85 Jahre Wassily Smyslow

24.03.2006 – Viermal spielte Wassily Smyslow um die Weltmeisterschaft. Beim Turnier in Den Haag und Moskau 1948 wurde er hinter Botvinnik Zweiter. Sechs Jahre später konnte er den Wettkampf gegen Botvinnik "nur" ausgeglichen gestalten und der Weltmeister behielt seinen Titel. 1957 schließlich besiegte Smysylow Botvinnik mit 12,5:9,5, musste aber den Titel ein Jahr später nach dem Revanchewettkampf wieder abgeben. Neben dem Schach besaß er ein zweites großes Talent im Gesang. Seine Bewerbung als Sänger beim Bolschoi-Theater scheiterte nur knapp. Heute feiert der siebte Weltmeister der Schachgeschichte seinen 85. Geburtstag. Für Viktor Kortschnoj ist Smyslow der Beweis," dass ich noch zehn Jahre spielen kann!" Dagobert Kohlmeyer sprach mit dem Jubilar und hat Stimmen zur dessen Würdigung eingesammelt. Mehr...

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Weltmeister, Schachkomponist und Sänger:
Wassili Smyslow wird 85!

Von Dagobert Kohlmeyer

Mit einem Festakt im Moskauer Haus des Schachs am Gogol Boulevard ehrt die russische Öffentlichkeit am Freitag Wassili Smyslow. Der 7. Weltmeister der Schachgeschichte wird am 24. März 85 Jahre alt. Wie kein anderer lebender Zeitgenosse verkörpert der Jubilar eine ganze Epoche. Mitte des vergangenen Jahrhunderts spielte Smyslow mit seinem russischen Landsmann und Vorgänger Michail Botwinnik dreimal um die Schachkrone. Den WM-Titel errang er 1957 und musste ihn ein Jahr später nach dem Revanchematch wieder abgeben.


Der 7. und 13. Weltmeister Smyslow und Kasparov

Smyslow ist neben Emanuel Lasker und Viktor Kortschnoi das markanteste Beispiel für sportliche Langlebigkeit im königlichen Spiel. Zu seiner Glanzzeit wurde Schach noch mit Kopf und Hand und nicht mit dem Computer gespielt. Der Brettvirtuose Smyslow gefiel nicht nur durch feine Züge in allen Partiestadien, sondern auch durch seine tadelsfreie Haltung im Wettkampf. Als einziger Großmeister wurde er in den 90er Jahren zu allen Events Ladies gegen Veteranen eingeladen.

 

 

Viktor Kortschnoi, der einen Tag zuvor seinen 75. Geburtstag feierte, sagte vergangenen Monat in Dresden zum Autor dieser Zeilen: „Smyslow ist ein Beweis dafür, dass ich noch zehn Jahre spielen kann!“

 

Wassili Smyslow lebt mit seiner Ehefrau Nadeshda Andrejewna in einem Hochhaus aus der Stalinzeit im Zentrum von Moskau.

 

 

Die meiste Zeit aber verbringt er auf seiner Datscha, westlich der russischen Hauptstadt. Dort hat Dagobert Kohlmeyer ihn per Telefon aufgespürt.

 

Wassili Wassiljewitsch, im Namen der deutschen Schachöffentlichkeit, herzlichen Glückwunsch zum großen Jubiläum!


Vielen Dank!, Dagobert. Sie sind sehr aufmerksam.

 

Ist es dort auf der Datscha nicht etwas einsam?
 

Das mögen wir ja. Meine Frau und ich genießen die herrliche Ruhe. Wir sind gern in der Natur, und ich kann ungestört an meinen Schachkompositionen arbeiten. Seit kurzem haben wir auch ein neues Familienmitglied.

 

Wer ist das?
 

Eine wunderschöne weiße Katze, deren Fell in der Sonne beigefarben schimmert. Sie ist uns im Herbst einfach zugelaufen und sehr zutraulich. Wir nennen sie „Belka“, streicheln und verwöhnen sie. Am liebsten sitzt sie auf dem Tisch neben meinem Schachbrett und schnurrt, wenn ich die Figuren setze.

