Lela Javakhishvili gewinnt "Lela und Bela Cup"

25.09.2018 – Mit dem Start der 43. Schacholympiade in Batumi steht Georgien im Zentrum der Schachwelt. Zur Einstimmung auf die Olympiade spielten zehn Spitzenspielerinnen ein starkes Schnellturnier in Telawi - einer Stadt, die durch ihren Wein berühmt ist, aber auch eine ganze Reihe von starken Spielerinnen hervorgebracht hat. | Foto: Die Teilnehmerinnen des Lela & Bela Cups | Foto: Turnierorganisation

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Tela-wo? Nicht Tel Aviv! Telawi!

Telawi ist Verwaltungszentrum und Hauptstadt der georgischen Region Kachetien, einem berühmten Weinanbaugebiet. Im Mittelalter war Telawi die Hauptstadt des Königreichs Kachetien. Heute hat die Stadt etwa 20.000 Einwohner und zeigt ihre reiche Geschichte gerne in einem Museum, dessen Ausstellungsstücke teilweise aus der Bronzezeit stammen.

Der Legende zufolge ist Telawi auch die Geburtsstadt von Heraclius dem II, einem berühmten Herrscher, der im 18. Jahrhundert Herrscher von Kachetien war. Ganz sicher aber ist Telawi die Heimatstadt der Schachspielerinnen Lela Javakhishvili und Bela Khotenashvili. Die Stadt scheint das Rezept zu kennen, mit dem man herausragenden Wein herstellt und Frauengroßmeisterinnen hervorbringt. Auch zwei andere Turnierteilnehmerinnen, die georgisch-spanische Meisterin WGM Ana Matnadze und WGM Keti Tsatsalashvili stammen beide aus Telawi. So kann man ohne Übertreibung sagen, dass Telawi die "Wiege des Weins und WGMs" ist.

Telawi liegt etwa 95 Kilometer von Tiflis entfernt

Lela und Bela

Lela Javakhishvili wurde am 23. April 1984 in Kachetien geboren. Die Georgierin ist Internationale Frauengroßmeisterin und hat den IM-Titel. 2008 wurde sie bei der Schacholympiade in Dresden mit dem georgischen Team Olympiasiegerin und 2015 gewann sie in China mit Georgien die Mannschaftsweltmeisterschaft der Frauen.

Bela draws number 7

Sie war Jugendeuropameisterin und hat im Laufe ihrer Karriere zahllose Erfolge erzielt und war unter anderem vier Mal georgische Meisterin. Und sie gehört immer noch zu den 20 besten Spielerinnen der Welt.

Bela Khotenashvili (Bild) wurde am 1. Juni 1988 in Telawi geboren und ist eine der wenigen Spielerinnen mit einem GM-Titel. Auch sie gehörte zur georgischen Mannschaft, die 2015 die Mannschaftsweltmeisterschaft der Frauen gewann und auch sie hat zahllose Erfolge in Einzelwettbewerben erzielt, unter anderem war sie Jugendweltmeisterin U16 und gewann zwei Mal die georgische Landesmeisterschaften für Frauen.

Ihre höchste Elo-Zahl erzielte sie im Juni 2013. Damals kam sie auf 2531 Punkte und damit gehörte sie zu den zehn besten Spielerinnen der Welt.

Ein Spitzenturnier

Qualität statt Quantität lautet die Devise vieler Rundenturniere - und auch das Frauenturnier in Telawi war außergewöhnlich stark besetzt: acht der zehn Teilnehmerinnen hatten den GM- oder den IM-Titel, und nur zwei waren WGM - ein Titel, der sehr viel leichter zu bekommen ist.

Startrangliste

No. Name Rtg
7 Khotenashvili Bela 2494
8 Arabidze Meri 2399
9 Batsiashvili Nino 2394
6 Matnadze Ana 2379
5 Javakhishvili Lela 2347
2 Zhukova Natalia 2317
1 Melia Salome 2307
10 Maisuradze Nino 2302
4 Khukhashvili Sopiko 2301
3 Tsatsalashvili Keti 2264

Die georgische Frauennationalmannschaft ging komplett an den Start, dazu kamen noch die zweifache Fraueneuropameisterin Natalia Zhukova aus der Ukraine, die spanische Frauenmeisterin Ana Matnadze und ihre Autorin Nino Maisuradze, zweifache französische Meisterin.

