World Cup, Halbfinale: Ding Liren setzt sich gegen Yu Yangyi durch

von Georgios Souleidis
28.09.2019 – Ding Liren setzte sich beim World Cup im Tiebreak des Halbfinales mit 1,5-0,5 gegen Yu Yangyi durch und trifft im Finale auf Teimour Radjabov. Diese zwei Spieler haben sich für das Kandidatenturnier 2020 qualifiziert. Yu Yangyi kämpft im Duell um Platz drei gegen Maxime Vachier-Lagrave. Dem Sieger winkt eine Wildcard für das Kandidatenturnier. | Alle Fotos: Offizielle Webseite

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World Cup, Halbfinale, Tiebreak

Ding Liren und Yu Yangyi trennten sich in den zwei klassischen Partien ohne große Aufreger remis und so musste der Tiebreak entscheiden, welcher der beiden chinesischen Großmeister das Finale des World Cups erreicht. Es standen zwei Schnellschachpartien auf dem Programm. Die Bedenkzeit lautet 25 Minuten + 10 Sekunden Zeitgutschrift pro Zug ab Beginn der Partie.

In der ersten Partie kam eine seltene Variante der Nimzowitsch-Indischen Verteidigung auf das Brett. Yu Yangyi rochierte lang und riskierte mit einem Bauernopfer viel. Er hoffte wohl auf einen Angriff gegen den schwarzen König, doch Ding Liren reagierte kühl und ließ sich nicht auf das Spiel des Weißen ein. Stattdessen wickelte er so ab, dass Weiß in ein Endspiel mit Minusbauern überleiten musste. Hier scheuten beide Akteure das Risiko und einigten sich nach 31 Zügen auf remis. Die Stellung war zwar ausgeglichen, doch ein Bauernrennen stand an, das beiden Großmeistern Raum für Fehler gegeben hätte.

 

Yu Yangyi

Die zweite Partie fand einen Sieger. Ding Liren eröffnete mit der Englischen Partie. Beide Spieler folgten lange ihrer Analyse, die ein schwarzes Qualitätsopfer beinhaltet. Dafür besaß Yu Yangyi das Läuferpaar und aktive Figuren. Im 26. Zug hätte Schwarz mit der Dame einen Bauern auf d4 schlagen und sogar Vorteil erringen können. Stattdessen nahm er zwei Züge später mit dem Läufer auf d4 und sogar auf b2. Weiß schlug seinerseits mit dem Läufer zwei schwarze Bauern, doch Yu Yangyi stand sehr aktiv.

Die kritische Stellung entstand nach 33.Kh2. Schwarz hätte beginnend mit 33...Sxg2 eine komplizierte Variante einläuten und das Gleichgewicht halten können. In Zeitnot schob er stattdessen den h-Bauern vor und gab einen Zug später entscheidend Material ab. Weiß tauschte die Damen und verwertete den Vorteil sicher.

 

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Im Finale trifft Ding Liren auf Teimour Radjabov, der sich nach seinem gestrigen Sieg gegen Maxime Vachier-Lagrave folgendermaßen äußerte.

Das Finale beginnt, genau wie das Duell um Platz drei, nach einem Ruhetag am Montag den 30. September. Im Gegensatz zu den Mini-Matches vorher stehen vier klassische Partien auf dem Programm.

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Georgios Souleidis ist Internationaler Schachmeister und hat in Bochum Publizistik und Kommunikationswissenschaft studiert. Er arbeitet als Journalist, Autor und Schachtrainer. Er schreibt u.a. als Chefredakteur für die Schachbundesliga, für Chessbase, die Zeitschrift SCHACH, SPIEGEL ONLINE oder die Deutsche Presse-Agentur. Falls er mal nicht schreibt, Training gibt oder auf seinem YouTube-Kanal Schach lehrt, versucht er aktiv am Brett zu beweisen, dass 1. e2-e4 der beste Eröffnungszug ist.
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