14.01.2017 – Auf dem Papier lautete die Spitzenpartie der ersten Runde klar Wesley So gegen Magnus Carlsen. Die Erwartungen konnte die Partie dann allerdings nicht erfüllen, bereits am Ausgang der Eröffnung deutete sich in symmetrischer Stellung ein baldiger Friedensschluss an. Den einzigen Sieg landete Pavel Eljanov, GM Jan-Christian Schröder hat die Partie des Tages analysiert. Bericht, Partien und Fotos.
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Wijk aan Zee, Runde 1
Eljanov - Rapport: Analyse von Jan-Christian Schröder
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Die Paarungen der heutigen Auftaktrunde des prestigereichen Tata Steel Chess Tournament im niederländischen Wijk aan Zee versprachen viel: Weltmeister und Titelverteidiger Magnus Carlsen durfte zu Beginn mit Schwarz gegen Wesley So, die Nr. Zwei der Setzliste und unbestritten der Aufsteiger des Jahres 2016, ran. Die tatsächliche Partie konnte ihrem Versprechen leider nicht gerecht werden.
Wesley So gelang es nicht Druck auf den Weltmeister auszuüben.
Carlsen entschied sich wie in der 7. Matchpartie aus New York für a6-Slawisch und kam problemlos aus der Eröffnung. In symmetrischer Struktur erwies sich Sos minimale Initiative als wenig relevant, sodass die Partie früh mit einem Friedensschluss endete.
Magnus Carlsen über seine Auftaktpartie:
Ebenso blendend vorbereitet erschien Levon Aronian zur Partie. Im Marshall Angriff gegen Pentala Harikrishna folgte er die ersten 20 Züge seiner Partie gegen Adams von der Olympiade 2014, die Abweichung Harikrishnas beantwortete Aronian mit der Neuerung 21...Lf5. Der Armenier strebte daraufhin gezielt ein Endspiel mit ungleichfarbigen Läufern an, der zusätzliche Bauer des Weißen am Damenflügel spielte keine große Rolle.
Eine weitere Theorieschlacht lieferten sich Wojtaszek und Nepomniachtchi. Im Grünfeld-Inder war es auch der Schwarze, der das Eröffnungsduell für sich reklamieren konnte und nach zahlreichen Abtäuschen am Damenflügel war diese Partie ebenso vor der Zeitkontrolle beendet.
In Sachen Kreativabteilung war auch heute auf den jungen Ungarn Rapport Verlass.
Eljanov konterte mit dem Gegenstoß h4 und legte so früh die Struktur am Königsflügel fest, die vorgestoßenen schwarzen Bauern hinterließen bald mehr Felderschwächen, die Eljanov gekonnt zum Sieg ummünzen konnte.
Eljanov setzt sich mit dem einzigen Sieg des Tages an die Tabellenspitze.
Karjakin brachte Giri mit 6.a3 in der Najdorf-Variante ins Grübels, doch Hoffnung auf den vollen Punkt konnte sich zwischenzeitlich einzig Giri machen.
Die längste Partie des Tages trugen Adhiban und Van Wely aus. Adhiban konnte sich über den Sieg des Challenger-Events vergangenen Jahres qualifizieren, Van Wely nimmt zum 25. Mal in Wijk aan Zee teil.
Newcomer Adhiban gegen Rekordteilnehmer Van Wely.
Steve Berger zeigt den Blitzreport der 1.Runde von Wijk aan Zee
Tabelle:
Partien der Runde 1:
Challenger-Turnier
Drei Weißsiege gab es im Challenger-Event zu verzeichnen. Die beiden niederländischen Nachwuchsspieler Bok und van Foreest gewannen ihre Auftaktpartien, ebenso wie der Österreicher Markus Ragger, der den amtierenden Jugendweltmeister Jeffery Xiong bezwingen konnte.
Marco BaldaufMarco Baldauf, Jahrgang 1990, spielt seit seinem sechsten Lebensjahr Schach. Zwei Mal wurde er Deutscher Jugendmeister, seit 2015 spielt er für die Schachfreunde Berlin in der Bundesliga. Für Chessbase schreibt er gelegentlich auf der Homepage, kommentiert live oder versucht sich als Autor von Fritztrainern.
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