Größte Jugend-Vereinsmeisterschaft aller Zeiten

von Falco Nogatz
04.01.2018 – Die Deutsche Schachjugend freut sich über großen Zuspruch bei den Jugendvereinsmeisterschaft, die zwischen Weihnachten und Neujahr an fünf Spielorten ausgetragen wurden. In der U10-Meisterschaft in Magdeburg nahmen nicht weniger als 80 Mannschaften teil. (Foto: DSJ)

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Größte DVM bietet größte Spannung

Die Deutschen Vereinsmeisterschaften begannen 2017 eigentlich wie immer: Die Ausschreibungen wurden einmal mehr später als gewünscht veröffentlicht. Doch trotz der ärgerlichen Verspätung - erst sie ermöglichte es, dass wir euphorisch vermelden konnten: "DVM U10 innerhalb von 48 Stunden völlig ausgebucht!" Und so wurde die Beschränkung auf 60 Teams direkt wieder gekippt. Dank der 80 Mannschaften und 364 Kinder der U10 war 2017 am Ende die größte DVM aller Zeiten! Nicht vergessen werden sollte an dieser Stelle jedoch, dass die offene DVM U20w erstmals so wenig Vereine anlockte, dass man mit nur acht Teams im Rundensystem spielte. So gegenläufig die Entwicklung der jüngsten und ältesten Altersklasse auch ist, beide Extreme erfordern Anpassungen für die Zukunft.

U10 in Magdeburg

Bei 80 Mannschaften kommt schon von allein viel Spannung auf. Am Ende kam es aber auch wirklich zu einem Fotofinish in der U10 in Magdeburg! Seit der dritten Runde führte der DWZ-Primus SC Borussia 1920 Friedrichsfelde die Rangliste an, blieb ohne jeden Verlust. Erst in der Schlussrunde stolperte der Hauptstadtverein dann über den Stadtrivalen SV Empor Berlin und fiel auf Rang 2 zurück. Empor sicherte sich dank des 3:1-Sieges noch den verbliebenen Treppchenplatz, zog doch USV TU Dresden an allen vorbei und krönte sich zum Deutschen Meister. Apropos Berlin – in den Top 6 der DVM U10 finden sich vier Hauptstadtteams. Da wächst was heran!

Endstand

Pl. Verein Ø DWZ Land Pkt.
1 USV TU Dresden 1 1298 SAC 12
2 SC Borussia 1920 Friedrichsfelde 1500 BER 12
3 SV Empor Berlin 1 1343 BER 11
4 SF Brackel 1268 NRW 11
5 Schachpinguine Berlin 1 1399 BER 10
6 SC Kreuzberg 1259 BER 10
7 BSG Grün-Weiß Leipzig 1 1287 SAC 10
8 Düsseldorfer SV 1196 NRW 10
9 Hamburger SK 1 1228 HAM 10
10 DJK Aufwärts St. Josef Aachen 1242 NRW 10
11 SK Lehrte 1118 NDS 10
12 SV Roter Turm Halle 1 1276 S-A 9

80 Mannschaften

 

U10 in Magdeburg

U 12 in Magdeburg

Ebenfalls in Magdeburg wurde die U12-Meisterschaft ausgespielt, bei der es einen Start-Ziel-Sieg gab: Der Hamburger SK führte bereits nach sechs Runden uneinholbar das Feld an. Bis auf drei Punkte waren die Startranglistenzweiten der Schachzwerge Magdeburg vor der Schlussrunde distanziert. In dieser setzte der HSK dem Titelgewinn noch die Krone auf und fegte SK Freiburg-Zähringen noch mit einem glatten 4:0 von den Brettern. Nur zwei verlorene Partien im gesamten Turnier sprechen für sich.

Endstand

Pl. Verein Ø DWZ Land Pkt.
1 Hamburger SK 1759 HAM 14
2 Schachzwerge Magdeburg 1730 S-A 10
3 SC Turm Lüneburg 1545 NDS 10
4 SG Porz 1558 NRW 9
5 SF Nordost Berlin 1536 BER 9
6 USV TU Dresden 1570 SAC 8
7 SV Dresden-Leuben 1389 SAC 7
8 SK Freiburg-Zähringen 1315 BAD 7
9 SC Tarrasch 45 München 1411 BAY 7
10 SK Münster 1359 NRW 7
11 USC Magdeburg 1411 S-A 7
12 SG Trier 1584 RLP 6
13 SC Vaterstetten 1362 BAY 6
14 SK Gründau 1531 HES 6
15 SC Landskrone 1374 RLP 6
16 SF 1876 Göppingen 1087 WÜR 4
17 Klub Kölner SF 1271 NRW 3
18 VfL Gräfenhainichen 966 S-A 0
 

U12 in Magdeburg

U 14 in Verden

Der SC Aurich richtete in Verden/Aller die U14 aus. Wie sehr diese Altersklasse vom Meister SG Porz und Vize Reideburger SV 90 Halle dominiert wurde, wird daran deutlich, dass diese zwei Teams ganze sechs der sieben Runden die Tabelle anführten! Nach der deutlichen 0,5:3,5-Niederlage im direkten Duell konnte die Mannschaft aus Sachsen-Anhalt nur noch auf einen Patzer hoffen, der allerdings ausblieb.

