Frisch rezensiert: ChessBase Magazin 230 – Der Goldstandard für das eigene Training

von Lukas Köpl
21.03.2026 – Das ChessBase Magazin gehört seit Jahrzehnten zum Goldstandard der eigenen Trainingsgestaltung. Vom Hobbyspieler bis hin zu starken Turnierspielern findet jeder ausreichend Material für das eigene Schachtraining. Lukas Köpl, selbst langjähriger Nutzer des „CBM“ blickt in die neueste Ausgabe der digitalen Schachzeitschrift von ChessBase und stellt persönliche Highlights vor.

Tata Steel 2026 mit Analysen von Blübaum, Giri, L’Ami, Woodward u.v.a. Eröffnungsvideos von Kasimdzhanov, Marin und Zwirs. 10 spannende Eröffnungsartikel mit neuen Repertoireideen u.v.m.
Das ChessBase Magazin bietet erstklassiges Trainingsmaterial für Vereinsspieler und Profis! Weltklassespieler analysieren ihre Glanzpartien und erklären Ihnen die Ideen hinter den Zügen. Eröffnungsspezialisten präsentieren die neuesten Trends in der Eröffnungstheorie und spannende Ideen für Ihr Repertoire. Meistertrainer in Sachen Taktik, Strategie und Endspiel zeigen Ihnen genau die Tricks und Techniken, die man als erfolgreicher Turnierspieler braucht! Lieferbar als Download (inkl. Heft als pdf-Datei) oder als Heft mit Download-Key per Post.
Im Lieferumfang enthalten: CBM #230 als „ChessBase Book“ für iPad, Tablet, Mac etc.! Auf books.chessbase.com
 

Überblick

Mit der 230. Ausgabe des ChessBase Magazins setzt das traditionsreiche Trainings- und Informationsformat von ChessBase seine mittlerweile über Jahrzehnte gewachsene Erfolgsgeschichte fort. Das Magazin verbindet aktuelle Turnieranalysen, moderne Eröffnungstheorie, strategische Lehrartikel sowie umfangreiche Trainingsrubriken zu einem multimedialen Gesamtpaket. Auch diese Ausgabe bleibt dem bewährten Konzept treu: eine Mischung aus Spitzenschach, systematischem Training und schachkultureller Reflexion.

Besonders hervorzuheben sind in dieser Ausgabe drei Elemente: die Analysen aktueller Turnierpartien aus dem internationalen Spitzenschach, ein strategischer Beitrag von Jan Markos über das Motiv des „Hakens“ sowie eine bemerkenswerte Endspielrubrik von Karsten Müller, die dem im letzten Jahr verstorbenen Großmeister Vlastimil Hort gewidmet ist. Diese Kombination aus Aktualität, didaktischer Aufbereitung und historischer Würdigung verleiht der Ausgabe eine besondere inhaltliche Dichte.

Großmeister Dr. Karsten Müller, einer der führenden Endspielexperten weltweit, vermittelt Ihnen in diesem zweiten Band systematisch alles, was Sie zu Turmendspielen wissen müssen.
Stellen Sie sich vor: Sie haben Ihren Gegner Zug um Zug überspielt, stehen klar besser und dann kippt das Endspiel doch noch ins Remis, - nur weil das entscheidende Theoriewissen gefehlt hat. Genau hier setzt dieser Kurs an. Ohne sicheres Endspielwissen geht es nicht. Gerade das Wissen über Turmendspiele ist unentbehrlich: diese Endspiele treten am häufigsten auf und entscheiden über Sieg oder halben Punkt. Wer hier sattelfest ist, verwandelt Vorteile souverän in Siege!
Kostenloses Videobeispiel: Einführung
Kostenloses Videobeispiel: Bodycheck

Struktur des ChessBase Magazins

Das ChessBase Magazin folgt seit langem einer bewährten Struktur, die sämtliche Aspekte des Schachtrainings abdeckt:

 

Highlights der aktuellen Ausgabe

Im Mittelpunkt der Ausgabe steht unter anderem Material aus dem Tata Steel Chess Tournament in Wijk aan Zee, das seit Jahrzehnten zu den wichtigsten Turnieren des internationalen Schachkalenders gehört. Die kommentierten Begegnungen bieten dem Leser einen direkten Einblick in die Entscheidungsprozesse moderner Spitzenspieler.

WM-Kandidat Matthias Blübaum schlug Deutschlands Nummer 1 beim Tata Steel.
| Foto: Nils Rohde

Besonders instruktiv sind die Analysen von Matthias Blübaum, der seinen Schwarzsieg gegen die deutsche Nr. 1, Vincent Keymer kommentiert und damit beweist, dass seine Teilnahme am Kandidatenturnier, welche er sich mit einem Sieg gegen eben jenen Vincent Keymer, keineswegs abwegig ist. Persönlich gefiel mir hier besonders gut, dass man anhand der Partie sehen kann, wieso ein „Haken“ kein automatischer Weg zum Vorteil ist. Dieses Motiv reiht sich in der Ausgabe passend in den Beitrag von Jan Markos in der Rubrik zum Mittelspieltraining an.

