Michael Klyszcz gewinnt Panama-Kanal-Turnier

von Michael Dombrowsky
25.05.2018 – Vom 11. bis 23. Mai war die Norwegean Bliss Schauplatz eines Schachturniers. Mit dem Schiff reiste das Turnier während der Partien von New York durch den Panama-Kanal nach Los Angeles. Sieger wurde Michael Klyszcz von der SG Löberitz, Hobby-Angler und Ex-Basketballer. Jürgen Meijerink und Henry Gregory Allen belegten die Plätze (Fotos: Michael Dombrowsky)

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Foto: (v. links): Jürgen Meijerink (2.), Michael Klyszcz (1.) und Gregory Henry (3.). 

Der Meister vom Panamakanal träumt von Patagonien

Spannung bis zur letzten Sekunde herrschte beim Panamakanal-Turnier auf der "Norwegian Bliss". Erst als der Elo-Favorit die Zeit überschritt war das Turnier entschieden. Dabei hatte der Amerikaner Gregory Henry über lange Zeit die überlegene Stellung gehabt und die meisten Kiebitze rechneten mit einem schnellen Sieg. Doch Jürgen Meijerink aus Nordhorn leistete Widerstand und bewies gute Nerven.

Nach seiner Elo-Zahl Nummer neun der Startrangliste spielte sich Jürgen Meijerink mit großer Konzentration und etwas Glück nach oben. 

Möglicherweise kamen ihm die Erfahrungen bei seinem Hobby, dem Angeln, zugute. Auch dabei entscheiden Ausdauer und Ruhe oft über Erfolg oder Misserfolg. Diese Erfahrungen hat der 48jährige und IT-Unternehmer nur zu oft im Geschäftsleben gemacht. Außerdem weiß der 1,92 Meter lange ehemalige Basketballspieler, dass viele Spiele erst durch einen Wurf im letzten Moment entschieden werden. Und diese Gelegenheiten das Spiel zu gewinnen, hatte der  Rechtsanwalt aus Pennsylvania versäumt. Am Ende entschieden die vielen verbrauchten Minuten ohne eine erfolgreiche Lösung zu finden gegen den 63jährigen aus Bradford.

Nach der Enttäuschung wurde Gregory Henry von seiner Lebensgefährtin Debbie schon bald danach fröhlicher gestimmt. 

Damit war Michael Klyszcz als Turniersieger gekürt. Der gebürtige Hamburger hatte zuvor den "Karibik-Meister" von 2017, Prof. Dr. Norbert Pfitzer, bezwungen und damit sechs Punkte erzielt. Aber Henry hätte mit ihm gleichziehen und ihm durch die bessere Wertung den Turniersieg wegschnappen können. "Die Partie gegen Norbert Pfitzer war die beste in diesem Turnier. Vor allem deshalb, weil sie nicht durch einen groben Fehler entschieden worden ist", sagte Klyszcz.

Auch wenn der Turniersieger Michael Klyszcz (r.) das Gesicht in den Händen vergräbt, er gewann gegen Norbert Pfitzer (l.). Der Turnierleiter IM Erik Zude überwacht mit prüfendem Blick das Geschehen an den übrigen Brettern. 

Der 55jährige begann nach dem Abitur in der IT-Branche an, arbeitete dann als Berater. So kam er auch nach Köln, wo das Unternehmen von seinen Ratschlägen so begeistert war, dass sie ihn kurzerhand abwarben. Und so wurden aus geplanten drei Jahren in Köln inzwischen 22 Jahre. Dass Michael Klyszcz für die SG 1871 Löberitz in Sachsen-Anhalt spielt, ergab sich durch Verbindungen zwischen seinem Hamburger Verein Großhansdorf und den Löberitzern.

Nach vielen Jahren als Spieler, Vereinsvorsitzender, im Vorstand des Hamburger Verbandes und als Bundesligaschiedsrichter hat seit zwei, drei Jahren seine Schachaktivitäten eigentlich eingestellt. Klyszcz: "Drei Partien pro Saison, mehr ist nicht mehr drin. Aber die Reise durch den Panamakanal hat mich dann doch sehr gereizt, da habe ich sogar das Schachspielen in kauf genommen. Zuerst lief es holprig, gegen Ende immer besser." Noch weitere Reiseziele locken ihn. Eine Reise mit der Transsibirischen Eisenbahn ist für das nächste Jahr geplant. Und von einer Tour durch Patagonien träumt er noch. "Aber davon, diese Expedition auf dem Pferd zu machen, habe ich schon Abstand genommen. Ich werde ein Motorrad mieten", erklärt er lachend.

Endstand

Rg. Name Pkt.  Wtg1 
1 Klyszcz Michael 6,0 24,0
2 Meijerink Jürgen 5,5 26,0
3 Henry Gregory Alan 5,0 30,5
4 Tiede Andreas 4,5 26,0
5 Ernst Michael Mag. 4,0 30,5
6 Pfitzer Norbert Prof. Dr. 4,0 29,0
7 Dombrowsky Michael 4,0 24,5
8 Wilhelm Albert 4,0 24,5
9 Seidlitz Cliff 4,0 23,0
10 Erismann Peter 3,5 29,0
11 Wirfs Joachim 3,5 25,0
12 Back Andreas 3,5 20,5
13 Sörensen Bernhard Werner 3,5 17,5
14 Köhler Ingo 3,0 26,5
15 Fernandez Garcia Alfonso Javie 3,0 22,5
16 Schoch Heinz 3,0 19,0
17 Grunwald Günther 2,5 22,5
18 Kaesemann Holger Dr. 2,5 19,5
19 Jarchov Frank 1,0 23,5

Mit einem phantastischen Sonnenuntergang fand die Reise durch den Panamakanal ein imposantes Ende.

 

Links

Turnierseite

Veranstalterwebsite

Schach und Literatur: David Foster Wallace

 




Michael Dombrowsky war fast 40 Jahre als Redakteur bei verschiedenen Zeitungen und Zeitschriften tätig. Als Rentner begann er Bücher zu schreiben. Das erste Schachbuch auf dem Markt sind die „Berliner Schachlegenden“.
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