Die Porzer Mannschaft (Foto: DSJ)

Endstand

Pl. Verein Ø DWZ Land Pkt.
1 SG Porz 1966 NRW 13
2 Reideburger SV 90 Halle 1958 S-A 12
3 SV Empor Berlin 1797 BER 9
4 SV Mattnetz Berlin 1817 BER 8
5 Hamburger SK 1792 HAM 8
6 SK München Südost 1710 BAY 8
7 SF HN-Biberach 1562 WÜR 8
8 SK Blauer Springer Paderborn 1595 NRW 8
9 Biebertaler SF 1700 HES 7
10 SC Weisse Dame 1765 BER 7
11 SK König Plauen 1652 SAC 6
12 SF Katernberg 1599 NRW 6
13 SF Brackel 1608 NRW 6
14 SF Augsburg 1576 BAY 5
15 SF Konz-Karthaus 1535 RLP 5
16 SK Bebenhausen 1448 WÜR 4
17 SC Aurich 1459 NDS 3
18 SV Dresden-Striesen 1370 SAC 3
 

U 14 in Verden

U 14w in Neumünster

Dominanz auch in der U14w, die von TuRa Harksheide in Neumünster ausgetragen wurde. Bereits eine Runde vor Schluss war dort das Titelrennen entschieden. Die SG Solingen wiederholt ihren Vorjahreserfolg und sind möglicherweise die einzige Mannschaft auf Bundesebene, der es mal gelang, den Titel mit der exakt gleichen Aufstellung zu verteidigen. Auch der Drittplatzierte, Schachzentrum Seeblick, sorgte für ein Novum, denn wann gab es je ein DVM-Team bestehend aus vier Schwestern?

Team Solingen (Foto: DSJ)

Vier Schwestern im Team Seeblick (Foto: DSJ)

Endstand

Pl. Verein Ø DWZ Land Pkt.
1 SG Solingen 1728 NRW 13
2 Düsseldorfer SK 1599 NRW 11
3 Schachzentrum Seeblick 1504 SAC 10
4 SK Nordhorn-Blanke 1442 NDS 9
5 SC Borussia 1920 Friedrichsfelde 1397 BER 9
6 Karlsruher SF 1339 BAD 8
7 Erfurter SK 1360 THÜ 7
8 OSG Baden-Baden 1411 BAD 7
9 SG Blau-Weiß Stadtilm 1362 THÜ 7
10 SK Bad Homburg 1325 HES 7
11 SG Leipzig 1480 SAC 7
12 USV Halle 1518 S-A 7
13 SF Sasbach 1391 BAD 7
14 SV SF Friedrichshagen 1338 BER 7
15 VSG 1880 Offenbach 1251 HES 7
16 SF Brackel 1449 NRW 6
17 SG Porz 1157 NRW 4
18 TuRa Harksheide Norderstedt 1160 SHO 4
19 SK Neumarkt 1188 BAY 2
20 SC Vaterstetten 1073 BAY 1
 

U 14w in Neumünster

U 16 in Walldorf

Recht schnell fiel die Schlussrundenentscheidung in der U16 in Walldorf. Nach weniger als drei Stunden führte der Spitzenreiter Hamburger SK bereits in seiner Begegnung mit 2,5 Brettpunkten und war damit durch kein anderes Team mehr einzuholen. Die Setzlistenzweiten besiegten in Runde 3 den DWZ-Primus und späteren Vizemeister SG Aufbau Elbe Magdeburg, ließen das Titelrennen durch die anschließende Niederlage gegen die SF Brackel (3. Platz) aber nochmal spannend werden. Letztlich genügen aber auch die 12 Mannschaftspunkte, um alle Konkurrenten zu distanzieren.