 

Das Tier scheint intelligent zu sein.
 

In der Tat. Wenn ich den weißen König berühre, zieht es die Katze zum schwarzen König hin. Besonders gefallen ihr die Geräusche, welche die Holzfiguren auf dem Brett verursachen.

 

Wassili, Sie sind einer der letzten Husaren des russischen Schachs, denn erst vor wenigen Wochen ist Ratmir Kholmow gestorben.
 

Ja, das ist sehr schade. Ratmir war ein sehr starker Großmeister, der ein aktives Spiel pflegte und vorzüglich angreifen konnte. Nach seinen Berufsjahren als Schiffskoch wurde er Schachprofi, und wir haben uns oft spannende Partien geliefert.

 

Sie waren in ihrem Leben immer sehr vielseitig. So machten Sie erst als Schachspieler Furore und später auch als Sänger. Wollten Sie schon früher beide Karrieren miteinander verbinden?

 




Smyslow singt
 

Das wäre schwer zu realisieren gewesen. 1951 habe ich mich tatsächlich im Bolschoi Theater als Sänger beworben, aber die Aufnahmeprüfung nicht ganz geschafft. Ich kam bis in die zweite Runde. Das war jedoch nicht so tragisch, denn damals bereitete ich mich ja schon auf meine Kämpfe um die Schachweltmeisterschaft vor.

 

Später haben Sie Ihre musikalischen Träume dennoch verwirklicht.
 

Besser spät als nie. Im Alter von 75 Jahren habe ich meine erste CD mit russischen Romanzen aufgenommen. Und im Mai 2001, also genau 50 Jahre nach meinem ersten „Auftritt“ im Bolschoi-Theater, habe ich dort noch einmal gesungen. Es war die Feier zu Anatoli Karpows 50. Geburtstag.

 

Heute sind  S i e  es, der gefeiert wird. Was genehmigen Sie sich denn zu Ihrem 85. Geburtstag?
 

Ich werde mit meinen Freunden und Gästen ein Glas Rotwein trinken.

 

Auf Ihr Wohl, Wassili Wassiljewitsch, und alles Gute!


 

  

In seiner langen Karriere hat Smyslow viele schöne Partien gespielt. Sie sind in etlichen Sammelbänden sowie in seinem Buch „Die Kunst des Endspiels“ enthalten. Passend zum Jubiläum wird gegenwärtig in der Edition Olms Wassili Smyslows neues Manuskript „Geheimnisse des Turmendspiels“ zum Druck vorbereitet.

 

 


Vor 71 Jahren wurde die erste Partie des Jubilars veröffentlicht. Der Sieger war gerade mal 14 Jahre alt! Sein letztes Turnier spielte der Grandseigneur mit 81 Jahren. (Ladies vs. Veteranen 2002 in Amsterdam).

 

K. Gerassimow – W. Smyslow

Moskau 1935

Damenbauernspiel D05

1.d4 d5 2.Sf3 Sf6 3.e3 e6 4.Ld3 c5 5.b3 Sc6 6.Lb2 Ld6 7.0–0 Dc7 8.a3 b6 9.c4 Lb7 10.Sc3 a6 11.Te1 cxd4 12.exd4 0-0 13.Sa4 Lf4 14.Se5 dxc4 15.bxc4 Sxe5 16.dxe5 Dc6  17.Lf1 Tfd8 18.Db3 Sg4 19.h3

19…Td3! 20.Dxb6 Txh3 21.Ld4 Lh2+ 22.Kh1 Lxe5+!
0-1

Partie zum Durchklicken...

Bei verschiedenen Gelegenheiten hat unser Autor namhafte Großmeister befragt, die Smyslow gut kennen oder gar die Klinge mit ihm gekreuzt haben.

„Der Mann war einfach universell“
Interview mit Vlastimil Hort
Von Dagobert Kohlmeyer

Vlastimil, was fällt dir beim Namen Smyslow zuerst ein?

