Wittgensteins Wahrheitsverständnis –
zugleich Entwurf einer Grammatik von „wahr“ und „Wahrheit“
Von Dr. Steffen Giehring

Es gilt geradezu
als ein Markenzeichen des frühen wie des späten Wittgenstein, dass seine
Philosophie auf einen eigenständigen Erkenntnis- und Wahrheitsanspruch
verzichtet. Gegen dieses verbreitete Wittgensteinbilder wendet sich der Autor in
erster Linie.
Ihre Grundthese
lautet daher, dass Wittgenstein einen vom Konzept der Aussagenwahrheit
verschiedenen Begriff philosophischer Wahrheit verwendet und zudem für seine
eigene Philosophie in Anspruch nimmt.
Historisch
betrachtet lässt sich die verbreitete Fehleinschätzung Wittgensteins aus der
Identifikation von Wahrheit überhaupt mit propositionaler Wahrheit her
verständlich machen. Denn es war nicht zuletzt der Tractatus selbst, der nach
Auffassung der Rezipienten eben jene Reduktion von Wahrheitsansprüchen
propagierte. Rezeptionsgeschichtlich geriet dadurch der gesamte Wittgenstein in
eine von ihm selbst mitinitiierte Gefangenschaft, aus der ihn auch sein
Hinweisen auf das Ganze, das Große oder die Wahrheit der Philosophie nicht
herauszuhelfen vermochte.
Es geht in diesem
Buch daher zunächst um den Versuch, Wittgenstein aus reduktionistischen
Rezeptionsmustern zu befreien und das tatsächliche Wahrheitsverständnis in
seinen jeweiligen Phasen erkennbar werden zu lassen.
Im Tractatus
entwickelt Wittgenstein bekanntermaßen ein reines Abbildmodell von Sprache. Im
Rahmen dessen Modells definiert er die Wahrheit einzelner Sätze wiefolgt: Ein
Satz ist wahr, wenn die in ihm zusammengestellten Zeichen mit den Gegenständen
des behaupteten Sachverhaltes korrespondieren, und wenn dieser Sachverhalt
besteht. Zugleich aber begrenzt er das Gebiet sinnvoller und
wahrheitsorientierter Rede auf das der Naturwissenschaften. Die bekannte
Konsequenz dieser Grenzziehung besteht darin, dass die Sätze des Tractatus
selbst aus dem Bereich sinnvoller Rede herausfallen. Ist damit die Reduktion von
Wahrheit auf die einzelner, empirisch prüfbarer Aussagesätze besiegelt?
Wittgenstein spricht zum Ende des Tractatus zwar davon, dass seine Sätze Unsinn
seien. Aber er sagt auch, dass nur der, der den Tractatus als Ganzes versteht,
erkennt, dass sie Unsinn sind und dass diese Erkenntnis das richtige Sehen der
Welt mit umfasst. Mehr noch: Im Vorwort hebt er die „Wahrheit“ der Gedanken des
Tractatus hervor und bezeichnet sie als „unantastbar“ und „definitiv“. Dieser
auf das Ganze des philosophischen Systems gehende Wahrheitsanspruch steht im
Tractatus dem Wahrheitsanspruch einzelner empirischer Aussagesätze
unvermittelbar gegenüber. Eine Explikation dieses von Wittgenstein in Anspruche
genommenen Begriffs philosophischer Wahrheit muss erklären, warum philosophische
Wahrheit mit dem Anspruch auf Unantastbarkeit und Endgültigkeit auftreten kann,
warum sie das richtige Sehen der Welt mit umfasst und warum das Erkennen dieser
Wahrheit mit dem Erkennen ihrer Unsinnigkeit zusammenfällt.
