Erklärung
In Anbetracht der doch wirklich außergewöhnlich persönlichen Attacke von
Herrn Dr. Till Schelz-Brandenburg möchte ich nur zu einem Teil der
aufgestellten Behauptungen Stellung nehmen und damit ein bisschen zur
Aufklärung beitragen.
Die Visionen, Fakten, Status Quo, Konzeption und deren Realisierung habe ich
in der Funktion als Vorstand des bekannten Chess Tigers Schach-Förderverein
1999 e.V. gemacht und dem Bundesligavorstand und den Vereinsvorsitzenden der
Bundesligavereine via Schachfreund Christian Zickelbein, Vorsitzenden des
Bundesligaausschusses und Versammlungsleiters in Kassel, zur Verfügung
gestellt. Es wäre vielleicht hilfreich auch für ihre Leser – also die Kunden
der Bundesliga – diese Charts zu zeigen, damit sie sich selbst ein Bild
machen können, was Sie vom Beitrag unseres grün gefärbten Bremer
Schachfreundes zu halten haben.
Dass die 1.Schachbundesliga zuerst vermarktungsfähig gemacht werden muss ist
jedem klar. Einen kleinen Beitrag hätten schon damals die Chess Tigers
leisten können, denn sie hatten bereits die Zusage eines Sponsors über die
ersten drei Jahre, die ausgereicht hätte dieses Ziel zu erreichen und die
angegebenen Investitionen für die Vereine neutral zu bewältigen, ja, hätten
da nicht bei der Kasseler Tagung die 500.000 Euro der Bahn AG im Raum
gestanden. Dagegen sah die Offerte der Chess Tigers wirklich mickrig aus.
Nur zur Erinnerung: die Chess Classic fing im Jahre 1994 mit einem Etat von
7.800,- DM an.
Die Chess Tigers veranstalten dieses Jahr zum 15.Mal die Chess Classic in
Mainz vom 28.Juli bis 3.August 2008 und können durchaus zufrieden sein, dass
Sie soviel Kompetenz, Innovationskraft, Kontinuität und Leidenschaft unter
einen Hut bringen konnten. Wenn oft von „Schmitt“ geredet wird, sind die „Chess
Tigers“ gemeint, aber diese lassen sich halt nicht so schön polemisch und
persönlich verunglimpfen, weil auf der Habenseite des Schachs oft ein
Vielfaches der Sollseite steht. Weltweit möchte ich da mit keinem Verbands-
Bundesliga- oder Vereinsführer tauschen wollen.
Fünf wichtige Highlights möchte ich nur stellvertretend erwähnen:
1. In 1999 hatten wir an einem Samstag 1392 zahlende Zuschauer (14,- DM) und
13min Schach im „Aktuellen Sportstudio“.
2. Im Jahre 2000 gelang es die zehn besten Spieler der Welt (Rating) in Bad
Soden am Taunus zusammenzubringen,
3.Im Jahre 2001 kam es zum Schnellschachmatch zwischen den damaligen
Weltmeistern Anand und Kramnik, 6,5:5,5, nachdem wir von Frankfurt nach
Mainz als Austragungsort wechseln mussten.
4.Die Chess Tigers haben mit Bobby Fischers Chess960 beginnend 2000 ein
komplettes System technisch und organisatorisch realisiert
5. Der 4-jährige Aufbau einer Chess Tigers Schach-Universität zusammen mit
Großmeister Artur Jussupow steht vor der Vollendung.
Versichern kann ich auch, dass ich einige internationale Turnier beobachtet
habe, wie Wijk aan Zee, Linares, Biel, usw. Weltmeisterschaften in New Delhi
und Mexiko, die Olympischen Spiele des Schachs in Turin, natürlich auch die
1.Bundesliga, selbst gespielt habe ich bis zur Hessenliga (4.Liga), sodass
mir die Materie Schach durchaus vertraut ist.
Zu Wort melde ich mich nur dann, wenn ich wirklich neue Erfahrungen im
Bereich „Schach“ gemacht habe und das war im schachlich gesehen
„jungfräulichen“ Trierer Universitätsgelände als Austragungsort passiert.
Hier kamen Leute hin und nicht wenige, die zum ersten Mal einen
Bundesligawettkampf gesehen haben, erstmals mit einer Live-Übertragung in
Berührung kamen, mit Begeisterung Schach konsumierten und ihre Kritik mir
anvertrauten. Diese Situation ließ mich ein wenig den sachlichen Pfad beim
Antworten im Interview verlassen und meine Pflicht, darauf zu drängen, das
Interview zu autorisieren. Die Erfahrung zu machen und die Euphorie mit
diesen Leuten zu teilen wiegt schwerer, als die zynisch klingenden und
verunglimpfen wollenden Belehrungen des Schachfreundes von Werder Bremen.
Hans-Walter Schmitt
Chess Tigers