Oleksiyenko, Mykhaylo 1
2 Tregubov, Pavel V. ½ : ½ Meskovs, Nikita 4
6 Levin, Felix 0 : 1 Horvath, Adam 5
7 Feygin, Michael ½ : ½ Nemeth, Miklos 6
8 Zelbel, Patrick ½ : ½ Shytaj, Luca, Dr. 7
9 Hausrath, Daniel ½ : ½ Yankelevich, Lev 8
13 Dinstuhl, Volkmar, Dr. ½ : ½ Ruck, Robert 9
15 Rezasade, Amir ½ : ½ Kovacs, Gabor 10

Alle Partien der 12. Runde

 

 



Marco Baldauf, Jahrgang 1990 spielt seit seinem sechsten Lebensjahr Schach. 2000 und 2002 wurde er Deutscher Jugendmeister, seit 2014 ist er Internationaler Meister und spielt für die SF Berlin in der Bundesliga.
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