Da Wittgenstein
dieses Verständnis philosophischer Wahrheit nicht erläutert, bemüht sich der
Autor um eine Explikation anhand des philosophischen Systems des Tractatus
selbst. Er rekonstruiert den Tractatus als Abfolge aufeinander aufbauender
transzendentaler Argumentationsschritte. Dabei bildet das „Dass der Sprache“ als
Möglichkeit, überhaupt etwas über die Welt aussagen zu können, den apriorischen
Ausgangspunkt. Von hier aus leitet Wittgenstein mit Hilfe einer an begrifflichen
Bestimmungen orientierten Logik die Bedingungen der Möglichkeit von Sprache
überhaupt ab. Am Ende gelangt er so „vom Wesen der Sprache zum Wesen der Welt“,
nämlich zur Bestimmung der Welt als Totalität volkommen kontingenter Tatsachen.
Philosophische Wahrheit erweist sich in diese Sinne als „unantastbar“ und
„definitiv“, als die metaphysischen Konklusionen des Systems durch die
Apriorität des Fundamentes und die Methode der Ableitung logisch notwendiger
Bedingungen gesichert sind. Warum aber meint Wittgenstein, dass die
philosophische Erkenntnis des Tractatus am Ende mit der Erkenntnis seiner
Unsinnigkeit zusammenfällt? Dies hängt mit der logischen Struktur der
Gesamtargumentation zusammen. Ebenso wie jeder einzelne transzendentale
Argumentationsschritte weist auch die Gesamtargumentation die logische Form der
Tautologie auf. Daher ist das Verständnis des Ganzen die Voraussetzung für die
Erkenntnis des tautologischen Charakters des Systems und damit seiner
Unsinnigkeit. Der von Wittgenstein für den Tractatus in Anspruch genommene
Begriff philosophischer Wahrheit lässt sich daher wiefolgt explizieren: Ein
philosophisches System ist wahr genau dann, wenn es ein auf apriorischen
Prämissen ruhendes, vollständig logisch deduziertes, mithin tautologisches
System von Sätzen darstellt, deren Konklusionen Einsichten in das Wesen der Welt
zum Ausdruck bringen.
Der
Erkenntnisanspruch des Tractatus ist durch die Kennzeichnung der
Argumentationsstruktur als einer formallogischen Tautologie allerdings
keineswegs getroffen. Wer auf der Leiter des Tractatus jenen höheren
philosophischen Standpunkt erreicht hat, soll die erworbene Sicht der Welt
bewahren und sein Leben mit diesem Wissen führen. Philosophische Wahrheit greift
somit in die Weise ein, wie wir die Welt, die Dinge und uns selbst sehen und
verstehen.
Auch Wittgensteins
Spätphilosophie verfolgt am Ende ähnliche Absichten. Doch die philosophische
Methode der Spätphilosophie ist der des Tractatus geradezu entgegengesetzt, und
Wittgenstein unterzieht hier nicht nur einzelne Auffassungen, sondern seine
gesamte frühere Konzeption von Philosophie einer scharfen Kritik. Folglich
zeigen sich auch in seinem Verständnis von Wahrheit, sowohl im Hinblick auf die
Wahrheit einzelner Sätze als auch im Hinblick auf die Wahrheit der Philosophie,
deutliche Veränderungen.
Zunächst einmal
weist Wittgenstein Korrespondenztheorien der Wahrheit und damit auch seine
Theorie der Satzwahrheit des Tractatus als metaphysische Verirrungen zurück.
Diese Theorien erwecken nämlich den Anschein, als könnten wir Sprachliches mit
Außersprachlichem vergleichen, als wären uns Tatsachen noch in anderer Form
gegeben als in der Sprache. Tatsächlich aber – so lautet Wittgensteins Kritik –
kommen wir mit der Sprache nicht aus der Sprache heraus. Wenn wir also eine
Übereinstimmung zwischen einem Satz und einer Tatsache konstatieren, so besteht
diese Übereinstimmung stets nur innerhalb der Sprache.
Aufgrund dieser
Kritik an Korrespondenztheorien haben Wittgnesteininterpreten gefolgert, dass
Wittgenstein eine andere, konkurrierende Wahrheitstheorie vertreten haben müsse.
