Diego Flores gewinnt Dubai Open

von Macauley Peterson
13.04.2018 – Das stark besetzte Dubai Open 2018 fand vom 2. bis 10. April statt und wurde vom Argentinier Diego Flores mit 7½ / 9 gewonnen. Mit einem halben Punkt Rückstand teilten sich Eduardo Iturrizaga (Venezuela), Ahmed Adly (Ägypten) und S.P. Sethuraman aus Indien die Plätze zwei bis vier. (Foto: Dubai Culture Club bei Facebook; (Flores) Carlos Ilardo / Graciela Manteiga (ChessBase Archiv)

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Buntes Feld in den Vereinigten Arabischen Emiraten

Wirft man einen Blick auf die Teilnehmerliste des Dubai Opens 2018, ist man überrascht über die Breite des Teilnehmerfelds. Die ersten zehn Spieler der Setzliste stammen aus der Ukraine, Ägypten, England, Armenien, Spanien, Aserbaidschan, Russland, Weißrussland, Argentinien und Indien — zehn Länder, vier Kontinente! Hört man, dass der Sieger aus Argentinien kommt, dann denkt man sofort an Sandro Mareco (Elo 2645), aber nicht er, sondern der auf Rang 21 gesetzte argentinische Meister Diego Flores machte mit einem Schlüsselsieg in der Schlussrunde am Ende das Rennen.

Award ceremony

Diego Flores bei der Preisverleihung mit Offiziellen (Foto: Dubai Chess and Culture Club bei Facebook)


Ergebnisse der neunten und letzten Runde

Name Pkt. Ergebnis Pkt. Name
Flores Diego 1 - 0 Ganguly Surya Shekhar
Iturrizaga Bonelli Eduardo ½ - ½ Adly Ahmed
Sethuraman S.P. ½ - ½ 6 Jones Gawain C B
Kryvoruchko Yuriy 6 ½ - ½ 6 Kovalev Vladislav
Can Emre 1 - 0 Amin Bassem
Akopian Vladimir ½ - ½ Debashis Das
Anton Guijarro David ½ - ½ Ghaem Maghami Ehsan
Narayanan.S.L 0 - 1 Safarli Eltaj
Deepan Chakkravarthy J. 0 - 1 Efimenko Zahar
Gupta Abhijeet ½ - ½ Karthikeyan P.

Nach verhaltenem Beginn rollte Flores das Feld von hinten auf. Er verlor nicht eine einzige Partie und holte in den letzten sechs Runden nicht weniger als 5½ Punkte. In der Schlussrunde spielte er mit einem riskanten positionellen Qualitätsopfer mit viel Risiko auf Gewinn: 

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12...Sxc4 13.Txc4 Tad8 14.Txg4!? Eine mutige Entscheidung! Mit dem Qualitätsopfer bekommt Weiß langfristiges Spiel auf den weißen Feldern und reißt die Initiative an sich, aber geht zugleich ein hohes Risiko ein. Nach 14...fxg4 15.Sd2 dachte Ganguly mehr als zehn Minuten nach und spielte dann 15...Dd7, worauf Flores fast eine halbe Stunde investierte, bevor er mit 16.Sc4  fortsetzte. Flores hatte Kompensation für die Qualität und Ganguly suchte sein Heil in einem Angriff am Königsflügel, aber verpasste dabei eine gute Möglichkeit:

 

In dieser Stellung liegt der Zug 30...Th6! (mit Mattdrohung auf h2) auf der Hand, aber die Fortsetzung 31.Tf2 Lb4! ist weniger offensichtlich. Schwarz droht 32...Le1 nebst eventuellem 33...f2+ und Weiß hat Probleme, diese Drohung zu parieren, z.B. 32.h4 Dg4 33.Kh2 Tg6 und Schwarz gewinnt.

In der Partie spielte Ganguly 30...Dh3 und danach kam Flores in Vorteil, denn nach 31.Tf2 Lb4?! hat Weiß jetzt 32.a3 und der Läufer muss den Rückzug antreten, da Le1 mit 33.Txf3 gekontert wird - Schwarz kann den weißen Turm wegen der schwachen Grundreihe nicht nehmen.