Smyslow suchte in einer Schachpartie immer die Harmonie. Das verbindet sich für mich besonders mit seinem Namen. Ich kenne nicht nur seine Partien gut, auch sein schönes Endspielbuch. Den wichtigsten und größten Beitrag zur Schachgeschichte leistete Smyslow ganz sicher mit seinen WM-Kämpfen gegen Michail Botwinnik. Die beiden haben damals unendlich harte Partien gespielt.

Wann hörtest du zum ersten Mal von ihm?

Zu Hause in der Tschechoslowakei. Da gab es den ersten Wettkampf Prag – Moskau 1946. Schon kurz nach dem Kriege spielten beide Stadtmannschaften also gegeneinander. Das war dann später auch eines meiner ersten Lehrbücher. Heute leben nur noch drei Leute, die seinerzeit in diesem Städte-Match gespielt haben: Andre Lilienthal, Wassili Smyslow und David Bronstein. Moskau hat gewonnen, ganz klar. Auf tschechischer Seite spielte die Generation mit Miroslav Katetov und Ludek Pachman. Das gehört heute zur Schachgeschichte. 

Es war in der Tat eine andere Generation. Wie besessen waren die Schachcracks damals?

Smyslow gehört zur Botwinnik-Ära und war wie sein damaliger Kontrahent sehr ehrgeizig. Weißt du, man erzählte sich über ihn, dass er zu Hause immer mindestens zehn Bretter aufgestellt hatte. Dort suchte er immer neue Züge bzw. Varianten. Sein Beitrag zur Schachtheorie ist, wie wir wissen, sehr groß.

Wie kann man so lange wie er aktiv und erfolgreich sein?

Neben guter Gesundheit hatte Wassili Smyslow wohl ein etwas leichteres Leben in der Sowjetunion als andere Großmeister. Ich weiß es nicht ganz genau, aber ich denke, dass es so war.

Welchen Schachsstil verkörperte Smyslow?

Er spielte sehr erfindungsreich und war stets um Initiative bemüht. Wenn er sie hatte, dann hielt er sie in der Regel auch fest. Smyslow war ein universeller Schachspieler. Sicher einer der vielseitigsten in der Schachgeschichte. Denken wir nur an seine Liebe zu den Schachstudien. Ich besitze sein Buch mit Kompositionen. Stell dir vor, der Mann ist so alt und komponiert noch immer neue, sehr gehaltvolle Aufgaben. Ich ziehe meinen Hut!

Wo hat dir Wassili Wassiljewitsch mal so richtig zugesetzt? Nenne uns bitte eine markante Partie!

Smyslow hat 1973 im Interzonenturnier von Petropolis sehr schön gegen mich gewonnen, und zwar als Weißer. Ich spielte damals Sizilianisch, und er bekämpfte diese Eröffnung auf spezielle Art. Anders als seine Kollegen, verstehst du? Es roch bei ihm immer nach Matt.

Was kann man noch von ihm lernen?

Von Smyslow kannst du in jeder Partiephase etwas lernen: Eröffnung, Mittelspiel, Endspiel. Im Mittelspiel, das ist komisch, also dort ging es bei ihm gar nicht um ein langes Berechnen von Varianten. Das war für ihn wirklich nie so wichtig, er war mehr ein intuitiver Spieler. Und die Schönheit ging bei ihm über alles.

Aus deiner Sicht also das Wichtigste für Smyslow?

Richtig. Schach ist für ihn in erster Linie Kunst. Siehst du dir seine Werke an, so spürst du ganz deutlich seine Einstellung zum Spiel. Schach ist für ihn reine Kunst und nicht anderes. Auf keinen Fall Sport. Glaub mir, es ist alles andere für ihn, nur nicht Sport.

Was ist er für ein Mensch?

Ein sehr angenehmer. Ich hatte das Glück, ihn näher kennen zu lernen. Das war bei den Matches Ladies gegen Veteranen, die zehnmal stattgefunden haben. Wassili hat alle mitgespielt und dort nicht nur am Rande schön gesungen. Auf einen Nenner gebracht, kann ich kann nur sagen: Smyslow gehört einfach zu den würdigen Weltmeistern.

Danke Vlastimil!

Hier die von unserem Gesprächspartner erwähnte Partie.