Zu Unrecht, denn der späte Wittgenstein war weder Anhänger der Redundanz-, noch
der Konsens-, noch der Kohärenztheorie der Wahrheit. Anhaltspunkte für derartige
Zuschreibungen finden sich zwar in den Schriften des späten Wittgenstein, aber
sie erweisen sich bei genauer Prüfung des Textmaterials durchgängig als nicht
haltbar.
Dass dem so ist,
darf in Anbetracht des Philosophieverständnisses des späten Wittgenstein nicht
überraschen, Denn er selbst wird nie müde zu betonen, keine Form von Theorie
aufstellen zu wollen. Als er nach der von ihm favorisierten Wahrheitstheorie
befragt wird, verweist er schlichtweg auf verschiedenartige Verwendungsweisen
der Ausdrücke „wahr“ und „Wahrheit“. Eben dieses Verweisen auf die
Differenziertheit des Sprachgebrauchs ist eine Geste, die geradezu als
paradigmatisch für die Methode seiner Spätphilosophie bezeichnet werden kann. So
wird die Frage „Was ist Wahrheit ?“ aus methodischen Gründen ersetzt durch die
Frage „Wie werden die Ausdrücke „wahr“ und „Wahrheit“ in einzelnen Sprachspielen
oder Sprachspielfamilien verwendet ?“
Mit dieser
Modifizierung werden zwei für die Philosophie gewichtige Fragerichtungen neu
eröffnet: Zum einen ist es die Frage, ob es spezifische Verwendungsbedingungen
von „wahr“ und „Wahrheit“ in der alltäglichen Sprachpraxis gibt, die über
Verwendungsbedingungen normaler Aussagesätze hinausgehen. Auf diese Frage werde
ich zum Abschluss des Vortrages eingehen, wenn es um die Grammatik der Ausdrücke
„wahr“ und „Wahrheit“ geht.
Zum anderen ist mit
Wittgensteins Verweis auf die Differenziertheit der Verwendungsweisen von „wahr“
und „Wahrheit“ in verschiedenen Sprachspielfamilien die Frage nach dem Sinn der
Rede von „Wahrheit“ in der Philosophie selbst eröffnet. Diese Frage überhaupt zu
stellen, ist angesichts der Übermacht von Interpreten, die nur eine negative,
nämlich philosophische Scheinprobleme oder gar die Philosophie selbst
beseitigende Spätphilosophie Wittgensteins kennen, äußerst gewagt. Tatsächlich
aber liegt Wittgensteins Spätphilosophie ein durchaus komplexes
Philosophieverständnis zugrunde, das positiv auf eine Befreiung und Gesundung
des Verstandes ausgerichtet ist.
Der Sinn der Rede
von Erkenntnis und Wahrheit in der Philosophie erweist sich dabei als untrennbar
mit einem Verständnis philosophischer Probleme und Irrtümer verknüpft. Denn
diese sind im Gegensatz zu gewöhnlichen Irrtümern keine bloßen
Oberflächenphänomene. Sie bedürfen einer Therapie des Verstandes. Denn um sie
auszuräumen, reicht das bloße Sagen der Wahrheit nicht, sondern man muss – wie
es bei Wittgenstein heißt -„beim Irrtum ansetzen und ihn in die Wahrheit
überführen.“ Philosophische Probleme sind daher nichts von sich aus Negatives.
Im Gegenteil, gerade die Zuspitzung philosophischer Probleme und Verwirrung
betrachtet Wittgenstein aus therapeutischer Sicht sogar als notwendig. Sie ist
notwendig, um die alten und gewöhnlichen Denkgewohnheiten in Frage zu stellen,
die für die irreführende Gleichförmigkeit der sprachlichen Formen verantwortlich
sind und sich zugleich in ihr artikulieren. Insofern Wittgensteins
Spätphilosophie auf eine Überwindung dieser Denkgewohntheiten aus ist, ist sie
wesentlich keine Sprachkritik, sondern eine Denkkritik.
