Europa-Mannschaftsmeisterschaft: Deutsche Teams siegen

von Georgios Souleidis
26.10.2019 – In der 2. Runde der Mannschafts-Europameisterschaft kamen die deutschen Männer und Frauen zu ihren ersten Siegen. Rasmus Svane (im Bild) war beim 2,5:1,5 gegen Montenegro der Matchwinner, während die Frauen mit 3,5:0,5 die Aufgabe gegen die Schweiz souverän erledigten. Im Open liegen sechs Länder mit voller Punktzahl an der Spitze, darunter die Medaillenanwärter Armenien und Aserbaidschan. Im Frauenturnier sind die Topfavoritinnen aus Russland vorne gemeinsam mit vier weiteren Teams. | Fotos: Turnierseite, ECU

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Rasmus Svane schlägt direkt zurück

Nach dem enttäuschenden 2:2 zum Auftakt gegen Nordmazedonien rissen die deutschen Männer auch gegen Montenegro keine Bäume aus, doch gegen die Nr. 31 der Setzliste reichte es zu einem knappen Sieg mit 2,5:1,5. Liviu-Dieter Nisipeanu und Georg Meier nutzten die Französische Verteidigung, um mit Schwarz jeweils sehr solide ein Remis zu erreichen.

Matthias Blübuam versuchte seinen nominellen Vorteil zu nutzen, doch sein erfahrener Gegner, GM Dragan Kosic, gab sich keine Blöße an Brett zwei. Der Matchwinner war - wie man im Sportjargon gerne sagt - "ausgerechnet" Rasmus Svane. Der 22-jährige Großmeister aus Lübeck hatte seine Auftaktpartie gegen Nordmazedonien verloren, in seiner Partie gegen IM Blazo Kalezic war er aber von Beginn an der überlegene Spieler.

 

Nach den Punktverlusten für Russland und England zum Auftakt durfte Polen als Nr. 3 der Setzliste an den Spitzenbrettern starten. Die Unterschiede gegenüber Tschechien, die Nr. 12 der Setzliste, sind nicht so groß, so dass der knappe Sieg für Tschechien mit 2,5.1,5 nur als kleine Überraschung gewertet werden darf.

Aserbaidschan und Armenien gehören bei Mannschaftswettbewerben immer zu den Anwärtern auf eine vordere Platzierung, so auch in Batumi. Die Azeris sind sogar Titelverteidiger und obwohl Teimour Radjabov sich eine Auszeit gönnt, sind sie an vier gesetzt. Im Duell gegen Frankreich, das auf seinen Spitzenspieler Maxime Vachier-Lagrave verzichten muss, reichte es zu einem 2,5:1,5. Hier war Rauf Mamedov der Matchwinner, der sich gegen den erst 12-jährigen Marc Andria Maurizzi, der aber schon IM ist und eine Elo-Zahl von 2415 aufweist, durchsetzte.

Armenien kann sich immer auf Levon Aronian verlassen. Trotz der Strapazen vom Turnier auf Isle of Man, wo er nur knapp die Qualifikation für das Kandidatenturnier verpasste und sichtlich enttäuscht war, verteidigt er das Spitzenbrett für seine Heimat bei der EM. Im Kampf gegen Kroatien siegte er gegen den Europameister von 2018, Ivan Saric, und war mitverantwortlich für das 3:1.

Armnenien gegen Kroatien aus Sicht des Fotografen

Insgesamt liegen sechs Teams mit voller Punktzahl an der Spitze. Neben den drei genannten sind es Spanien, Ukraine und die Niederlande. Der Topfavorit auf Gold, Russland, kam in der 2. Runde zu einem sicheren Sieg mit 3:1 gegen Österreich, genau wie England, die sich mit dem selben Ergebnis gegen Dänemark durchsetzten.

