"Taca Cuca"-Turnier in Luana

18.05.2011 – Nach einer langen Phase der Unabhängigkeitskämpfe gegen die portugiesischen Kolonialherren und des folgenden Bügerkrieges zwischen MPLA und UNITA, die von 1961 bis 2002 reichte, sind in Angola nun friedlichere Zeiten angebrochen. Dies gibt Gelegenheit zu einem Schachturnier, zu dem mit Nigel Short, Sergey Tiviakov, Luis Galego und Antonio Fernandes auch vier europäische Großmeister eingeladen wurden. Neben diesen nehmen 22 weitere Schachfreunde teil. Stärkster einheimischer Spieler ist Pedro Aderito (2339), IM Robert Gwaze (2429) aus Simbabwe ist bester Vertreter des afrikanischen Kontinents im Turnier. Parallel findet sogar noch ein Frauenturnier mit zehn Spielerinnen statt. Hier vertritt Alina L´Ami den europäischen Kontinent und hat schon festgestellt, wie teuer die angolanische Hauptstadt ist (Vier Danone-Joghurts: 17 USD). Sergey Tiviakov hat seine Eindrücke in Bilder gefasst.Ergebnisse bei Chess-results... Frauenturnier...Tabellen und Impressionen...

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Taca Cuca in Luana
Fotos: Sergei Tiviakov
Text: André Schulz

Angola liegt im Südwesten Afrikas und grenzt im Süden an Namibia, im Osten an Sambia und im Norden an die Demokratische Republik Kongo. Die Exklave Cambimba im Norden grenzt außerdem an die Republik Konko (Kongo-Brazaville). Luanda ist mit 4,5 Mio Einwohnern die Hauptstadt des Landes. Die Gesamtbevölkerung wird auf 13 Mio. geschätzt, genaue Zahlen gibt es nicht. . 1483 errichteten die Portugiesen in Angola erste Stützpunkte für ihren Seeweg nach Indien. Eine systematische Erforschung des Landes und Kolonialisierung erfolgte jedoch erst Anfang des 19. Jahrhunderts und wurde etwa 1920 abgeschlossen.


Die Nationalbank


Alina L'Ami macht Fotos für ihren Blog


Gebäude der Nationalversammlung


Arkaden-Promenade


Haus aus der Kolonialzeit


Prächtiges portugiesisches Haus


Kirche aus der Kolonialzeit


Betende


Ein altes Haus aus der Kolonialzeit, fast zerfallen


Alte portugiesische Festung

Nach 1950 formierte sich der Widerstand gegen die portugiesische Kolonialmacht, die 1975 in die Unabhängigkeit mündete. Der Unabhängigkeit folgte ein Bürgerkrieg zwischen der "Popular Movement for the Liberation of Angola (MPLA), angeführt von Jose Eduardo Dos Santos und der National Union for the Total Independence of Angola (UNITA) unter Jonas Savimbi. Es war gleichzeitig ein Stammeskrieg zwischen den Stämmen der
Kimbundu (MPLA) und Ovimbundu (UNITA).

Die Kriegszeit teilt sich in drei Abschnitte:

1961 bis 1975 Unabhängigkeitskrieg gegen Portugal
1975 bis 1992 Bürgerkrieg zwischen der von Russland und Kuba unterstützten linksgerichteten MPLA und der vom Westen unterstützten UNITA
1992 bis 2002 Erneuter Bürgerkrieg, als Jonas Savimbi das Ergebnis der von der MPLA gewonnenen Wahlen nicht akzeptieren will.

2003 wird der 67-jährige Savimbi in einen Hinterhalt gelockt und getötet. Seitdem herrscht Waffenstillstand bzw. die MPLA hat sich aufgelöst. Die Gesamtzahl der Toten im Verlauf des Bürgerkrieges wird auf 1,6 Mio geschätzt. Etwa 4 Mio. Menschen wurden aus ihrer Heimat vertrieben. Obwohl reich an Bodenschätzen, ist das Land ist wirtschaftlich erschöpft. Große Gebiete des Binnenlandes sind verlassen, da sich die wirtschaftlichen Aktivitäten auf die Küstenregion konzentriert.

Die Hauptstadt Luanda wurde 1576 unter dem Namen São Paulo de Loanda gegründet, nachdem am 11. Februar 1575 der portugiesische Kapitän Paulo Dias de Novais an der Ilha do Cabo mit ca. 700 Personen, darunter Siedler, 350 bewaffnete Männer, Geistliche, Kaufleute und Beamte gelandet war. Seit 1627 ist Luanda mit einer kurzen Ausnahmezeit das Verwaltungszentrum des Landes. Bis 1850 war die Stadt gleichzeitig auch das Zentrum des portugiesischen Sklavenhandels nach Brasilien.


