"Erfahrung" gegen "Talente": Das NH Schachturnier in Amsterdam

18.08.2009 – Während derzeit noch an mehreren Orten einige hochkarätige Turniere stattfinden, kündigt sich schon das nächste Topereignis an. Am kommenden Donnerstag beginnt in Amsterdam der Vergleich "Erfahrung" gegen "Talent". Veranstalter ist die Max Euwe Gesellschaft um den holländischen Mäzen und Fernschachgroßmeister Joop van Oosterom. Als Gastgeber fungiert erneut das NH Hotel Krasnopolsky in Amsterdam. Da im letzten Jahr das Team der älteren Spieler von den "jungen Wilden" doch arg gebeutelt wurde, wurde für dieses Jahr die Mannschaft der "Erfahrenen" verstärkt. Mit Peter Svidler, Peter Heine Nielsen und Loek van Wely bringen die "Veteranen" Spieler an den Start, die selbst vor gar nicht langer Zeit noch "Talente" waren. Alexander Beliavsky und Lubomir Lubojevic sorgen dafür, dass das Durchschnittsalter nicht zu nahe an dem der "Rising Stars" liegt. Bei den jungen Leuten spielen Hikaru Nakamura, Fabiano Caruana, Jan Smeets, Robin Stellwagen und mit Yifan Hou erstmals auch ein Mädchen. Das beste Talent erhält eine besondere Belohnung: eine Einladung zum Amber-Turnier.Turnierseite...Laufende und kommende Turniere (Turnierkalender)...Vorstellung der Teams...

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Pressemitteilung der Max Euwe Gesellschaft:

 

Ein Mannschaftsturnier mit persönlicher Note

Das 4. NH Chess Tournament, das am 20. August, also kommenden Donnerstag, beginnt und bis zum 31. August dauert, ist ein Mannschaftsturnier. Im Fünf-Sterne NH Grand Hotel Krasnapolsky direkt im Zentrum von Amsterdam trifft eine Mannschaft von aufstrebenden Talenten – Rising Stars – auf eine Mannschaft, die man Experience, deutsch „Erfahrung“, genannt hat. Gespielt wird nach Scheveninger System, das heißt, jedes Mitglied einer Mannschaft spielt mit beiden Farben gegen jedes Mitglied der anderen Mannschaft. Die entscheidende Frage lautet natürlich, welche Mannschaft am Ende die meisten Punkte erzielt und damit Gesamtsieger wird. Aber das Turnier hat auch mehr als einen ‘persönlichen Touch’.

Zunächst einmal qualifiziert sich das beste Jungtalent, vorausgesetzt er oder sie hat einen positiven Score, für das Amber Blindfold und Rapid Tournament 2010 in Nizza, das jährlich stattfindende spektakuläre Gipfeltreffen der Schachelite an der Côte d’Azur. Eine große Ehre, man denke nur an die Qualifikanten aus den ersten drei NH Turnieren: Magnus Carlsen, Sergey Karjakin und Wang Yue. Zu den ‘persönlichen Angelegenheit’, die die Spannung anheizen, zählt auch der Umstand, dass die Rising Stars von dem amtierenden amerikanischen Meister und die Erfahrung-Mannschaft von dem amtierenden russischen Meister angeführt wird.

Organisiert wird das NH Tournament von NH Hotels in enger Zusammenarbeit mit der in Monaco ansässigen Max Euwe Gesellschaft des bekannten Schachmäzens Joop van Oosterom. Wie bei ‘Van Oosterom-Turnieren’ üblich werden die Spieler wie Stars behandelt; im Gegenzug erwartet man von ihnen lediglich, dass sie das Publikum (und den Sponsor!) mit großartigem Kampfschach unterhalten.

Beiden Mannschaften mangelt es nicht an Anreizen. Wie Sie sich erinnern werden, erhielt die Erfahrung-Mannschaft letztes Jahr eine schmerzhafte Abreibung. Sie unterlagen den Rising Stars das dritte Mal in Folge, aber so dramatisch war die Niederlage noch nie ausgefallen: 33½ - 16½. Das erforderte drastische Maßnahmen, die dann auch ergriffen wurden. Tatsächlich geht die Erfahrung-Mannschaft das erste Mal als leichter Favorit ins Turnier. Ein kurzer Blick auf die Mannschaftsaufstellung verrät, warum.

Ihr Spitzenspieler ist kein Geringerer als Peter Svidler (2739), der russische Meister.