Stand

Rk. SNo   Mannschaft   +    =    -   TB1   TB2   TB3 
1 5
 
Armenia 2 0 0 4 7,0 6,5
2 4
 
Azerbaijan 2 0 0 4 7,0 6,0
3 6
 
Spain 2 0 0 4 6,0 7,0
4 8
 
Ukraine 2 0 0 4 6,0 5,5
  12
 
Czech Republic 2 0 0 4 6,0 5,5
6 7
 
Netherlands 2 0 0 4 5,0 5,0
7 20
 
Sweden 1 1 0 3 6,0 5,5
8 10
 
Hungary 1 1 0 3 6,0 4,5
9 9
 
Germany 1 1 0 3 4,0 4,5
10 1
 
Russia 1 1 0 3 3,0 5,0
  2
 
England 1 1 0 3 3,0 5,0
12 14
 
Georgia 1 1 0 3 2,5 4,5
  17
 
Turkey 1 1 0 3 2,5 4,5
14 13
 
France 1 0 1 2 6,0 5,0
15 3
 
Poland 1 0 1 2 6,0 4,5
  18
 
Greece 1 0 1 2 6,0 4,5
  28
 
Switzerland 1 0 1 2 6,0 4,5
18 27
 
Moldova 1 0 1 2 6,0 4,0
  29
 
Republic of North Macedonia 0 2 0 2 6,0 4,0
20 19
 
Slovenia 1 0 1 2 4,0 5,0
21 11
 
Israel 0 2 0 2 4,0 4,0
  16
 
Romania 1 0 1 2 4,0 4,0
23 15
 
Croatia 1 0 1 2 4,0 3,5
  32
 
Estonia 1 0 1 2 4,0 3,5
25 24
 
Serbia 1 0 1 2 2,0 3,0
  25
 
Norway 1 0 1 2 2,0 3,0
27 34
 
Finland 0 1 1 1 6,0 3,5
  37
 
Georgia 2 0 1 1 1 6,0 3,5
29 21
 
Denmark 0 1 1 1 6,0 3,0
  22
 
Austria 0 1 1 1 6,0 3,0
31 30
 
Slovakia 0 1 1 1 4,5 3,5
  31
 
Montenegro 0 1 1 1 4,5 3,5
33 36
 
Lithuania 0 1 1 1 2,0 3,0
34 40
 
Kosovo 0 1 1 1 1,5 2,5
35 26
 
Italy 0 1 1 1 0,0 2,0
36 35
 
Albania 0 0 2 0 3,0 3,0
37 23
 
Belarus 0 0 2 0 3,0 2,5
  38
 
Belgium 0 0 2 0 3,0 2,5
39 33
 
Iceland 0 0 2 0 3,0 2,0
40 39
 
Scotland 0 0 2 0 2,0 1,0

Partien

 

Frauenturnier

Im Frauenturnier taten sich die Topfavoritinnen aus Russland gegen die zweite Mannschaft der Georgierinnen schwer, siegten aber letztendlich 2,5:1,5. Mit Georgien 1, Rumänien, Italien und Spanien haben vier weitere Teams die volle Punktzahl nach zwei Runden. Deutschland gelang mit 3,5:0,5 ein überzeugender Sieg gegen die Schweiz. Sarah Hoolt, Fiona Sieber und Annmarie Mütsch gewannen ihre Partien, während Hanna Marie Klek ein Remis beisteuerte.

Sarah Hoolt (links) und Fiona Sieber verteidigen die Spitzenbretter für Deutschland

Stand

Rg. Snr   Mannschaft   +    =    -   Wtg1   Wtg2   Wtg3 
1 8
 
Romania 2 0 0 4 8,0 7,5
2 2
 
Georgia 2 0 0 4 7,0 6,5
  12
 
Spain 2 0 0 4 7,0 6,5
4 1
 
Russia 2 0 0 4 7,0 6,0
5 11
 
Italy 2 0 0 4 5,0 5,5
6 13
 
Armenia 1 1 0 3 6,0 5,5
7 6
 
France 1 1 0 3 6,0 5,0
8 4
 
Poland 1 1 0 3 5,0 4,5
9 16
 
Slovakia 1 1 0 3 3,0 5,0
10 7
 
Hungary 1 1 0 3 2,5 4,5
11 9
 
Georgia 2 1 0 1 2 6,0 5,0
12 3
 
Ukraine 1 0 1 2 6,0 4,0
13 15
 
Serbia 1 0 1 2 4,5 5,0
14 19
 
Germany 1 0 1 2 3,0 5,0
15 5
 
Azerbaijan 1 0 1 2 2,0 4,5
  10
 
Turkey 1 0 1 2 2,0 4,5
17 14
 
Netherlands 1 0 1 2 2,0 3,0
  17
 
Israel 1 0 1 2 2,0 3,0
19 29
 
Finland 1 0 1 2 1,5 3,0
20 25
 
Slovenia 1 0 1 2 1,0 3,5
21 21
 
Latvia 1 0 1 2 0,0 3,5
  24
 
England 1 0 1 2 0,0 3,5
23 26
 
Austria 1 0 1 2 0,0 2,5
24 20
 
Greece 0 1 1 1 6,0 3,5
  32
 
Georgia 3 0 1 1 1 6,0 3,5
26 23
 
Croatia 0 1 1 1 6,0 3,0
27 18
 
Czech Republic 0 0 2 0 4,0 2,5
28 27
 
Switzerland 0 0 2 0 4,0 1,5
  28
 
Norway 0 0 2 0 4,0 1,5
30 22
 
Sweden 0 0 2 0 3,0 2,5
31 30
 
Belgium 0 0 2 0 3,0 2,0
32 31
 
Republic of North Macedonia 0 0 2 0 2,0 1,5
 

Turnierseite...

Ergebnisse bei Chess-results...




Georgios Souleidis ist Internationaler Schachmeister und hat in Bochum Publizistik und Kommunikationswissenschaft studiert. Er arbeitet als Journalist, Autor und Schachtrainer. Er schreibt u.a. als Chefredakteur für die Schachbundesliga, für Chessbase, die Zeitschrift SCHACH, SPIEGEL ONLINE oder die Deutsche Presse-Agentur. Falls er mal nicht schreibt, Training gibt oder auf seinem YouTube-Kanal Schach lehrt, versucht er aktiv am Brett zu beweisen, dass 1. e2-e4 der beste Eröffnungszug ist.
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