Pressemitteilung
Die Bedingungen kannten viele Teilnehmende bereits aus den Vorjahren: Im Veranstaltungssaal der Pfennigparade herrschten tropische Temperaturen. Schon nach wenigen Zügen klebten die T-Shirts auf der Haut, der Schweiß rann in Strömen. Die Atmosphäre erinnerte eher an einen Ringerwettkampf in der Schulturnhalle als an ein Schachturnier. Doch offensichtlich focht das die wenigsten an.

„Ihr habt alle kühle Köpfe bewahrt“, lobte Großmeister Stefan Kindermann bei der Siegerehrung. Und damit meinte er nicht nur die Akteure an den 24 Schachbrettern, sondern ebenso die Organisatorinnen, die vielen Helferinnen und Helfer sowie alle, die ihren Beitrag zum Gelingen geleistet hatten.

Mit 47 Teilnehmern stellte bereits das Kandidatenturnier einen neuen Rekord auf. Spieler aus Einrichtungen und Schulen rund um den Veranstaltungsort der Pfennigparade gingen an den Start. Das Besondere: Mitmachen kann jeder, der Freude am Schach hat – unabhängig von seiner Spielstärke. Gerade diese Offenheit macht den besonderen Charakter des Turniers aus.

Gespielt wurde nach Schweizer System mit Buchholzwertung bei Punktgleichheit. Gleich vier Spieler hatten sechs Partien gewonnen und nur eine verloren. Dank der besseren Wertung setzte sich Yehor Yazov knapp vor Alejandro Castillo Batista und Julian Bezold durch.
Am zweiten Turniertag traten 38 Spieler im Meisterturnier an. Viele kannten sich aus den vergangenen Jahren und freuten sich auf ein Wiedersehen, spannende Partien und die eine oder andere Revanche.

Früh zeichnete sich ab, dass Johanna Schmidt die stärkste Spielerin des Feldes war. Die ersten fünf Begegnungen gewann sie souverän. Erst am Nachmittag musste sie zweimal hart kämpfen, behauptete jedoch ihre Führung und gewann das Turnier mit einem Punkt Vorsprung. Hinter ihr belegte Robert Leibel Rang zwei. Als Einziger hatte er der späteren Siegerin ein Remis abgetrotzt. Auf Platz drei landete erneut der mehrfache Turniersieger Thomas Pullauf.
Die Stiftung Pfennigparade als Gastgeberin und die Münchner Schachstiftung als Organisatorin blicken auf zwei besondere Tage zurück. Nicht nur, weil der Teilnehmerrekord aus dem Vorjahr erneut übertroffen wurde – das Turnier hat sich längst zu einer festen Größe entwickelt.

Die Schirmherrschaft übernahmen Clarissa Käfer, Richard Lutz und Dr. Thomas Wittig. In seinem Grußwort erinnerte Dr. Wittig an den olympischen Gedanken: „Es geht nicht immer nur ums Gewinnen.“ Mindestens ebenso wichtig seien neue Erfahrungen, Begegnungen und Freundschaften, die von diesem Turnier mit nach Hause genommen würden.
„Es war eine große Freude und Ehre für mich, Schirmherr dieses traditionsreichen Schachturniers sein zu dürfen. Wer noch einen Beweis für das inklusive Potenzial von Schach benötigen sollte, der muss nur einmal bei ›Geistesblitz & Taktikwitz‹ in der Pfennigparade vorbeischauen. Glückwunsch an alle Teilnehmer und ein herzliches Dankeschön an alle, die diese zwei Turniertage möglich gemacht haben.“
Richard Lutz
Zu den Ehrengästen gehörten außerdem Prof. Angelika Speck-Ramdan, ehemalige Vorsitzende des Stiftungsrates der Pfennigparade, Zeit-Schachkolumnist und Großmeister Helmut Pfleger, Pfennigparade-Vorstand Ernst-Albrecht von Moreau, Roman Hanig, Leiter der Ernst-Barlach-Schulen, sowie Dijana Dengler und Roman Krulich, die Gründer der Münchner Schachstiftung.

Der Großmeister schaut zu: Helmut Pfleger bei der Pfennigparade. | Alle Fotos: Veranstalter
Wer das Turnier erlebt, merkt schnell: Hier wird weit mehr gelacht, gejubelt und mitgefiebert, als es beim oft so ernsten Geistessport Schach üblich ist. Die gute Stimmung prägt die beiden Turniertage ebenso wie der sportliche Ehrgeiz. In den Pausen sorgte Eis für Abkühlung und neue Energie, bevor es in die entscheidenden Partien ging.
Zum Abschluss zeigte sich Vorstand Stefan Kindermann beeindruckt von Geduld, Durchhaltevermögen und Spielstärke der Teilnehmenden: „Ihr habt viel dazugelernt und klug und mutig euer Ding gemacht.“ Alle Spieler erhielten Urkunden und attraktive Preise, die Erstplatzierten zusätzlich die begehrten Siegerpokale.
Eines steht bereits fest: Auch 2027 wird die Pfennigparade wieder Schauplatz dieses besonderen Schachfestes sein. Die 17. Auflage am 21. und 22. Juni 2027 wird zugleich Teil des 20-jährigen Jubiläums der Münchner Schachstiftung sein.