Zum 80sten Geburtstag von Vladimir Tukmakov
Vladimir Tukmakov, am 5. März 1946 in Odessa (Ukraine) geboren, gehörte einige Zeit zu den besten Spielern der Sowjetunion.
Schon mit 18 Jahren nahm er im Jahr 1962 erstmals am Finale der UdSSR-Meisterschaften teil. Seine besten Ergebnisse erzielte er 1970, 1972 und 1983, als er jeweils Vizemeister wurde.
Seine ersten internationalen Erfolge feierte Vladimir Tukmakov als spielender Kapitän in der UdSSR-Studentenauswahl. Zwischen 1966 und 1972 gewann er bei den Studentenmannschaftsweltmeisterschaften mit der Mannschaft und in der Einzelwertung insgesamt neun Goldmedaillen.
Mit der UdSSR-Nationalmannschaft gewann Tukmakov die Goldmedaille bei der Schacholympiade 1984 und bei den Mannschaftseuropameisterschaften 1973, 1983 und 1989. Mit der Ukraine gewann er bei der Mannschaftsweltmeisterschaft 1993 die Silbermedaille.

Beim Vergleich UdSSR gegen den Rest der Welt 1984 nahm Tukmakov als Reservespieler für die Sowjetauswahl teil und dreimal zum Einsatz (1,5 Punkte gegen Ljubojevic, remis gegen Kortschnoi.
Zu Tukmakovs besten Turnierergebnissen gehören sie Siege beim IBM-Turnier in Amsterdam 1974 (zusammen mit Borislav Ivkov und Vlastimil Jansa), in Decin 1977, Vilnius und Las Palmas 1978 (Zusammen mit Gyula Sax) Szirak und Lugano Open 1985, Reggio Emilia 1987, OHRA Amsterdam 1990, Wijk aan Zee -B 1992, Solin 2000, Lausanne 2004, 2005 und 2006.

1970 wurde er Zweiter in Buenos Aires hinter Bobby Fischer. Tukmakov verlor die Partie gegen Fischer, an den er gute Erinnerungen hat. In einem Interview beschrieb er Fischer als einen nicht durchschnittlichen Mensch, der bei seinen Partien sehr viel Milch trank, manchmal zwei bis drei Liter. Wenn Fischer einen guten Turnierstart hatte und die Bedingungen gut waren, war er unaufhaltsam. Startete er schlecht, geriet er in Selbstzweifel.
Einen zweiten Platz belegte Tukmakow zudem in Madrid 1973 hinter Anatoly Karpov und 1984 in Tilburg hinter Anthony Miles.

Foto: Dutch National Archiv
1982 besiegte Vladimir Tukmakov beim Interzonenturnier in Las Palmas die zwei Ex-Weltmeister Tigran Petorsian und Vassily Smyslov, verpasste aber als Vierter den Einzug in die Kandidatenkämpfe.
In der Sowjetunion bestritt Tukamakov Mannschaftskämpfe für Burewestnik und ZSKA Moskau. Mit ZSKA Moskau gewann er 1986, 1988 und 1990 den Europapokal der Vereine. In späteren Jahren spielte Tukmakov auch in der tschechischen Liga, in der kroatischen Liga und in der bosnischen Liga.

Foto: FIDE
1970 wurde Vladimir Tukamakov um Internationalen Meister ernannt. 1972 erhielt er den Großmeistertitel.
Nach seiner aktiven Karriere als Spieler wurde Vladimir Tukmakov Schachtrainer. 1993 gewann er als Trainer mit dem ukrainischen Team bei der Mannschaftsweltmeisterschaft Silber. Bei der Schacholympiade in Calvia (Spanien) 2004 führte er die Mannschaft der Ukraine zur Goldmedaille. 2010 wiederholte er bei der Schacholympiade in Chanty-Mansiysk mit der ukrainischen Mannschaft den Erfolg. 2011 übernahm Tukmakov das Training der aserischen Nationalmannschaft. 2012 trainierte er den auch für aserischen Vereinspokalsieger SOCAR. Seit 2004 trägt Tukamov den Titel des FIDE Senior Trainer. 2010 wählte die FIDE Vladimir Tukamov zum Trainer des Jahres.
Tukmakov arbeitete zudem zeitweise mit Kortschnoi, Tsechkowsky und Karpov zusammen. Von 2014 bis 2016 trainierte Tukmakov mit Anish Giri. 2017 übernahm er das Training von Wesley So.

Wladimir Tukmakov veröffentlichte eine Reihe von anspruchsvollen Lehrbüchern zum Schach und zum Schachtraining, darunter "Chess player" (2010), "Modern Chess Preparation" (2012) und "Risk and Bluff in Chess" (2015).
