2.ACP World Rapid Cup
Von Misha Savinov
Fotos: Boris Bukhman (PIVDENNY Bank) und Misha Savinov
Alle
Partien bis zum 1/4-Finale...

Um diesen Pokal geht es
Der 2. ACP World Rapid Cup begann am 4.
Januar in einem vereisten Odessa. Das Jahr zuvor konnten Teilnehmer und Gäste
des 1. World Cups einen 20 Grad wärmeren Winter genießen...

Ein kalter Wintertag in Odessa
Das Feld besteht aus 13 Spielern, die sich
bei der ACP-Tour qualifiziert haben, sowie drei per Wildcard eingeladenen
Spielern.

Pavel Tregubov spricht als Vertreter der ACP

Das Medieninteresse ist wie immer groß

Vadim Morokhovsky, Hauptveranstalter und Hauptsponsor des Turniers
Der Preisfond von $136.000 und der erste
Preis von $40.000 scheint die wirklich schweren Jungs Kramnik und Anand genauso
wenig zu locken wie Aronian, Morozevich und Leko. Doch die Teilnahme von
Ivanchuk, Shirov, Svidler, Gelfand, Radjabov, Karjakin und anderen Top-Spielern
macht diesen Cup zu einem der schönsten Schnellturniere der gesamten Saison.

Teimour Radjabov mit der ehemaligen Turnierdirektorin Elena Korobkova

Trickreicher Shirov

Einsamer Grischuk (seine Frau Natalia Zhukova kann man im Hintergrund entdecken)

Glücklicher Eljanov

Nachdenklicher Mr. Play-Every-Day

Peter Svidler mit seiner Frau

Sergey Karjakin kam auf 2700

Dmitry Jakovenko untersucht das Spielermaterial

Wunderbare Judit

Nationen im Wettbewerb
Und im Gegensatz zu den meisten anderen
Turnieren ist den Wildcard-Spielern diese Gesellschaft keineswegs fremd: Dieses
Jahr luden die Veranstalter Karpov, Polgar und Grischuk ein.

Talentierte Schachspieler sind ebenfalls gekommen

Karpov ist nicht das erste Mal in Odessa
Eröffnungsfeier und Auslosung fanden am 3.
Januar im Londonskaya Hotel statt. Die acht Elo-Besten waren gesetzt.

Talentierte Musiker bei der Eröffnungsfeier

Der örtliche Schachorganisator Eduard Peichel

Auch die Schachfiguren hören der Musik zu

Präsentation der Trophäe

Freundliche Konfrontation
4. Januar

4. Januar, Partie 1
| Tag 1, 4.1.2008 |
| Savchenko, Boris |
g |
RUS |
2589 |
0-2 |
Jakovenko, Dmitry |
g |
RUS |
2720 |
| Radjabov, Teimour |
g |
AZE |
2735 |
1.5-0.5 |
Drozdovskij, Yuri |
g |
UKR |
2574 |
| Eljanov, Pavel |
g |
UKR |
2692 |
0.5-1.5 |
Ivanchuk, Vassily |
g |
UKR |
2751 |
| Shirov, Alexei |
g |
ESP |
2755 |
0.5-1.5 |
Inarkiev, Ernesto |
g |
RUS |
2681 |
Jakovenko-Savchenko 2-0
Dmitry Jakovenko hatte keine wirklichen
Probleme, den jungen Moskauer Großmeister Boris Savchenko zu besiegen. Savchenko
zeichnet sich durch einen originellen, kämpferischen Stil aus und ist in Partien
mit kurzer Bedenkzeit besonders gefährlich; so qualifizierte er sich
beispielsweise für das Finale der Blitzweltmeisterschaft. Savchenko stand in der
ersten Partie besser, aber übersah einen eleganten taktischen Schlag und dann
hatte nur noch Jakovenko das Sagen. Die Pirc-Verteidigung in der zweiten Partie
brachte Boris keinerlei Siegeschancen (oder Hoffnungen). Dmitry gewann die
zweite Partie in gewohnt kaltblütigem Stil.

Jakovenko liest Dostojewski (was man sieht, wenn man wirklich genau hinschaut)
Radjabov-Drozdovskij 1.5-0.5
Schachfans aus Odessa nennen Yury
Drozdovskij manchmal “unseren Petrosian”. Die erste Partie war sehr
petrosjanisch: Radjabov erhielt eine strukturell überlegene Stellung, aber
Drozdovskij verteidigte sich äußerst präzise und hielt Remis. In der zweiten
Partie erhielt der Großmeister aus Odessa eine sehr viel bessere Stellung, aber
bei nahender Zeitnot gingen die Dinge wirklich schief für ihn... “Das war
Zirkusschach”, – fasste einer der 2700+ Beobachter die Begegnung zusammen. Am
Ende setzte Radjabov Matt und qualifizierte sich für die nächste Runde.
Eljanov-Ivanchuk 0.5-1.5
Man könnte meinen, die unterschiedlichen
Endspielfähigkeiten hätten in diesem Wettkampf den Ausschlag gegeben: In der
ersten Partie verpasste Eljanov gute Gewinnchancen im Endspiel und ruinierte
dann ein ungefähr ausgeglichenes Endspiel in der zweiten Partie. Aber
tatsächlich hatte das weniger mit eigentlichem Endspielkönnen zu tun, sondern
war eine Fehlberechnung. Wie auch immer, der Ukrainer mit der meisten Erfahrung,
der in Odessa schon oft erfolgreich gespielt hat, war eine Runde weiter.