W. Smyslow – V. Hort

Sizilianisch  B84

IZT Petropolis 1973

1.e4 c5 2.Sf3 e6 3.d4 cxd4 4.Sxd4 Sf6 5.Sc3 d6 6.Le2 Le7 7.0–0 a6 8.f4 0–0 9.Le3 Dc7 10.a4 b6 11.Lf3 Lb7 12.De1 Sbd7 13.Lf2 Tac8 14.g4 Sc5 15.g5 Sfd7 16.Td1 Sb8 17.Le3 Sc6 18.Dg3 Tfe8 19.Lg2 Lf8 20.Tf2 Dd7 21.Sf3 Sb4 22.Se5 Dc7 23.Sg4 Sd7 24.Ld4 e5 25.fxe5 Sxe5 26.Tdf1 Te7 27.Lxe5 dxe5


 

28.Sf6+! Kh8 29.Sxh7!

Wenn 29...Kxh7, so geschieht darauf 30.g6+ fxg6 31.Txf8 +-.

29…Te6 30.Txf7 Lc5+ 31.Kh1 Te7 32.Tf8+  1-0

Partie zum Durchklicken...


Jewgeni Wasjukow: Er fühlte die Stellung

Zu seiner Glanzzeit war Smyslow eine herausragende Schachpersönlichkeit, ohne Frage. Denn er spielte drei WM-Matches, das war eine ganze Epoche. Smyslow war universell. Er spielte sehr intuitiv und fein. Es gab ein geflügeltes Wort bei uns, dass seine Hand von selbst spielt. Das heißt, er fühlte die Stellung so, dass er sofort wusste, wie er spielen muss. Sein Schach war ganz sauber, besonders virtuos behandelte er das Endspiel. Es war die Zeit lange vor dem Computer. Schach war mehr individueller, die Kämpfe wurden am Brett entschieden und weniger durch häusliche Vorbereitung. Heute kann mitunter auch ein weniger guter Schachspieler durch Computervorbereitung gegen einen starken Gegner bestehen. Das wäre früher unmöglich gewesen. Heute ist eine andere Zeit.

Und das zweite Bemerkenswerte an Smyslow ist sein großartiger Gesang. Er ist ein sehr talentierter Mensch. Ich wünsche ihm in seinem fortgeschrittenen Alter ein gutes Wohlbefinden. Seine Frau ist ja noch älter, aber noch sehr mobil und ihm eine große Hilfe.

Juri Rasuwajew: Ein Weiser der Schachwelt

Wassili Smyslow ist ein bemerkenswerter Mensch. Ich habe oft gegen ihn gespielt. In den 1970er und 1980er Jahren arbeitete ich gemeinsam mit ihm in seiner Moskauer Schachschule. Aus ihr gingen solche Supergroßmeister wie Waleri Salow, Jewgeni Barejew und Alexej Drejew hervor. Smyslow vermittelte uns sehr viel. Besonders weihte er uns in die Kunst des Endspiels ein, das er so sehr liebte. Er forschte sehr gern nach der Wahrheit.

Wie beurteilst du Smyslow als Mensch?

Wassili Wassiljewitsch trat ganz anders auf als Michail Botwinnik. Trotzdem oder gerade deshalb ist er ein sehr großer und interessanter Schachweltmeister der klassischen Linie.

Ihr habt ja im gleichen Klub gespielt.

Wir spielten viele Jahre für Burewestnik und gewannen zweimal den Europapokal. Smyslow war ein großartiger Mannschaftskapitän. Er spielte nicht nur glänzend, sondern war auch sehr weise im Umgang mit seinen Teamkameraden.

Wie äußerte sich dies?

Es ist bei Mannschaftswettbewerben sehr wichtig, die richtigen Worte vor und nach der Partie zu finden. Und in dieser Beziehung gehört er für mich zu den weisesten Menschen in der Schachwelt. Er war schlagfertig und hatte immer ein großartiges Gefühl für Humor, auch in komplizierten Situationen.

Hast du ein Beispiel parat?