Die zahlreichen Partieanalysen gehören seit jeher zu den größten Stärken des ChessBase Magazins: Die Partien werden nicht nur als theoretisches Material präsentiert, sondern als nachvollziehbare Denkprozesse. Das macht Spaß, egal ob man sie für ernstes Training oder lediglich als Zeitvertreib nutzt.

Persönliches Schmankerl

Traditionell gehört die Endspielrubrik von Karsten Müller zu den didaktischen Höhepunkten jeder Ausgabe des ChessBase Magazins. Auch diesmal enttäuscht sie nicht.

Der Beitrag ist dem kürzlich verstorbenen Großmeister Vlastimil Hort gewidmet, der über Jahrzehnte hinweg zu den prägenden Persönlichkeiten der europäischen Schachszene gehörte. Neben seiner erfolgreichen Karriere als Turnierspieler war Hort vor allem als Kommentator und Vermittler des Schachs bekannt. Meine ersten Berührungspunkte mit dem Schachspiel durfte ich über das hervorragende Duo Hort und Pfleger machen, weshalb gerade dieser Beitrag eine ganz persönlich emotionale Note trägt.

Gönnen Sie sich knapp sieben Stunden Schachunterhaltung vom Feinsten - mit dem legendären Kommentatoren-Duo Dr. Helmut Pfleger und Vlastimil Hort! Freuen Sie sich auf eine einzigartige Kombionation aus witzigen Anekdoten und spannenden Analysen.
 

Müller verbindet die Erinnerung an Hort mit einer tiefgehenden Analyse ausgewählter Endspielstellungen. Dabei zeigt sich erneut seine besondere Fähigkeit, konkrete Variantenanalyse mit allgemeinen Endspielprinzipien zu verbinden.

Typisch für Müllers Stil ist die Verbindung von drei Elementen:

  • präzise Variantenanalyse
  • systematische Ableitung von Endspielregeln
  • praktische Hinweise für Turnierspieler

Das Resultat ist ein Lehrbeitrag, der sowohl historisch interessant als auch didaktisch wertvoll ist.

Fazit

Wer Übungsmaterial für einen ganzen Monat benötigt, jedoch keine Zeit hat, Bücher  zu wälzen, dem bietet das im Abstand von zwei Monaten erscheinende Chessbase Magazin reichlich Inhalte, um das eigene Training oder die Trainerarbeit im Verein schön aufbereitet zu gestalten. Abhängig von Ambition, Zeit und Spielstärke kann man mehr oder weniger aus dem Umfang herausziehen, um stets am Ball zu bleiben und sich gezielt zu verbessern.

Gesamtwertung: ★★★★★ 5/5

Positiv:
✔ hochwertige Meisteranalysen aktueller Spitzenturniere
✔ eindrucksvolle Eröffnungsbeiträge von Überraschungsideen bis hin zu Hauptvarianten
✔ schöne Würdigung des Schachspiels Vlastimil Horts

✔ sehr umfangreiches Material für das Eigen- und Vereinstraining

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DIE SCHACH-HORIZONT-ERWEITERUNG
In ChessBase gibt es immer wieder Ansätze, die typischen Pläne einer Eröffnungsvariante zu zeigen. Zwar ist Schach im Zeitalter der Engines viel konkreter als früher gedacht. Doch gerade Amateure lieben Eröffnungen mit klaren Plänen, siehe Londoner System. In ChessBase ’26 beschäftigen sich gleich drei Funktionen mit der Darstellung von Plänen. Im neuen Eröffnungsreport wird für jede wichtige Variante untersucht, welche Figurenzüge oder Bauernvorstöße darin wichtig sind. In der Referenzsuche sieht man jetzt auf dem Brett, wo die Figuren üblicherweise hingehen. Und startet man die neue Monte-Carlo-Analyse, zeigt auch hier das Brett die häufigsten Figurenpfade.


Lukas Köpl, geboren 1989, ist ein leidenschaftlicher Vereins- und Turnierspieler, der mit aktiver Trainer- und Schiedsrichterlizenz seit mittlerweile über 15 Jahren erfolgreich als Schachtrainer tätig ist. Zu seinem erweiterten Themenfeld zählen journalistische Tätigkeiten für Schachzeitschriften und Verlage sowie die aktive Vereins- und Jugendarbeit. Als Schachspieler vertrat er über die Jahre in diversen Ligen bei mehreren Vereinen das Spitzenbrett.
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