Mit 33 wirkt der Großmeister aus St. Petersburg vielleicht noch ein bisschen jung, um die Erfahrung-Mannschaft anzuführen, aber wenn wir jemanden, der fünf Mal russischer Meister wurde und seit fünfzehn Jahren zur Schachelite zählt, nicht als ‘erfahren’ bezeichnen können, wem gebührt dann dieses ehrenvolle Adjektiv? Sein Mannschaftskollege Peter Heine Nielsen (2680) ist nur drei Jahre älter, aber auch ihm mangelt es als Hauptsekundant von Weltmeister Vishy Anand nicht an Erfahrung.

Stärker im Einklang mit den Erwartungen, die eine Erfahrung-Mannschaft hervorruft, ist da vielleicht Alexander Beliavsky (2662), der die höchste Elo-Zahl aller Spieler über 50 hat.

Tatsächlich gibt es unter den Top 100 der FIDE-Weltrangliste nur zwei Spieler, die über 50 sind – der andere ist Anatoly Karpov. Beliavsky hat in seinem Leben mehr Turniere gewonnen als alle Rising Stars zusammen und verfügt damit zweifellos über Erfahrung.

Ein anderer ‘Youngster’ in der Erfahrung-Mannschaft ist der 36-Jährige Loek van Wely (2655), aber mit sechs aufeinander folgenden Siegen bei der holländischen Meisterschaft und ersten Plätzen bei allen großen Open der Welt passt er ebenfalls definitiv ins Team.

Wie auch Ljubomir Ljubojevic (2553), früher einmal die Nummer drei der Welt und Jahrzehntelang der erfolgreichste jugoslawische Spieler.

Geht man nach aktueller Elo-Zahl sind die Rising Stars ungefähr genauso stark wie die Erfahrung-Mannschaft. Allerdings kann man durchaus davon ausgehen, dass sie das kleine Elo-Defizit mit jugendlicher Energie und Frische kompensieren werden. Ihr Spitzenspieler ist Hikaru Nakamura (2710), der in diesem Jahr amerikanischer Meister wurde, was ihm bereits vor fünf Jahren, im Alter von 16, gelungen war.

In den vergangenen Monaten hat sich der Amerikaner in großartiger Form präsentiert und als Blitz- und Schnellschach-Spezialist wird er hoch motiviert sein, die Fahrkarte nach Nizza zu ergattern. Das gilt allerdings auch für den 17 Jahre alten Fabiano Caruana (2670).

Er ist amtierender italienischer Meister, wurde jedoch in den Vereinigten Staaten geboren. Dort gelang es ihm auch, etliche der zuvor von Nakamura aufgestellten Rekorde zu brechen. Und er spielt gerne in den Niederlanden, wie man an seinen Siegen im Corus C-Turnier im letzten Jahr und in der B-Gruppe dieses Jahr sehen kann. Die Holländer sind mit zwei Spielern im Rising Stars-Team vertreten.

Jan Smeets (2632) ist amtierender holländischer Meister und er wird zeigen wollen, dass sein ausgezeichnetes Debüt in der Spitzengruppe beim Corus-Turnier kein Zufall war. Daniel Stellwagen (2630) ist der einzige Rising Star, der bislang immer dabei war.

Wegen seines Chemiestudiums hat er in letzter Zeit weniger Schach gespielt, als ihm lieb war, und er wird hungrig sein, hier gut abzuschneiden. An einem guten Tag kann Stellwagen jeden schlagen. Das weiß niemand besser als Peter Svidler, gegen den er in der letzten Bundesliga-Saison eine wilde Partie gewann. Der fünfte Rising Star ist Hou Yifan (2584), das erste Mädchen, das je in die Mannschaft aufgenommen wurde.

Die 15 Jahre alte chinesische Sensation wird allgemein als talentierteste Frauenspielerin seit Judit Polgar angesehen und bislang haben ihre Ergebnisse diese Erwartungen nicht enttäuscht. Hou Yifan ist die jüngste Frau, die je den Großmeistertitel (Männer) gewann, und ihr gutes Ergebnis beim Züricher Jubiläumsturnier letzte Woche deutet daraufhin, dass sie gut in Form ist.

Mithin ist die Bühne für ein unterhaltsames und spannendes Turnier bereitet, in dem Mannschafts- und Einzelinteressen zehn Runden Kampfschach garantieren.

Während des Turniers bietet die offizielle Turnierseite www.nhchess.com Live-Partien, Live-Radiokommentare, Videos, Fotos und tägliche Berichte.
 

 

 



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