Vassily Ivanchuk erörtert die Partie

Für Karpov gibt es keine Geheimnisse im Schach!
Inarkiev-Shirov 1.5-0.5
Zur ersten Mini-Sensation kam es in der
vierten Partie des Tages. Alexei Shirov, der kurz zuvor beim Weltcup noch
Zweiter geworden war, verrechnete sich in der ersten Partie gegen Ernesto
Inarkiev und verlor eine Figur. Mit Schwarz einen Rückstand aufzuholen, ist
äußerst schwer und Inarkiev machte diese Aufgabe durch sein supersolides Schach
noch schwerer. Ein logisches Remis aus einer Position der Stärke heraus und der
Russe ist eine Runde weiter.

Sensationeller Inarkiev

Eine Erinnerung: Hier in Odessa ist es ungewöhnlich kalt!
5. Januar
| Tag 2, 5.1.2008 |
| Shabalov, Alexander |
g |
USA |
2622 |
0-2 |
Svidler, Peter |
g |
RUS |
2763 |
| Najer, Evgeniy |
g |
RUS |
2634 |
0.5-1.5 |
Gelfand, Boris |
g |
ISR |
2737 |
| Karpov, Anatoly |
g |
RUS |
2655 |
1.5-2.5 |
Grischuk, Alexander |
g |
RUS |
2711 |
| Polgar, Judit |
g |
HUN |
2707 |
0-2 |
Karjakin, Sergey |
g |
UKR |
2732 |
Shabalov-Svidler 0-2
Und erneut beginnt der Tag mit einem
perfekten Ergebnis. Peter Svidler ist stets bereit, sein eigenes Spiel zu
kritisieren und bei der Pressekonferenz hatte er viel zu diskutieren. In der
ersten Partie konnte er eine Figur gewinnen (oder, was wahrscheinlicher gewesen
wäre, eine Dame für Turm und Springer). Shabalov (und viele Zuschauer) sahen den
entscheidenden Zwischenzug, aber Svidler sah ihn nicht und erreichte am Ende ein
Endspiel, in dem sein Läuferpaar dem Springerpaar des Gegners überlegen war.
Keiner der beiden Spieler behandelte das Endspiel perfekt, aber die
Schlusskombination war sehr hübsch.

Peter und Alex – von Feindschaft nichts zu sehen!
In der zweiten Partie war der Petersburger
mit Weiß mit Remis zufrieden, aber spielte ziemlich passiv, wodurch Shabalov die
Initiative an sich reißen konnte. Doch Svidlers taktische Meisterschaft zeigte
sich, als er seinen Gegner in eine hübsche Falle lockte, wodurch es am Ende zu
einem Ergebnis von 2-0 kam.
Gelfand-Najer 1.5-0.5
Evgeny Najer war einem Sieg gegen Gelfand so
nahe, wie es nur geht – im Mittelspiel der zweiten Partie hatte er die angenehme
Wahl zwischen Qualitätsgewinn und der Fortsetzung des Angriffs. Alles, nur nicht
den Zug, den er dann machte! Das entstehende Endspiel war Remis, obwohl Gelfand
einen Bauern mehr hatte, aber Najer gelang es nicht, die Partie Remis zu halten.
Dafür endete die erste Partie Remis und zwar in einem Turmendspiel und auch hier
hatte Gelfand einen Bauern mehr.

Schweres Match, Turmendspiele, usw.
Grischuk-Karpov 2.5-1.5

Der spannendste Wettkampf der ersten Runde
und das einzige Match, das im Tie-Break entschieden wurde. Grischuk verlor die
erste Partie mit Weiß, wobei seine Stellung hier mit jedem Figurentausch
allmählich schlechter wurde. Aber in der zweiten Partie schlug er zurück, indem
er in einer Stellung mit nur noch wenig Material ebenfalls Feinheiten ausnutzte.
Die Blitzpartien verliefen ähnlich – Weiß hatte Schwierigkeiten, Ausgleich zu
erzielen. Ein mühsames Remis in der ersten Partie und eine völlige Katastrophe
in der zweiten: Karpov entschied sich für den Englischen Angriff, war nicht
ausreichend vorbereitet und wurde im 20. Zug vernichtet.

Anatoly ist gut gestartet, aber dann ging ihm die Luft aus

Shirov, Tregubov und Karjakin-Senior erörtern den Wettkampf Grischuk-Karpov
Karjakin-Polgar 2-0

Judit Polgar versuchte so scharf wie möglich
zu spielen und stand in der zweiten Partie, wo sie ein brillantes Springeropfer
gebracht hatte, kurz davor, das Match auszugleichen. Aber ihre Kreativität wurde
nicht belohnt, da Fehler auch zum Schach gehören...

Was geht in der Polgar-Partie vor sich?
6. Januar

Eng ist es

Die Jugend
| 1/4 Finale 6.1.2008 |
| Jakovenko, Dmitry |
g |
RUS |
2720 |
1.5-0.5 |
Inarkiev, Ernesto |
g |
RUS |
2681 |
| Radjabov, Teimour |
g |
AZE |
2735 |
3-2 |
Ivanchuk, Vassily |
g |
UKR |
2751 |
| Svidler, Peter |
g |
RUS |
2763 |
0.5-1.5 |
Grischuk, Alexander |
g |
RUS |
2711 |
| Karjakin, Sergey |
g |
UKR |
2732 |
4-2 |
Gelfand, Boris |
g |
ISR |
2737 |

Radjabov schlägt Ivanschuk im Tiebreak

Ohne diesen Mann würde die Welt die Partien nicht verfolgen können:
Eugeny Tkachiev (der Bruder von Vlad Tkachiev, falls Sie das wissen wollten)