Mamedyarovs Aufstieg zur Nummer zwei der Welt

von Macauley Peterson
22.01.2018 – Shakhriyar Mamedyarov gilt schon lange als einer der besten Spieler der Welt, aber im letzten Jahr hat er sich noch einmal gesteigert. Auf der Live-Elo-Liste ist er zur Zeit die klare Nummer zwei und damit zählt er beim Kandidatenturnier in Berlin zu den Favoriten. 2017 war für Mamedyarov voller Höhepunkte. Ein kurzer Rückblick. | Foto: Alina l'Ami, Tata Steel Chess bei Facebook

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Mit 32 in der Form seines Lebens

MamedyarovShakhriyar Mamedyarov begann das Jahr 2018 als Nummer drei der Welt. Nach seinen Erfolgen in den ersten Runden des Tata Steel Turniers in Wijk aan Zee - und das bislang schlechte Abschneiden Fabiano Caruanas in Wijk - liegt er jetzt zum ersten Mal in seiner Karriere auf Platz zwei der Live-Weltrangliste.

2017 eilte Mamedyarov von Erfolg zu Erfolg. So gewann er das Gashimov-Gedenkturnier zum zweiten Mal, aber wichtiger noch war sein sein gutes Abschneiden beim FIDE Grand Prix: er wurde Gesamtsieger und qualifizierte sich damit für das Kandidatenturnier in Berlin im März 2018.

Aber Mamedyarov feierte im letzten Jahr auch zahlreiche Erfolge in Mannschaftswettbewerben. Bei den russischen Mannschaftsmeisterschaften verhalf er seinem Team Siberia-Sirius zum Sieg, beim Europapokal für Vereinsmannschaften holte er Gold mit Globus und bei der Mannschaftseuropameisterschaft gewann er Gold mit der Mannschaft von Aserbaidschan.

Werfen wir einen kurzen Blick auf ein paar der interessantesten Partien, die Mamedyarov 2017 gespielt hat:

Höhepunkte 2017

Die Russischen Mannschaftsmeisterschaften wurden als Rundenturnier mit acht Mannschaften ausgetragen und fanden vom 1. bis 10. Mai 2017 in Sotschi statt. Mamedyarovs Siberia-Sirius war klarer Favorit, denn neben Mamedyarov spielten Kramnik, Giri, Nepomniachtchi, Grischuk und Andreikin im Team.

Riazantsev vs Mamedyarov, Russische Mannschaftsmeisterschaft
 

Kommentar: GM Alex Yermolinsky

Beim FIDE Grand Prix erzielte Mamedyarov in allen drei Turnieren, an denen er teilnahm, ein gutes Ergebnis. In Sharjah wurde er geteilter Erster, in Moskau landete er auf dem zweiten Platz und in Genf kam er auf dem geteilten vierten Platz ins Ziel. Diese Erfolge machten Mamedyarov zum Gesamtsieger im FIDE Grand Prix - Platz zwei ging an Alexander Grischuk.

Mamedyarov vs Adams, FIDE Grand Prix Moskau
 

Nach einer fünfjährigen Pause wurde Mamedyarov im August 2017 auch wieder bei Twitter aktiv. Vielleicht hatte ihn sein Mannschaftskollege Teimour Radjabov, der einer der aktiveren Großmeister bei Twitter ist, dazu ermuntert.

Bei der Mannschaftseuropameisterschaft im November setzte gewann Aserbaidschan nach schlechtem Start auf der Zielgerade gegen Russland durch und gewann den dritten Titel - ein Ergebnis, aus das Mamedyarov besonders stolz ist.

Grischuk vs Mamedyarov, Mannschaftseuropameisterschaft

IM Lawrence Trent hat diese Partie in einem ChessBase Videos analysiert (die Notation sehen Sie im Replayer unten)

 

Beim jährlichen Turnier Alt-gegen-Jung in Moskau, in der eine Mannschaft mit erfahrenen Großmeistern gegen eine Mannschaft mit jungen Talenten antritt, spielte Mamedyarov im Team der "alten Meister". Eine etwas seltsame Entscheidung, denn seine Elo-Zahl ist höher und er war deutlich jünger als seine Mannschaftskollegen. Aber wie auch immer: er fegte seine jungen Gegner geradezu vom Brett.

Mamedyarov vs Daniil Yuffa, Nussknacker Turnier
 

Yuffa hatte soeben 25…Kg7? gespielt, und jetzt gewann Weiß mit 26.fxg6! fxg6 27.Txg6+! Kxg6 28.Se5+.

Auch gegen den 15-jährigen Andrey Esipenko, eines der größten Talente des russischen Schachs, zeigte Mamedyarov seine Klasse und seine Erfahrung.

Esipenko vs Mamedyarov

Andrey Esipenko vs Mamedyarov | Foto: Vladimir Barsky

Esipenko vs Mamedyarov, Nussknacker Turnier
 

Kommentar: GM Priyadharshan Kannappan

Doch trotz dieser Erfolge stand Mamedyarov ein wenig im Schatten seiner Rivalen und landete bei der ChessBase-Abstimmung über den "Spieler des Jahres" nur auf Platz vier. Aber vielleicht wird das 2018 anders.

2017 player of the year

 




Macauley ist Editor in Chief der ChessBase News in Hamburg, Germany, und Producer des The Full English Breakfast chess podcast. Er war Co-Producer eines Dokumentarfilms über Magnus Carlsen.
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