06.08.2017 – In der vierten Runde des Sinquefield Cups sahen die Fans einen Weltmeister, wie er leibt und lebt. Er lavierte so lange rum, bis sein Gegner einen Fehler beging. Dann verrechnete sich aber Magnus Carlsen und Maxime Vachier-Lagrave nahm den Punkt und die Tabellenführung mit. Zu seinem ersten Sieg kam Ian Nepomniachtchi, der gegen Hikaru Nakamura nur 40 Minuten Bedenkzeit verbrauchte. Die restlichen Partien endeten remis.
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Carlsen - Vachier-Lagrave 0:1
Es hätte sein Tag werden können. Nach dem Sieg in der zweiten Runde gegen Sergey Karjakin stand Magnus Carlsen kurz vor seinem zweiten vollen Punkt, der die alleinige Führung beim Sinquefield Cup bedeutet hätte. In seiner typischen Manier lavierte Carlsen die Figuren teilweise ohne ersichtlichen Nutzen hin und her und provozierte Maxime Vachier-Lagrave zu einem Fehler, der ihm eine Gewinnstellung bescherte. Dann verrechnete sich aber der Weltmeister und das Blatt wendete sich um 180 Grad. Zuerst vergab er das Remis, bevor er dem Franzosen sogar den ganzen Punkt überlassen musste.
Maxime Vachier-Lagrave äußerte sich im Anschluss gegenüber Maurice Ashley im Interview.
Caruana - Karjakin 1/2
Fabiano Caruana belegt nach dem Remis gegen Sergey Karjakin Platz zwei in der Tabelle. In einem "Anti-Berliner" mit frühem schwarzen Vorstoß ...d5 stand die kritische Stellung nach dem zehnten Zug von Schwarz auf dem Brett.
Schwarz bot gerade mit 10...e4 ein Bauernopfer an. Wie soll Weiß schlagen? Die Maschine möchte mit 11.Sxe4 Sxe4 12.dxe4 fortsetzen und sieht Weiß vorne. Caruana entschied sich aber für 11.dxe4, wonach Karjakin mit 11...Se5 sofort genug Gegenspiel generierte. Caruana gab den Bauern schnell zurück, wonach es über ein ausgeglichenes Mittelspiel in ein ausgeglichenes Doppelturmendspiel überging.
Klingeling, es geht los bei Caruana-Karjakin
Aronian - Anand 1/2
Levon Aronian und Viswanathan Anand trennten sich remis und liegen mit jeweils 2,0 Punkten im Mittelfeld der Tabelle. In einer englischen Partie suchte der Armenier gegen das schwarze Fianchetto am Königsflügel mit dem Vorstoß des h-Bauern und einem nachrückenden Springer die Initiative. Vishy blieb aber cool und federte die weißen Versuche locker ab. Er zentralisierte seine Figuren und hatte einen besseren Einfluß in der Mitte des Brettes. Nach dem Damentausch stand Aronian sogar etwas gedrückt und konnte froh sein, dass Anand der dreimaligen Zugwiederholung nicht aus dem Weg ging.
Levon und Vishy knieten sich richtig rein, aber mehr als ein halber Punkt sprang für beide nicht raus
Nepomniachtchi - Nakamura 1-0
Ian Nepomniachtchi zündete in der vierten Runde des Sinquefield Cups den Turbo. Gegen Hikaru Nakamura verbrauchte er für die gesamte Partie nur knapp 40 Minuten, bevor er seinen ersten Sieg einfuhr. Der Amerikaner erwischte allerdings einen rabenschwarzen Tag und machte es seinem Gegner, wie die folgende Analyse zeigt, leicht.
Ian Nepomniachtchi hatte leichtes Spiel gegen Nakamura
Die Variante 5.Lf4 im Abgelehnten Damengambit erfreut sich immer größerer Popularität. Mit dieser DVD gibt Ihnen GM Simon Williams eine dynamische und aggressive Waffe gegen den schwarzen Aufbau an die Hand.
Peter Svidler versuchte es gegen Wesley So mit einer ehrwürdigen Variante der Italienischen Partie, die allerdings kaum Spielraum für Verbesserungen bietet. Dementsprechend wartete man vergeblich auf die zündende Idee. Im Mittelspiel folgte eine "Radikalrasur" des Zentrums. Mit den verbliebenen Figuren griffen die Spieler die wunden Punkte f7 und f2 an und sorgten mit einer dreimaligen Zugwiederholung für ein schnelles Ende ihres Kampfes.
Peter Svidler holt nochmal alles raus für die dreimalige Zugwiederholung
Georgios SouleidisGeorgios Souleidis ist Internationaler Schachmeister und hat in Bochum Publizistik und Kommunikationswissenschaft studiert. Er arbeitet als Journalist, Autor und Schachtrainer. Er schreibt u.a. als Chefredakteur für die Schachbundesliga, für Chessbase, die Zeitschrift SCHACH, SPIEGEL ONLINE oder die Deutsche Presse-Agentur. Falls er mal nicht schreibt, Training gibt oder auf seinem YouTube-Kanal Schach lehrt, versucht er aktiv am Brett zu beweisen, dass 1. e2-e4 der beste Eröffnungszug ist.
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Nach den Zügen 1.e4 c5 2.Sf3 werden alle schwarzen Antworten außer 2…d6 und 2…Sc6 behandelt. In den meisten Varianten setzt Weiß auf 3.c3 – eine moderne, flexible Form der Alapin-Idee.
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