Die philosophische
Therapie kann aber nur dann gelingen, wenn der philosophische Patient am Ende
selbst seine gewohnte Denkweise, die Art und Weise wie er die Dinge sieht,
fallen lässt und sich die neue, vom Therapeuten bereitgestellte
Betrachtungsweise aneignet. Der „Weg vom Irrtum zur Wahrheit“ bedeutet in der
Philosophie daher primär eine gegen die eigene Gewohnheit gerichtete Umstellung
der Betrachtungs- und Denkweise.
Wittgenstein
bezeichnet diese Umstellung nicht nur als die wesentliche Herausforderung seiner
Philosophie. Er verweist auch darauf, dass die grundlegende und nachhaltige
Umstellung der Art und Weise, wie wir die Dinge sehen, zugleich Voraussetzung
für das Sagen der Wahrheit ist. „Nur der kann sie (die Wahrheit) sagen, der
schon in ihr ruht“ heißt es bei ihm. Dieses Sagen der Wahrheit meint die
korrekte Beschreibung sprachlicher Praxis. Philosophische Wahrheit ist daher
durch zwei durchaus verschiedenartige Aspekte ausgezeichnet. Zum einen gehört zu
ihr die richtige Weise der Betrachtung - das was Wittgenstein als „Ruhen in der
Wahrheit“ bezeichnet. Und zum anderen gehört dazu die durch die Umstellung der
Betrachtungsweise ermöglichte richtige Beschreibung sprachlicher Praxis - das
was Wittgenstein als „Sagen der Wahrheit“ bezeichnet.
Doch obgleich das
„Ruhen in der Wahrheit“ als Voraussetzung für das „Sagen der Wahrheit“ auftritt,
so ist dies keineswegs ein einseitigen Verhältnis. Denn es sind gerade die
korrekten Beschreibungen des Sprachgebrauchs, die ihrerseits die in der Therapie
vollzogene Umkehr der Anschauungsweise legitimieren. Denn während die alte
Betrachtungsweise zwangsläufig zu Irrtümern, Ungerechtigkeiten und Paradoxien
führt, ermöglicht erst die neue Betrachtungsweise Artikulation und Verständnis
grammatischer Wahrheit. In diesem Sinne steht die erst durch die Umstellung der
Betrachtungsweise zur Artikulation gebrachte grammatische Wahrheit ihrerseits
für die Richtigkeit der neuen Weise der Betrachtung und Zuwendung ein.
Damit finden beide Aspekte, grammatische Wahrheit und Wahrheit
der Anschauung, nicht nur in Wittgensteins Verständnis philosophischer Wahrheit
Eingang, sondern machen dieses durch ihre wechselseitige Abhängigkeit zu einem
komplexen Verständnis.
Damit ist die
Rekonstruktion von Wittgensteins Wahrheitsverständnis in seiner Früh- und
Spätphilosophie abgeschlossen. Es bleibt nunmehr noch auf den angekündigten
Entwurf zur Grammatik von „wahr“ und „Wahrheit“ einzugehen. Dieser Entwurf
beansprucht Einiges über die Grammatik von „wahr“ und „Wahrheit“
zusammenzutragen, was der späte Wittgenstein hätte sagen müssen, wenn er sich
denn zu diesem Thema geäußert hätte. Zunächst einmal ermöglicht die Methode der
Sprachspielbeschreibung eine fundamentale Kritik gängiger sprachanalytischer
Praxis hinsichtlich des Begriffs der Satzwahrheit. Diese philosophische
Tradition wird nämlich der Tatsache nicht ausreichend gerecht, dass auch die
korrekte Verwendung der Ausdrücke „Wahrheit“ und „wahr“ situativen Bedingungen
unterliegt. Diese situativen Bedingungen regeln nämlich auch, ob ein Satz von
der Form eines Erfahrungssatzes tatsächlich ein Erfahrungssatz und damit
überhaupt für das Wahrheitsspiel geeignet ist. Über die Tauglichkeit eines
Satzes für ein Wahrheitsspiel, entscheidet nicht seine Form allein, sondern auch
seine Rolle innerhalb unserer Sprachpraxis. Diese von Wittgenstein her bekannte
Kritik verweist darauf, dass die sinnvolle Verwendung der Ausdrücke „wahr“ und
„Wahrheit“ in bestimmte situative Bedingungen eingebettet ist. Zur Bestimmung
dieser spezifischen Verwendungsbedingungen liegen mit der Prosententialen
Theorie bereits Ansätze vor, doch diese beschränken sich darauf, dass mit einer
Äußerung des Typs „Das ist wahr.“ in zustimmender Weise auf einen zuvor
thematisierten Sachverhalt Bezug genommen wird. Das ist aber bei weitem nicht
alles, was zur Grammatik von „wahr“ und „Wahrheit“ zu sagen ist. Tatsächlich
setzt die korrekte Verwendung dieser Ausdrücke eine Äußerungssituation voraus,
die in der Mehrzahl durch einen Dissens, zumindest aber durch das Ausstehen
eines Konsenses unter den Gesprächsteilnehmern charakterisiert ist. Um Wahrheit
– so könnte man das in einer grammatischen Bemerkung sagen – wird gestritten.
