Jugendweltmeisterschaft in Belfort
Von Pascal Simon

Bellevue sur Belforts
Die diesjährige Jugendweltmeisterschaft
findet in Belfort statt. Dort kommt es zum Aufeinandertreffen von über 1200
Jugendlichen aus 82 Nationen. Natürlich ist auch eine deutsche Delegation
vertreten, die mit 38 Teilnehmern nunmehr die zweitgrößte Fraktion hinter dem
Gastgeberland Frankreich ist.

Championat de Belfort 2005

Blick in den Turniersaal
Die Deutschen schlagen sich bisher relativ
erfolgreich, auch wenn es noch nicht zu einem Podiumsplatz reicht. Vor allem
spielt einer der 3 Hamburger Vertreter, Niclas Huschenbeth, ein bisher sehr
ordentliches Turnier in der U14. Heute musste er allerdings seine zweite
Niederlage hinnehmen und viel somit das erste Mal aus den Top Ten. Falko
Bindrich steht von allen Deutschen noch am Besten da. Mit bisher 6,5 Punkten aus
9 Partien steht er auf Platz 6 und hat noch theoretischen Chancen, um sich unter
die ersten Drei zu spielen.

Hohe Konzentration an allen Brettern
Unter den über 1200 Teilnehmern finden sich
einige Titelträger und bekannte Namen wie z.B. Maxim Rhodstein, doch die
Abstinenz von Jungstars wie Sergey Karjakin, Magnus Carlsen oder Hidaru Nakamura
würde diesem Großereignis noch ein I-Tüpfelchen geben.

Auch die ganz Kleinen sind mit Elan dabei





Das Turnier zu organisieren, fordert natürlich eine ganze Menge an Arbeit ab und
deshalb hat der Club Belfort-Echècs auch eine ganze Schar an Helfern engagieren
können. Dennoch gibt es hier und da einige Dinge, die man noch verbessern kann.
Da die Stadt Belfort nicht alle Teilnehmer und ihre Betreuer und Eltern direkt
im Ort unterbringen kann, mussten mehrere Delegationen in nahe gelegene Orte,
wie z.B. Mulhouse, verlegt werden.




Dadurch entstehen Anfahrzeiten, wie bei den
Deutschen von knapp einer Stunde. Nichtsdestotrotz ist es den Veranstaltern
gelungen, alle Teilnehmer in einer Halle spielen zu lassen. Zuschauer haben
genug Platz und stören die Jugendlichen somit nicht. Die Halle ist zudem auch
gut klimatisiert, was bei den vorherrschenden Temperaturen von bis zu 32°C auch
notwendig ist.
Erfreulich ist auch, dass Anatoly Karpov
dieses Ereignis nicht auslässt, um als UNESCO-Botschafter für das Schachspiel zu
werben.


In einer einstündigen Konferenz debattierte
der frühere Weltmeister über viel diskutierte Themen, wie die Förderung des
Jugendschachs, der Aufnahme des Schachspiels als olympische Disziplin, die
ständige Zeitänderung im Schach, die Remisregel und die Uneinigkeit um den
Weltmeistertitel. Eine eindrucksvolle Vorstellung von Anatoly Karpov, in dem
sich herauskristallisierte, dass es ihm vor allem um die Förderung der Jugend
und die Originalität des Schachs geht.
Die Stadt Belfort ist nicht nur für die
Ausrichtung von Jugendweltmeisterschaften (1983,2005) und
Weltmeisterschaftskämpfen (Kasparov-Karpov 1988) bekannt, sondern vor allem für
seine Vergangenheit.

Denkmal anlässlich der Verteidigung durch polnische und französische Soldaten im
zweiten Weltkrieg
Vor allem im deutsch-französischen Krieg
1870-71 war Belfort hart umkämpft. Viele Denkmäler erinnern noch heute an die
heldenhafte Verteidigung gegen die preußische Belagerung, die 103 Tage
andauerte.




Weiteres Denkmal zur Verteidigung Belforts während der preußischen Besatzung