Ja. Wir spielten 1979 in der Bundesrepublik um den Europapokal. Und Lev Alburt blieb im Westen. Als wir nach Moskau zurückkehrten, wurde Smyslow als erster von den Mächtigen zum Rapport gerufen. Es war kalter Krieg und eine ideologisch schwere Zeit. Aber Smyslow hat die Sache glänzend gemeistert.

Was sagte er?

Er erwiderte den Sportführern: „Alburt ist kein Mann meiner Generation. Er ist ein dämonischer Mensch. Und so einem ist alles zuzutrauen.“ Die Vorgesetzten waren daraufhin sprachlos.

Wolfgang Uhlmann: Ein Gentleman des Schachs

Smyslow ist eine Schachlegende. Er hat in einer Periode gespielt, wo das Computerwissen noch nicht so gefragt war wie heute. Er war der Spezialist für feine Nuancen und einer der ganz großen Schachweltmeister. Jeder Zug bei ihm stimmte. Als großer Stratege liebte er das feine Positionsspiel. Und er war ein sympathischer Gegner mit feinen Manieren, was heute leider nicht mehr so üblich ist. Mit einem Wort: Wassili Smyslow ist ein echter Gentleman des Schachs. Das zeigt natürlich auch seine menschliche Klasse.

Arschak Petrosjan: Generationen lernen von ihm

Er ist einfach ein großartiger Schachspieler, den ich sehr bewundere. Besonders seine Endspielkunst hat Wassili Smyslow berühmt gemacht. Er pflegte einen großartigen aktiven Positionsstil und spielte sehr sauber. Generationen können von ihm lernen. Smyslow ist ein glänzendes Beispiel für enormes Können und für Langlebigkeit im Schach. Jeder erinnert sich, dass er noch mit 63 Jahren ein WM-Kandidatenfinale gegen Kasparow spielte. Unglaublich! Das können nur wenige.

Das zweite große Talent, das ihm gegeben wurde, ist seine Musikalität. Ich habe seine Stimme gehört und war beeindruckt. Mein großer Landsmann und Namensvetter Weltmeister Tigran Petrosjan erzählte einmal folgende Geschichte: „Smyslow und ich besaßen jeder eine Datsche in der Nähe von Moskau, etwa 20 Kilometer westlich der Hauptstadt. Wenn ich mich dort erholte und spazieren ging, hörte ich häufig eine wohlklingende Baritonstimme. Das war Wassili Wassiljewitsch.“

Smyslow, ist nicht nur für mich ein Phänomen. Ich verehre ihn sehr.

Boris Gelfand: Seine Partien sind ein Gewinn

Leider habe ich nicht mehr mit Wassili Smyslow am Brett gesessen und gegen ihn spielen können. Aber wir haben uns häufig unterhalten. Smyslow war ein großer Weltmeister mit ungeheurem Schachverständnis. Ich habe seine Partien mit großem Gewinn studiert. Sieht man sich seine Züge an, so verblüfft die scheinbare Leichtigkeit, mit der er spielt. Es spricht sehr für Smyslow, dass er Mitte der 50er Jahre dem großen Botwinnik, als dieser seine beste Zeit hatte, mehrmals Paroli geboten hat. Wer konnte das damals schon! Zu seinem Jubiläum wünsche ich dem Altmeister des Schachs und des Gesangs alles Gute.

Heikki Westerinen: Ein korrekter Mann

Smyslows Spielstil war positionell. Er verstand besonders Endspiele sehr gut und auch Eröffnungen. Zum Beispiel spielte er Grünfeld-Indisch oder Caro-Kann vorzüglich. Wassili Smyslow war ein korrekter Mann, der Veranstaltern nie Schwierigkeiten machte. Und er ist auch ein guter Sänger.

Silvio Danailow: Kristallklarer Stil

Weselin Topalow und ich haben natürlich Wassili Smyslows Partien studiert. Der Mann hat einen sehr wertvollen Beitrag zur Schachgeschichte geleistet. Seine Partien zeichneten sich durch einen kristallklaren Positionsstil aus. So konnten nur wenige Leute spielen. Smyslow ist tatsächlich ein Gigant.


Der Autor mit dem Ehepaar Smyslow im Flugzeug nach Elista

Texte und Fotos: Dagobert Kohlmeyer

 

 

 



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