Harald Schneider-Zinner verlässt ÖSB

von Christian Srienz
28.04.2021 – Harald Schneider-Zinner war einer der großen Aktivposten im Österreichischen Schachverband. Er machte den Schachverein Ottakring zum Sport(!)-Verein des Jahres 2016 (Foto), brachte als Jugendkadertrainer große Talente hervor und belebte als Nationaltrainer der Frauen das Frauenschach im Land. Nun verlässt er den ÖSB.

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… und auf einmal ist er weg?!

Harald Schneider-Zinner verlässt den Österreichischen Schachverband!

Neue Kräfte haben sich durchgesetzt. Während eines weltweiten schachlichen Booms und eines darniederliegenden Meisterschaftsbetriebs hat sich der Österreichische Schachbund (ÖSB) mehr als nur neue Gesichter verpasst.

Der neue Stil und die Neuausrichtung werden sich ohne Harald Schneider-Zinner profilieren müssen. Ohne Getöse - vorausschauend, strukturiert, verlässlich und loyal seinen Partner*innen gegenüber - hat der Bundesjugendtrainer und langjährige Leiter der Trainerausbildung den ÖSB verlassen. Sicherlich eine Bauchentscheidung: Aber eine, die sich aus den Erfahrungen der letzten 20 Jahre im Schachsport nährt, gepaart mit dem Erkennen von Entwicklungen und einer scharfen Analyse mit einer prompten Entscheidung.

Harald Schneider-Zinner

Harald Schneider-Zinner ist weg. Der Mann, der den Schachklub Ottakring zum österreichischen Sportverein (aller Sportarten, ja!) 2016 geführt hat, der Jugendkaderleiter, bei dem Valentin Dragnev und Felix Blohberger (die zukünftigen Schachstars in Österreich) groß werden konnten, der Nationaltrainer der Frauen, der abseits eines Blickes auf schnelle Erfolge den Weg für künftige Großmeisterinnen aus Österreich vorbereitet hat.

Er ist weg, aber er hinterlässt beachtenswerte Erfolge und von ihm gestaltete Strukturen - überall, wo er werkte und wirkte, kann gesehen werden: Aufbau und Nachhaltigkeit prägen seine Arbeit.

Das Kadertraining in Wien, geleitet von Landestrainerin Annika Fröwis mit einem Spitzenteam mit Florian Schwabeneder, Georg Fröwis, Simon Pacher, Harald Pingitzer an der Seite, sucht seinesgleichen: Gewachsene Strukturen, die so leicht nicht zerstörbar sind.

Der Schachklub Ottakring ist zu einem der lebendigsten Schachklubs in Österreich geworden. Auch dies ist nur möglich, weil hier viele aktiv mitarbeiten: Tobias Mayrhuber, Philipp Scheffknecht, Adam Steiner und Denise Trippold sind neben vielen anderen mit viel Engagement organisatorisch, trainierend und vernetzend unterwegs.

Und sein letztes Herzstück, die Leitung des Frauenkaders, setzt dem Ganzen die Krone auf. Was hier passiert ist und bleiben wird, war vor einigen Jahren noch unvorstellbar. Das gesamte Frauen-Nationalteam trainiert, werkt, organisiert Turniere, macht Öffentlichkeitsarbeit, nimmt sich Platz im ÖSB und nimmt sich Zeit für die jetzt heranwachsende Generation an Schachspielerinnen. Bravo!

Ein kurzer Applaus, bei dem es nicht bleiben soll: Noch mehr muss hier geschehen. Mehr Geld, mehr Ressourcen, mehr Unterstützung abseits wohlwollender Worte.

Kurz: Harald Schneider-Zinner baut auf, er zerstört nicht – und er setzt konsequent auf Teamarbeit. Er legt Schienen, er ist keiner, der es notwendig hat, Anderen zu sagen und zu zeigen: Ohne mich, da geht nichts! Es bleibt zu hoffen, dass ihn sein Weg zu einer anderen Zeit wieder zum Österreichischen Schachbund bringen wird.

Dem österreichischen Schach bleibt er erhalten. Das ist gut.

Christian Srienz

 


Christian Srienz ist Schachspieler und Schachtrainer und lebt in Wien. Er entwickelte das Breitenschachprojekt Nachbarschaftliche Schachpartie. Im Schach ist er für die Vorarlberger Vereine Hörbranz und Lochau aktiv. Für den Österreichischen Schachbund engagiert er sich als Nachwuchskoordinator für Wien und das Burgenland.
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chili sin carne chili sin carne 28.04.2021 10:13
ich denke, dass ist ein fall für krennwurzn und seine investigativen fähigkeiten. er hat sie bereits unter beweis gestellt:
https://www.schach-welt.de/tag/%C3%96sterreich
(das interview von krennwurzn mit harald schneider-zinner)
gambler1 gambler1 28.04.2021 07:17
hmm, die ÖSB Ausschreibung der Neubesetzung ist zuvor schon ergangen. Der ÖSB hat auch überraschend eien neuen Präsidenten, der 27.4. im Fernsehen, ORF III, Erbe Österreich, das österreichische Schach recht gut dargestellt hat. Ex Präs. Hursky hatte allerdings viele gute Kontakte zu Politik und Geld, was auch nicht schaden kann.
Ich kann diese Wechsel ohne nähere Kentnis von Fakten überhaupt nicht nachvollziehen, ob das von den Handelnden oder der Basis gewollt, sinnvoll oder gar unsinng war.
Um IM Harald Schneider-Zinner als Jugend Bundestrainer und Organisator, ist es jedenfalls extrem schade, hat er doch beim Aufstieg der österreichischen Jugend und spezell des Frauen-Schachs doch herborragende Anteile !!
Krennwurzn Krennwurzn 28.04.2021 06:14
Und wo ist er hin?
Hoffentlich ist ihm nichts passiert? Der Artikel lässt die Leser vollkommen im Unklaren ...
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