Die Küstenpromenade von Luanda


Überall wird gebaut


Das Finanzministerium


Das Außenministerium


Straßenverkäufer am Busbahnhof




Diese Frau verkauft Äpfel trägt ihr Baby am Rücken


Luanda in der Abenddämmerung


Vollmond über der Stadt


Kontraste: Alt und neu


Armut und Elend der der Bevölkerung - das Durchschnittalter beträgt 18 Jahre (Deutschland 43 Jahre), die Lebenserwartung etwa 48 Jahre - steht in krassem Gegensatz zum vorhandenen Reichtum des Landes selbst. Neben rieseigen Ölvorkommen gibt es zahlreiche Diamantminen und weitere Rohstoffe. Der Atlantische Ozean vor der Küste Angolas ist Lieferant unermesslicher Fischgründe. Die Bodenschätze des Landes werden von jeher jedoch von ausländischen Unternehmen ausgebeutet und kommt in Angola nur einer kleinen Elite zugute. In Zeiten des Bürgerkrieges setzte die MPLA ihre Einkommen aus dem Ölexport - Angola ist größter Ölexporteur Afrikas - in Waffen um, die UNITA verdiente am Diamantenhandel. Nachdem in den Bürgerkriegszeiten vor allem US-, west- und osteuropäische Gesellschaften an Ölexport, Diamantenhandel und Waffenhandel verdient haben, ist in den letzten Jahren China, wie in anderen afrikanischen Staaten auch, aktiv geworden. Inzwischen liefert Angola mehr Öl nach China als Saudi-Arabien.

Als Nigel Short vor ein paar Jahren in Angola zu Besuch war, berichtete er schon wie teuer Luanda ist. Tatsächlich ist die angolanische Hauptstadt die teuerste Stadt Afrikas. Alina L'Ami staunte auf ihrer Facebookseite über den Preis für vier Danonen-Joghurts: 17 US-Dollar.


Nigel Short


Die beiden Ersten der Setzliste

Am Taca Cuca-Turnier in Luanda nehmen 26 Spieler teil, darunter vier europäische Großmeister. Im Frauenturnier ist Alina L'Ami die einzige nicht afrikanische Spielerin.


Eröffnung des Turniers


Schiedsrichtertisch


Nigel Short sucht Kontakt zur Bevölkerung

Stand nach der 1 Runde

Rg.   Name FED Elo Pkt. Wtg1 Wtg2 Wtg3
1 GM Short Nigel D ENG 2682 1.0 1.0 0.0 1.0
  GM Tiviakov Sergei NED 2622 1.0 1.0 0.0 1.0
  IM Aderito Pedro ANG 2339 1.0 1.0 0.0 1.0
  FM Ramos Aristotle ANG 2215 1.0 1.0 0.0 1.0
  CM Solomons Deon RSA 2214 1.0 1.0 0.0 1.0
    Pascoal Eduardo A ANG 2210 1.0 1.0 0.0 1.0
  IM Agnelo Amorin ANG 2176 1.0 1.0 0.0 1.0
    António Manuel ANG 0 1.0 1.0 0.0 1.0
    Felix Claudio ANG 0 1.0 1.0 0.0 1.0
    Sapalo Gabriel ANG 0 1.0 1.0 0.0 1.0
11 GM Galego Luis POR 2501 0.5 0.5 0.0 0.5
  GM Fernandes Antonio POR 2404 0.5 0.5 0.0 0.5
    Agostinho Tito Andre Quiela ANG 2276 0.5 0.5 0.0 0.5
    Oliveira Luciano ANG 2186 0.5 0.5 0.0 0.5
  IM Mamombe Kudzanai ZIM 2089 0.5 0.5 0.0 0.5
    Gonzalez Hernandez Humberto CUB 1824 0.5 0.5 0.0 0.5
17 IM Gwaze Robert ZIM 2429 0.0 0.0 0.0 0.0
    Simoes Joao ANG 2220 0.0 0.0 0.0 0.0
    Camilo Angelico Armando ANG 2215 0.0 0.0 0.0 0.0
    Domingos Ediberto ANG 2201 0.0 0.0 0.0 0.0
    Soares Erikson Roberto Maurici ANG 2196 0.0 0.0 0.0 0.0
  IM Sousa Armindo ANG 2193 0.0 0.0 0.0 0.0
    Cambando Jose ANG 2015 0.0 0.0 0.0 0.0
    Dias Vanderson ANG 0 0.0 0.0 0.0 0.0
    Fernandes Carlos ANG 0 0.0 0.0 0.0 0.0
    Miguel Sergio ANG 0 0.0 0.0 0.0 0.0

Ergebnisse bei Chess-results...




Tisch 1


Nigel Short konzentriert


Die Bretter zwei und drei


Galego hat Weiß


Fernandez, ebenfalls mit Weiß



Die Frauen unterhalten sich vor der Runde


Angolanische Spielerinnen


Stand im Frauenturnier nach Runde eins

Rg.   Name FED Elo Pkt. Wtg1 Wtg2 Wtg3
1   Irineia Gabriel G ANG 1418 1.0 1.0 0.0 0.00
2 WCM Lopang Tshepiso BOT 1861 1.0 1.0 0.0 0.00
  WIM Solomons Anzel RSA 1914 1.0 1.0 0.0 0.00
    Conceicao Venancio Maria ANG 1916 1.0 1.0 0.0 0.00
  WGM L´Ami Alina ROM 2303 1.0 1.0 0.0 0.00
6   Lopes Nelma ANG 0 0.0 0.0 0.0 0.00
    Oliveira Engracia ANG 1797 0.0 0.0 0.0 0.00
    Rosalina Sonia ANG 0 0.0 0.0 0.0 0.00
    Rocha Valquiria ANG 1803 0.0 0.0 0.0 0.00
10 WFM Mudongo Boikhutso BOT 1864 0.0 0.0 0.0 0.00

Frauenturnier...


Spielplan des Frauenturniers


Nun geht es los




Ehrentafel des Verbandes


Alina L'Ami, passend zur Einrichtung der Hotelbar gekleidet


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