Drei Tage voller Freundschaft und Kampfgeist

Das Turnier fand in freundlicher Atmosphäre in wunderbarer Umgebung statt - gespielt wurde im Garten des Tsinandali, einem historisch bedeutsamen Bauwerk, das im 19. Jahrhundert eine kulturelle Begegnungsstätte war.

Dumas und Puschkin liebten diesen Garten und beinahe alle georgischen Dichter der damaligen Zeit waren da zu Gast.

Maisuradze vs Melia

Runde 1, Maisuradze vs Melia

Mit Siegen gegen GM Natalia Zhukova und IM Ana Matnadze startete ich sehr gut ins Turnier, aber leider konnte ich danach nicht mehr so gut punkten. Nach sechs Runden hatte sich Keti Tsatsalashvili an die Spitze des Feldes gesetzt - eine kleine Überraschung, denn ihre Elo-Zahl war im Vergleich zu den anderen Teilnehmerinnen relativ niedrig. Aber man sollte Keti nicht unterschätzen, denn die frühere Jugendeuropameisterin U18 konnte den Lela & Bela Cup in der Vergangenheit bereits gewinnen. Aber in der zweiten Hälfte des Turniers ging Keti die Luft aus - im Gegensatz zu Lela Javakhishvili, die eine Partie nach der anderen gewann. Ein sehr wichtiger Sieg gelang ihr dabei in Runde 7, im direkten Duell gegen Spitzenreiterin Tsatsalashvili.

Auch in Runde acht gelang Lela ein hübscher Sieg:

 

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Telavi Mayor with Lela

Der Bürgermeister Telawis, Shota Nareklishvili, mit der Turniersiegerin Lela Javakhishvili

Am Ende gewann Lela Javakhishvili auch das Turnier! Keti Tsatsalashvili landete auf Platz, Ana Matnadze und Sopiko Khukhashvili teilten sich die Plätze drei und vier. Die Bronzemedaille ging allerdings an Matnadze - sie hatte die bessere Wertung. Damit machten die drei Damen aus Telawi ihrer Heimatstadt Ehre! 

Endstand

Rk. Name Pts.  TB1 
1 Javakhishvili Lela 6,5 28,50
2 Tsatsalashvili Keti 6,0 24,00
3 Matnadze Ana 5,0 22,00
4 Khukhashvili Sopiko 5,0 20,00
5 Batsiashvili Nino 4,5 19,00
6 Arabidze Meri 4,5 17,75
7 Zhukova Natalia 3,5 17,25
8 Maisuradze Nino 3,5 15,50
9 Khotenashvili Bela 3,5 13,00
10 Melia Salome 3,0 13,50
Höhepunkte des Turniers (mit Anmerkungen von WGM Nino Maisuradze)
 

Hinter den Kulissen - die Förderer und die Organisatoren des Turniers

Der neue Bürgermeister von Telawi, Shota Nareklishvili, Papuna Khrikuli und Zurab Teimurazishvili, das dynamische Team des Sportklubs "Union of Telavi" sowie Philippe Lespy, der Geschäftsführer des bekannten Wein- und Spirituosenhandels "GWS", haben dieses Turnier möglich gemacht.

Keti, Bela, Sopiko, Salome with one of the organizers Zurab Teimurazishvili from Telavi Sports Clubs Union

Keti, Bela, Sopiko, Salome mit Zurab Teimurazishvili vom Organisationsteam

Philippe Lespy stammt aus Frankreich und hat früher den Weinhändler Baron Philippe de Rothschild SA aus Bordeaux gearbeitet. Aber vor sechs Jahren ist er nach Telawi, an den Fuss des Kaukasus gezogen.

Ins Leben gerufen hat das Turnier Jimsher Javakhia. Er ist letztes Jahr gestorben, aber bleibt im Herzen der Schachspieler von Kachetien.

The participants and organizers at the famous local restaurant 'Badia'

Vorne (von links nach rechts): Salome Siradze, Meri Arabidze, Papuna Khrikuli, Sopiko Khukhashvili, Keti Tsatsalashvili, Nino Batsiashvili, Bela Khotenashvili, Salome Melia, Natalia Zhukova, Lela Javakhishvili, Pikria Kushitashvili
Hinten (von links nach rechts): Zurab Teimurazishvili, Nino Maisuradze, ein Mitarbeiter des Bürgermeisters, der Bürgermeister Shota Nareklishvili, Iantbelidze Vano, weitere Mitarbeiter

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