Karel Mokry, am 7. Februar in Prostejov (Proßnitz) geboren, wurde als begabter Jugendlicher schon mit 16 Jahren erstmals zu einem Vergleichskampf gegen eine Auswahlmannschaft der DDR eingeladen. 1977 gewann er die tschechoslowakische Jugendmeisterschaft und nahm dann als Vertreter der Tschechoslowakei bei den Jugendeuropameisterschaften in Groningen teil, wo er bei 32 Teilnehmern den fünften Platz belegte.

Tischbierek – Mokry, 1982, beim U26-Dreikampf Tschechoslowakei–DDR–Polen in Houstka bei Stará Boleslav | Foto: www.chess.cz
Zu Mokrys größten Erfolgen bei Turnieren gehören der 1. Platz im U-18 Turnier von Decín (1979), der 2. Platz in Prag (1982), der 1.Platz in Karvina (1982), der 1. Platz in Reggio Emilia (1983/84), die geteilten 1. Plätze in Trnava (1983 und 1984) und der 1. Platz in Kopenhagen (1985).

Karel Mokry gegen Bela Toth, Reggio Emilia 1983/84 | Foto: unoscacchista.com
Bei seinem Turniersieg in Reggio Emilia besiegte Mokry unter anderem John Nunn.
Dreimal wurde Karel Mokry bei den tschechoslowakischen Landesmeisterschaften Vizemeister (1982, 1985 und 1989). 1995 gewann er in Olomouc die tschechische Meisterschaft.

Mokry und Jansa bei der Tschechoslowakischen Meisterschaft in Prag 1986. | Foto: www.chess.cz
Zwischen 1984 und 1992 nahm Karel Mokry viermal für die Tschechoslowakei an Schacholympiaden teil. 1990 verfehlte das tschechoslowakische Team als Vierter nur knapp die Medaillenränge. Mokry war fünftbester Spieler am ersten Reservebrett. 1994 und 1994 spielte Mokry bei zwei weiteren Schacholympiaden für Tschechien, nachdem er zuvor vom slowakischen in den tschechischen Verband gewechselt war.

UdSSR gegen CSR, Schacholympiade Dubai 1986 | Foto: www.chess.cz
Mokry, der im Laufe seiner Karriere das Reisen zu den Turnieren immer weniger mochte, weil er viele unangenehme Erlebnisse hatte, hatte auch an die Schacholympiaden nicht nur gute Erinnerungen. In einem Interview nannte er die Schacholympiade in Moskau 1984 als die am schlechtesten organisierte Schacholympiade, die er miterlebt hatte:
"Die Moskauer Schacholympiade war wohl die mit Abstand schlechtesten Schacholympiade der Geschichte. Ich verstehe, dass die Organisation mangelhaft sein kann, aber was in Moskau vor sich ging, war einfach nur furchtbar: Gartenstühle, schreckliche Schachbretter, furchtbare Figuren, unglaubliche Tische, einfach alles… Außerdem war ich gegen Ende etwas krank. An alle anderen Olympischen Spiele erinnere ich mich jedoch sehr gern." (https://www.chess.cz/zemrel-karel-mokry/)
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Im Laufe seiner aktiven Karriere spielte Karel Mokry auch in mehreren Ligen Mannschaftsmeisterschaften mit, wurde 1995 mit Lokomotiva Brno und 1998 mit A64 MILO Olomouc tschechischer Mannschaftsmeister. In Österreich wurde er mit dem Wiener Verein SC Margareten 1993, 1994 und 1995 Österreichischer Staatsmeister. 1993 gewann er mit ELAI Bratislava die Slowakische Ekstraliga. Eine Saison spielte Mokry auch in der Deutschen Bundesliga für SV Tübingen (1994/95).
1991 machte Karel Mokry aus seiner Leidenschaft, dem Sammeln von alten Schachbüchern, einen Beruf und eröffnete in Bratislava einen Schachbundhandel, den er nach der Trennung von Tschechien und der Slowakei 1993 nach Kostelec na Hane verlegte. Nach dem Ende seiner aktiven Karriere um die Jahrtausendwende konzentrierte er sich ganz auf seine Arbeit als Schachbuchhändler und organisierte unter anderem, erst auf Ebay, dann auf dem Server der Schachakademie Lund, auch Auktionen von ausgewählten Schachbuchraritäten für Schachbuchsammler.
Als großer Kenner der Schachliteratur fertigte er eine umfangreiche Bibliografie der tschechischen Schachliteratur an, "Ceska Sachova Literatura 1806–1945", die er 2006 in erster Auflage im Selbstverlag veröffentlichte. 2015 erschien das Werk in einer erweiterten zweite Auflage.
Darüber hinaus hatte er 1992 ein Buch über die Französische Verteidigung verfasst: "Französisch: Eröffnungsideen großer Schachmeister. Visuell Schach lernen."
Mokry war verheiratet und hat einen Sohn. Er lebte nicht sehr gesund, rauchte und aß gerne. Über sein Gewicht witzelte er, dass er bei vielen Turnieren den Sonderpreis im Schwergewicht bekommen hätte, wenn es Gewichtsklassen geben würde.
2023 nahm der Tschechische Schachverband Karel Mokrý in die Hall of Fame auf.
Karel Mokry starb am 27. Mai 2026 im Alter von 67 Jahren.