Flores gewann den Bauern auf f3 und sicherte sich mit taktischem Spiel ein gewonnenes Endspiel:

 

Es scheint, als hätte Schwarz die Probleme mit seiner schwachen Grundreihe gelöst, aber das täuscht: Flores spielte 35.Dc7! Da8 36.Da5! De8 37.De5! und erstickte mit diesem Damenmanöver das schwarze Gegenspiel. Im weiteren Verlauf der Partie erwiesen sich die drei Bauern und der Läufer des Weißen als stärker als der schwarze Turm.

Eine bittere Niederlage für Ganguly, der nach sieben Runden mit einem ganzen Punkt Vorsprung an der Spitze des Feldes gelegen hatte, dann aber zwei Mal hintereinander verlor. In Runde 9 (wie gesehen) gegen Flores, in Runde acht gegen Eduardo Iturrizaga.

Eduardo Iturrizaga

Eduardo Iturrizaga wurde Zweiter (Foto: dubaichess.ae)

David Antón

David Antón landete auf einen enttäuschenden 20. Platz (Foto: dubaichess.ae)

Nach dem Einbruch von Ganguly in den Runden acht und neun, ging der Turniersieg zwar an einen Argentinier, aber dennoch dominierten die indischen Spieler das Turnier. 73 der insgesamt 164 Teilnehmer stammten aus Indien. Und die indischen Spieler waren stark: so war IM Tania Sachdev mit einer Elo-Zahl von 2407 nur die Nummer 21 im indischen Starterfeld! 

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Dubai Open

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Und drei der vier Rating-Preise gingen an indische Spieler (unter 2300, unter 2200 und 2000 Elo)

Der Preis für den besten Spieler aus Dubai ging an IM Ibrahim Sultan, der mit einem Remis gegen den späteren Turniersieger Flores ins Turnier startete. IM Omar Noaman war der beste Spieler aus den Vereinigten Arabischen Emiraten und GM Amin Bassem der beste arabische Spieler. Der Frauenpreis ging an IM Sarasadat Khademalsharieh aus dem Iran. 


All Partien

Schlussstand (Top 30)

# Name Pkt Tb1
1 Flores Diego 7,5 0,0
2 Iturrizaga Bonelli Eduardo 7,0 0,0
3 Sethuraman S.P. 7,0 0,0
4 Adly Ahmed 7,0 0,0
5 Ganguly Surya Shekhar 6,5 0,0
6 Jones Gawain C B 6,5 0,0
7 Kryvoruchko Yuriy 6,5 0,0
8 Kovalev Vladislav 6,5 0,0
9 Safarli Eltaj 6,5 0,0
10 Can Emre 6,5 0,0
11 Efimenko Zahar 6,5 0,0
12 Zubov Alexander 6,0 0,0
13 Vishnu Prasanna. V 6,0 0,0
14 Harsha Bharathakoti 6,0 0,0
15 Tahbaz Arash 6,0 0,0
16 Yilmaz Mustafa 6,0 0,0
17 Gupta Abhijeet 6,0 0,0
18 Venkatesh M.R. 6,0 0,0
19 Rakhmanov Aleksandr 6,0 0,0
20 Anton Guijarro David 6,0 0,0
21 Ghaem Maghami Ehsan 6,0 0,0
22 Debashis Das 6,0 0,0
23 Akopian Vladimir 6,0 0,0
  Volkov Sergey 6,0 0,0
25 Maghsoodloo Parham 6,0 0,0
26 Mareco Sandro 6,0 0,0
27 Gagare Shardul 6,0 0,0
28 Krysa Leandro 6,0 0,0
29 Karthikeyan P. 6,0 0,0
30 Narayanan.S.L 5,5 0,0

Links

Übersetzung aus dem Englischen: Johannes Fischer



Macauley ist Editor in Chief der ChessBase News in Hamburg, Germany, und Producer des The Full English Breakfast chess podcast. Er war Co-Producer eines Dokumentarfilms über Magnus Carlsen.
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