Die Mannschaft des Hamburger SK (Foto: DSJ)

Endstand

Pl. Verein Ø DWZ Land Pkt.
1 Hamburger SK 2054 HAM 12
2 SG Aufbau Elbe Magdeburg 2083 S-A 11
3 SF Brackel 1925 NRW 9
4 MS Halver-Schalksmühle 1868 NRW 9
5 Delmenhorster SK 1897 BRE 8
6 Karlsruher SF 1831 BAD 8
7 SF Augsburg 1776 BAY 8
8 SK Bebenhausen 1866 WÜR 8
9 SV 1947 Walldorf 1716 BAD 8
10 Post SV Uelzen 1825 NDS 7
11 SV Hemer 1661 NRW 7
12 SK Bingen 1704 RLP 6
13 SG Turm Leipzig 1627 SAC 6
14 SVG Saarbrücken 1629 SAA 6
15 SG Bochum 1776 NRW 5
16 SC 1997 Lambsheim 1701 RLP 5
17 BSG Grün-Weiß Leipzig 1605 SAC 5
18 SG Königskinder Hohentübingen 1740 WÜR 5
19 SG Schwäbisch Gmünd 1581 WÜR 4
20 SK Gräfelfing 1711 BAY 3
 

U 16 in Walldorf

U 20 in Düsseldorf

Spannung bis zum Schluss dagegen in der U20: Zwar war die SG Porz mit einem Mannschaftspunkt Vorsprung in die Finalrunde gegangen, doch mussten sie am Ende ohne ihr Spitzenbrett den alles entscheidenen Kampf bestreiten. In einer spannenden Begegnung reichte es zum 3:3 gegen TuS Coswig. Ob das aber auch zum Titelgewinn reichen würde, blieb angesichts der erstmals angewendeten und noch etwas unkalkulierbar erscheinenden Sonneborn-Berger-Feinwertung unklar. Der direkte Verfolger Hamburger SK ließ ein deutliches 5:1 gegen die OSG Baden-Baden folgen, doch auch das sollte nur mehr zum Vizetitel reichen.

Team Solingen (Foto: DSJ)

Endstand

Pl. Verein Ø DWZ Land Pkt.
1 SG Porz 2149 NRW 11
2 Hamburger SK 2189 HAM 11
3 SK Doppelbauer Kiel 2043 SHO 9
4 SF Sasbach 2119 BAD 9
5 USV Halle 1998 S-A 9
6 OSG Baden-Baden 2102 BAD 8
7 USV Potsdam 1949 BRA 8
8 SG Bochum 2034 NRW 7
9 TuS Coswig 1892 SAC 7
10 SC Bavaria Regensburg 1931 BAY 7
11 SK König Plauen 1902 SAC 7
12 Heilbronner SV 1860 WÜR 6
13 LSV Turm Lippstadt 1951 NRW 5
14 SK Frankenthal 1805 RLP 4
15 Düsseldorfer SK 1924 NRW 4
16 Schachforum Darmstadt 1613 HES 0
 

U 20 in Düsseldorf

U 20w in Düsseldorf

Ebenso in Düsseldorf spielte die U20w, jedoch im Rundenturnier. In dieses war die Spvgg 1946 Stetten mit deutlichem DWZ-Vorsprung gestartet. Dennoch blieb der Ausgang länger spannend, als es die DWZ-Unterschiede in der Startrangliste erwarten ließen. Am Ende setzte sich das bayerische Viererteam aber doch mit 2 Punkten Vorsprung vor den punktgleichen TuRa Harksheide, SG Leipzig und SV Lingen durch.

Das Team der Spvgg Stetten (Foto: DSJ)

Endstand

Pl. Verein Ø DWZ Land Pkt.
1 Spvgg 1946 Stetten 1960 BAY 12
2 TuRa Harksheide Norderstedt 1796 SHO 10
3 SG Leipzig 1765 SAC 10
4 SV Lingen 1632 NDS 10
5 USG Chemnitz 1497 SAC 6
6 Leegebrucher SF 1503 BRA 4
7 Karlsruher SF 1545 BAD 2
8 SK Endingen 1374 BAD 2
 

U 20w in Düsseldorf

Diese Meisterschaften wären nicht möglich gewesen ohne die fünf Ausrichtervereine, ihre vielen Helfer, die DSJ-Schiedsrichter, die tatkräftige Unterstützung der DSJ-Geschäftsstelle und natürlich alle teilnehmenden Vereine, Kinder und Betreuer. Herzlichen Dank für die vielen helfenden Hände und abermals tollen Meisterschaften!

DSJ-Turnierseite...




stammt aus Frankfurt (Oder) und ist seit seiner Schulzeit ehrenamtlich in der Deutschen Schachjugend tätig. Als Abiturient war er bereits Referent für Öffentlichkeitsarbeit. Derzeit ist er Nationaler Spielleiter der DSJ, Schiedsrichter und betreut außerdem die DSJ-Facebookseite und ihren Twitteraccount.
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