<i>"Er war die Seele des Bieler Festivals" </i>Nachruf auf Olivier Breisacher

15.08.2012 – Olivier Breisacher, Medienverantwortlicher und treibende Kraft bei der Organisation des Bieler Schachfestivals, ist tot. Er starb vergangenes Wochenende an den Folgen eines Badeunfalls, den er während seines Urlaubs auf Mallorca erlitt. Nach dem Unfall wurde Breisacher noch in die Universitätsklinik von Genf geflogen, aber jede Hilfe kam bereits zu spät. Der Tod des 44-jährigen Sportjournalisten und Organisatoren, der bei Kollegen und Spielern geschätzt, gemocht und respektiert war, löste in der Schachwelt Trauer und Bestürzung aus. Pascal Simon erinnert an einen Freund und Kollegen. Zum Nachruf...

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Olivier Breisacher, ein Freund und Kollege
Ein Nachruf von Pascal Simon, ChessBase



In Momenten des Schmerzes und der Trauer ist es schwer, die richtigen Worte zu treffen. Mit dem Tod des 44-jährigen Olivier Breisacher hat die Schachwelt eine ihrer treibenden Figuren verloren. Der Bieler Journalist, der für eine Lokalzeitung (Tribune de Genève) in Genf im Ressort Sports arbeitete, gehörte dem Organisationsteam des Bieler Schachfestivals an. Seit mehr als 15 Jahren kümmerte Olivier sich um Berichterstattung und Außendarstellung sowie um die Organisation rund um das Großmeisterturnier, dem Aushängeschild des jährlich stattfindenden Festivals. Durch feines Gespür und seine großartigen Kontakte zur Schachwelt gelang es ihm Jahr für Jahr ein interessantes Teilnehmerfeld aufzustellen. So hat Olivier maßgeblich dazu beigetragen, dass Magnus Carlsen in Biel gern gespielt hat und zu Gast war. Wenn man Olivier mit den Großmeistern plaudern sah, umgab ihn immer eine Aura der Freude.


David Howell und Olivier Breisacher

Stets ein Lächeln auf dem Gesicht wusste er, wie man mit bekannten Personen des Sports umgeht. Eine Eigenschaft, die auch in seinem täglichen Beruf sehr wertvoll war. Seine persönlichen Highlights waren Interviews und Berichte mit und über sein Sportidol Roger Federer. Auch dem Eishockey, vor allem dem Team von Servette Genf, widmete er viel Zeit. Zuletzt war er bei der Europameisterschaft im Fußball, die in Polen und der Ukraine stattfand, unterwegs. Auch in Turnierarenen der großen Grand Slam Turniere im Tennis war er zuhause. Ob in Melbourne, Paris, London oder New York, Olivier hat alle Tennisgrößen des letzten Jahrzehnts spielen sehen und kannte viele von ihnen gut. Wenn Olivier über seine Reisen und Erlebnisse sprach, verfolgte man gespannt, was er zu berichten hatte. Beeindruckend war dabei sein ungeheures Detailwissen. Oliviers Akribie und Professionalität war vorbildlich und ein Maßstab für alle.

"Olivier war die Seele des Festivals", Peter Bohnenblust im Journal du Jura



Olivier hatte Spaß daran, im Hintergrund die Fäden zu ziehen und das Schachfestival zu dem zu machen, was es heute ist: ein Highlight im Schachjahreskalender. Nicht zuletzt trieb Olivier die Vernetzung des Turniers voran. Mittlerweile werden die Partien live im Internet gezeigt, man kann zuhören, wie die Spieler ihre Partien nach der Runde analysieren und Fotos, Videos, Interviews und Rundenberichte sind nach und während der Runden auf der Homepage schnell verfügbar.

Unter den Teilnehmern und Besuchern des Festivals war Olivier hoch geschätzt. Er sprach gerne mit den Leuten und machte Späßchen. Im gleichen Zuge kümmerte er sich aber auch um die
Sorgen und Belange der Teilnehmer. Wenn etwas nicht stimmte, wusste Olivier die Sache zu regeln.



In den letzten vier Jahren durfte ich an Oliviers Seite arbeiten. Seine kollegiale und offene Art habe ich dabei sehr schätzen gelernt. Er hatte nicht nur ein offenes Ohr für seine Kollegen, sondern suchte auch aktiv Rat bei Ihnen. So wurde kontrovers über die 3-Punkte-Regel, Sofia-Regeln beim Remisangebot, Turniermodi und Bedenkzeiten diskutiert. Imponiert hat mir, dass er dabei das Risiko nicht scheute, neue Wege zu gehen. Ich habe Olivier als weltoffenen und äußerst sympathischen Menschen in Erinnerung. Leider ging er viel zu früh von uns. Unsere Gedanken sind nun bei ihm. Meine zutiefst empfundene Anteilnahme gebührt seiner Familie. Ruhe in Frieden Olivier!



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