Und insofern es den am Wahrheitsspiel Beteiligten um etwas geht, insofern
sie in der Auseinandersetzung ein Interesse an der Wahrheit erkennen lassen,
wird verständlich, weshalb Äußerungen des Typs „Es ist wahr, dass...“ oft mit
einer besonderen Emphase vorgetragen werden, und weshalb wir den Begriff der
Wahrheit als einen wesentlich emphatischen Begriff auffassen können.
Das in diesem Tätigsein zum Ausdruck kommende Interesse an der
Wahrheit lässt sich zudem in Zusammenhang zum menschlichen Streben nach Glück
und Wohlergehen bringen, und Wahrheits- und Glücksorientierung dabei als
gleichermaßen grundlegende menschliche Orientierungen ausweisen. Damit geht
dieses Buch weit über das hinaus, was moderne Wahrheitstheorien in der Regel zu
leisten versuchen. Jener Zusammenhang von Wahrheit und Glück lässt sich durch
eine Analyse des Sprachgebrauchs als grammatisch verbürgt erweisen. Denn wer
sich glücklich schätzt, der fällt nicht nur ein Werturteil über die für sein
Urteil wesentlichen Lebensumstände, sondern er setzt zugleich die Wahrheit der
Sätze voraus, mit denen er eben jene Lebensumstände beschreiben würde. Die
Wahrheit jener Sätze ist aber nicht nur im Hinblick auf die Echtheit des
Glückes, sondern auch im Hinblick auf dessen Fortbestand relevant. Insofern der
glückliche Mensch am Fortbestehen seines Glückes interessiert ist, lässt sich
die Wahrheitsorientierung daher als eine im Rahmen menschlichen Glücksstrebens
vernünftige Orientierung auszeichnen. Damit ist freilich weder gesagt, dass die
Wahrheitsorientierung ausschließlich in dieser Hinsicht eine vernünftige
Orientierung wäre. Noch soll damit einer Instrumentalisierung des
Wahrheitsinteresses das Wort geredet werden. Tatsächlich birgt der grammatische
Zusammenhang von Wahrheit und Glück auch immer ein potentielles
Spannungsverhältnis. Allzu blindes Glück darf durch den Hinweis auf die
Wahrheit enttäuscht werden, aber nicht immer hat die Wahrheit das Recht
illusionäres Glück zu zerstören. Eine unbedingte Prioritätensetzung für eine
dieser beiden Orientierungen erscheint vor dem Hintergrund der Mannigfaltigkeit
der Phänomene des Lebens nicht adäquat. Statt dessen sollte dieses potentielle
Spannungsverhältnis als geradezu konstitutiv für die menschliche Grundsituation
aufgefasst werden.

Wittgensteins Wahrheitsverständnis
Zugleich Entwurf einer Grammatik von »wahr« und »Wahrheit« auf der Grundlage der
Spätphilosophie Wittgensteins
345 Seiten
ISBN 3-934157-44-0
Buch (broschiert): 32,– Euro
Digitale Ausgabe (PDF): 15,– Euro
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