15.07.2017 – Teimour Radjabov konnte seine Tabellenführung heute mit einem Kurzremis festigen, sein Verfolger Alexander Grischuk hatte lange Vorteil in einer Positionspartie gegen Shakriyar Mamedyarov, der Aseri rettete sich jedoch mit einem starken Qualitätsopfer - eine sehenswerte Partie! Gewinner des Tages ist zum wiederholten Male Ian Nepomniachtchi, der es morgen plötzlich selbst in der Hand hat, das Turnier für sich zu entscheiden.
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Nachdem Teimour Radjabov sich gestern mit einem schönen Sieg über Peter Svidler an die Tabellenspitze absetzen können - eine englischsprachige Analyse des feinen Positionssieges finden Sie hier - bekam er heute mit Alexander Riazantsev ein vergleichsweise einfaches Los. Zum einen durfte er nochmal die weißen Steine führen, zum anderen ist Riazantsev mit bisher nur einem gesammelten Punkt kein direkter Konkurrent um einen der beiden Qualifikationsplätze für das Kandidatenturnier. Radjabov entschied sich heute dafür, schnell einen halben Punkt mitzunehmen und damit zumindest die Tabellenführung zu bewahren.
Radjabovs beiden schärfsten Verfolger hatten immerhin mit schweren Losen zu kämpfen. Alexander Grischuk traf auf den Führenden der Gesamtwertung Shakriyar Mamedyarov und Pentala Harikrishna musste mit Schwarz gegen Li Chao antreten. Wie die Ergebnisse verraten, ging Radjabovs Strategie voll und ganz auf, denn keiner der beiden konnte seinen Vorsprung zunichte machen.
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Ein spannendes Gefecht lieferten sich Alexander Grischuk und Shakriyar Mamedyarov
Für Grischuk wird es nun eng mit der Qualifikation für das Kandidatenturnier. Ein alleiniger Sieg ist nicht mehr möglich, denn sollte Radjabov morgen verlieren, so kommt sein Gegner Ian Nepomniachtchi auf 6 Punkte. Der Moskauer feierte heute neben seinem 27. Geburtstag seinen dritten Weißsieg in Folge. Gegen einen aggressiv aufspielenden Levon Aronian konnte er in einer taktisch geprägten Partie die Oberhand behalten.
Nepomniachtchi-Aronian
Interview Nepomniachtchi
Für Aronian ist damit die letzte Chance verspielt, sich über den Grand Prix für das Kandidatenturnier 2018 zu qualifizieren. Da er den Elonachteil auf Wesley So, Fabiano Caruana und Vladimir Kramnik vermutlich nicht mehr aufholen kann, muss er alles auf sein leztes Eisen im Feuer, den World Cup in Batumi setzen.
Sich vom Verfolgerteam verabschieden musste sich Pentala Harikrishna. Der Inder kassiert eine Niederlage gegen Li Chao und reiht sich damit mit 4.5/8 im breiten Mittelfeld ein. Auf dieselbe Punktzahl kommt nun auch Michael Adams, der Richard Rapport besiegen konnte.
Nepomniachtchi kann es morgen also aus eigener Kraft das Turnier noch gewinnen. Für die Gesamtwertung wird dies allerdings nur mittelbar eine Rolle spielen, da er mit nur 73 Punkten aus zwei Turnieren keinerlei Chancen auf die Qualifikationsplätze hat. Mamedyarov hat morgen die große Chance auf +2 zu kommen, was den geteilten dritten Platz bedeuten würde und wohl für das Ticket reichen sollte. Für Grischuk ist die Lage etwas schwieriger, doch ebenso noch machbar: der mögliche geteilte erste Platz bringt immerhin 155 Punkte, womit Grischuk auf insgesamt 366 Zähler käme.
Ausschnitt aus der Gesamtwertung (nur Spieler mit guten Chancen):
Marco BaldaufMarco Baldauf, Jahrgang 1990, spielt seit seinem sechsten Lebensjahr Schach. Zwei Mal wurde er Deutscher Jugendmeister, seit 2015 spielt er für die Schachfreunde Berlin in der Bundesliga. Für Chessbase schreibt er gelegentlich auf der Homepage, kommentiert live oder versucht sich als Autor von Fritztrainern.
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