Frauen-EM in Batumi hat begonnen: Deutsche Spielerinnen starten mit 7/7!

von Matthias Muth
26.05.2026 – Die 26. Einzel-EM der Frauen startete am Pfingstmontag im georgischen Batumi. Mit dabei sind auch sieben DSB-Spielerinnen, unter ihnen auch Deutschlands Spitzenspielerin Dinara Wagner. Glücklicherweise aus deutscher Sicht blieben sie in der ersten Runde von den vielen Überraschungen in der ersten Runde des elfrundigen Turniers verschont. | Fotos: Matthias Muth, Stefan Liebig (Titelbild)

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In der Metropole am Schwarzen Meer treten sieben Spielerinnen für den Deutschen Schachbund an. Die Spitze der Setzliste bei den diesjährigen Europameisterschaften ist sehr ausgeglichen besetzt, so liegen die ersten 30 Setzlistenplätze alle innerhalb von 100 ELO-Punkten. In dieser Favoritengruppe befindet sich nicht nur die deutsche Spitzenspielerin Dinara Wagner, sondern auch Hanna Marie Klek, die sich in den vergangenen vier Monaten um stolze 67 Wertungspunkte verbessern konnte.

Es wird im Kampf um die Medaillenränge stark auf die Tagesform ankommen. Daneben qualifizieren sich nach derzeitigem FIDE-Reglement die besten zehn Spielerinnen für den prestigeträchtigen Worldcup 2027. Eine solche Top-10-Platzierung gelang einer DSB-Spielerin zuletzt im Jahr 2019: Elisabeth Pähtz erspielte sich einen ausgezeichneten dritten Platz. Daher drückt sich Dinara Wagner auch vorsichtig aus und „kann für dieses Jahr keine echte Prognose abgeben“.

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Drei der sieben deutschen Teilnehmerinnen (v.l.n.r.): Hanna Marie Klek, Josefine Safarli und Charis Peglau. | Foto: Matthias Muth

Aus dem einstigen Powergirls-Programm treten zudem Jana Schneider, Fiona Sieber und Josefine Safarli an. Letztere möchte „einfach nur ein gutes Turnier spielen“. Nur, wenn dies gelinge, „kann man auch anfangen, von mehr zu träumen“.
Besonders motiviert sind die beiden Nachwuchsspielerinnen. Charis Peglau hat ihren Verein Seeblick Dippoldiswalde zuletzt mit hervorragendem Ergebnis am Spitzenbrett zurück in die Frauen-Bundesliga geführt. Luisa Bashylina ist dort schon längere Zeit für Traditionsverein Solingen aktiv. Die Klingenstädterin möchte ihre „gute Form mit einer konzentrierten Leistung bestätigen und bei Gelegenheit die dritte WIM-Norm erspielen“. 
In der ersten Runde warteten auf alle sieben DSB-Spielerinnen Gegnerinnen mit niedrigerer Wertungszahl, darunter allerdings auch einige sehr junge Teilnehmerinnen. Die Auslosung bescherte den Deutschen zudem sechs Mal die weißen Steine. 
Nach nur wenigen Minuten stand Josefine Safarli auf Gewinn und verwertete diesen Vorteil souverän, indem sie den gegnerischen König unter Dauerbeschuss nahm. kommentierte im Nachhinein den schweren strategischen Eröffnungsfehler ihrer Gegnerin: „Den Bauern zu nehmen war schon sehr lebensmüde.“ 

Ebenso erfolgreich verlief die Jagd auf den gegnerischen König bei Fiona Sieber, Luisa Bashylina und Charis Peglau und Hanna Marie Klek:


Anspruchsvoller waren die Partien von Jana Schneider, die aber gleich erkannte, dass „das Endspiel mit zwei Figuren gegen den Turm technisch gewonnen ist“. Am längsten spielte Dinara Wagner, die ihre Gegnerin im Turmendspiel so lange quälte, bis dieser der entscheidende Fehler unterlief.

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Die deutschen Damen starteten damit perfekt ins Turnier, während vor allem an den ersten 20 Brettern überraschend viele Remisen zu sehen waren und die ein oder andere Favoritin sogar den vollen Punkt abgeben musste. In der zweiten Runde steht mit der Partie Sieber gegen Klek bereits das erste direkte DSB-Duell an.

Die deutschen Spielerinnen in der Übersicht

Rd. Br. Setzl. Name Elo Pkt. Erg. Pkt. Name Elo Setzl.
1 9 9
IM Wagner Dinara 2408 0 1 - 0 0 WFM Odisharia Teona 2167
91
1 23 23
WGM Klek Hanna Marie 2369 0 1 - 0 0 WFM Ivekovic Tihana 2119
105
1 51 51
WGM Schneider Jana 2283 0 1 - 0 0 Esadze Tamari 1974
133
1 55 55
WGM Safarli Josefine 2253 0 1 - 0 0 Demirtas Hafize 1928
137
1 59 59
WFM Peglau Charis 2238 0 1 - 0 0 Giorgadze Mariam Ere 1909
141
1 70 152
Saltkhutsishvili Sara 1763 0 0 - 1 0 WGM Sieber Fiona 2224
70
1 74 75
WFM Bashylina Luisa 2208 0 1 - 0 0 Manukyan Tamara 1707
157
Sr. Name Elo 1 Pkt. Rg.
9 IM Wagner Dinara 2408 1 1 30
23 WGM Klek Hanna Marie 2369 1 1 34
51 WGM Schneider Jana 2283 1 1 42
55 WGM Safarli Josefine 2253 1 1 44
59 WFM Peglau Charis 2238 1 1 46
70 WGM Sieber Fiona 2224 1 1 19
75 WFM Bashylina Luisa 2208 1 1 54

Die Paarungen in Runde 2

Result

Rd. Br. Setzl. Name Elo Pkt. Pkt. Name Elo Seztl.
2 2 2
IM Osmak Yuliia 2451 1 1 WFM Peglau Charis 2238
59
2 6 64
WIM Piddubna Bozhena 2235 1 1 IM Wagner Dinara 2408
9
2 12 70
WGM Sieber Fiona 2224 1 1 WGM Klek Hanna Marie 2369
23
2 17 75
WFM Bashylina Luisa 2208 1 1 IM Milliet Sophie 2361
29
2 27 124
WFM Hayrapetyan Nvard 2057 1 1 WGM Schneider Jana 2283
51
2 31 165
Lozovych Milanika 0 1 1 WGM Safarli Josefine 2253
55

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Matthias Muth, Jahrgang 1996, arbeitet als Jurist in München und gibt zudem Schachkurse für die Münchener Schachakademie GmbH. Er hat zuvor die laotische Nationalmannschaft trainiert und zur Schacholympiade 2022 in Chennai begleitet. Für seinen Verein SC 1934 Gelnhausen spielte er einst in der Hessenliga. Darüber hinaus konnte er sich als Hessischer Jugendeinzelmeister für eine Deutsche Jugendmeisterschaft qualifizieren.
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