9. Hamburg Soirée

15.11.2007 – Am Mittwoch Aband trafen sich Hamburger Sportler, Politiker und Unternehmer zur 9. Hamburg Soirée im Hotel Vier Jahreszeiten. Ehrengäste waren diesmal der frühere Profi, Manager und Trainer des HSV, Felix Magath, und der Hamburger Bürgermeister Ole von Beust. Beide erinnerten sich u.a. an die großen Tage des HSV und Magaths unvergesslichem Tor im Finale des Europacups in Athen gegen Juventus Turin und sprachen zusammen mit Jens Meyer-Odewald und Christian Hinzpeter über vergangene und aktuelle Entwicklungen im Fußball. Aber auch Magaths Schachleidenschaft kam zur Sprache. Als HSV-Manager war der jetzige Trainer des Vfl Wolfsburg damals unbewusst einer der Taufpaten von ChessBase. Bericht, Bilder, Video...

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9.Hamburg Soirée
von André Schulz
Fotos: André Schulz, Frederic Friedel

Artikel im Abendblatt...; Meldung in der Welt...


 Jens Meyer-Odewald, Felix Magath, Ole von Beust, Wolfgang Fauter, Christian Hinzpeter

Am Mittwoch Abend trafen sich Hamburger Sportler, Politiker und Unternehmer auf Einladung der Agentur Hinzpeter & Wagner zu einem Empfang im Hotel Vier Jahreszeiten, unmittelbar an der Hamburger Binnenalster gelegen. Anlass des Treffens war ein Gespräch mit dem früheren HSV-Spieler, Manager und Trainer Felix Magath und dem Hamburger Bürgermeister Ole von Beust. Jens Meyer-Odewald, Sport-Chefreporter des Hamburger Abendblattes und Christian Hinzpeter (Hinzpeter & Wagner) führten durch den Abend.


Ole von Beust im Gespräch


Auch ein Schachspieler: Marco Bode (re.)


Der frühere HSV-Präsident Jürgen Hunke

Mit insgesamt 220 geladenen Gästen stieß die vom Deutschen Ring unterstützte Veranstaltung auf noch größere Resonanz als erhofft und füllte den Gobelin-Saal des Vier Jahreszeiten zur Gänze.


Felix Magath beim Interview mit dem NDR


Die beiden Moderatoren hatten sich ausgezeichnet auf ihre Gäste vorbereitet. Sowohl Ole von Beust als auch Felix Magath beantworteten die ihnen gestellten Fragen mit großer Offenheit. Mit Leichtigkeit hätte das Gespräch noch um das Doppelte als die vorgesehne eine Stunde mit Fragen gefüllt werden können.

Im Mittelpunkt der Hamburg Soirée steht der Sport. Felix Magath gab Auskunft zu vielen Stationen seines bisherigen Sportlerlebens, in dem der HSV seine erste große Station war. Natürlich wurde zum Anfang des Abends noch einmal seines vielleicht wichtigsten Tores gedacht, das er als Mittelfeldregisseur des HSV 1982 im Endspiel um den Pokal der Landesmeister gegen Juventus Turin schoss.

In der Aufstellung: Uli Stein, Manfred Kaltz, Holger Hieronymus, Dietmar Jakobs, Bernd Wehmeyer, Wolfgang Rolff, Jürgen Groh, Jürgen Milewski, Felix Magath, Horst Hrubesch, Lars Bastrup, (Thomas von Heesen) Trainer: Ernst Happel, trat der die vielleicht berühmteste Mannschaft der HSV-Geschichte damals in Athen an und schon in der 8. Minute schoss Magath das einzige Tor des Spiels und besiegelte die italienische Niederlage.

"Juventus hat ganz Italien verraten. Der HSV bestieg verdient Europas Fußball-Thron. Magath löschte die Weiß-Schwarzen wie billige Kerzen aus." resümierte damals die Gazetta dello Sport mit italienischem Gespür für Dramatik.

Aus 25 Jahren Distanz blickte der heutige Fußballlehrer sehr gelassen auf die damaligen Ereignisse zurück. Nein, er würde sich das Tor nicht mehr zur Motivation ansehen, da er ja nicht mehr spiele. Doch, er hätte es kürzlich noch mal als TV-Aufzeichnung gesehen, und zwar vor 15 Minuten als die Kollegen vom NDR es ihm anlässlich eines Interviews noch einmal vorgespielt haben.

Überhaupt glänzte Magath durch viel trockenen, hanseatischen Humor. Der gebürtige Franke, jetzt mit Wohnsitz in Wolfsburg, will später zusammen mit seiner Familie, die zur Zeit noch in München lebt, in Hamburg seinen ständigen Wohnsitz nehmen. Die Stadt sei ihm ans Herz gewachsen, seine Frau außerdem gebürtige Hamburgerin.


Podiumsgespräch im Gobelin-Saal des Vier Jahreszeiten


Eine der Fragen betraf Felix Magaths Interesse am Schach. Zunächst verblüffte er den fragenden Jens Meyer-Odewald, indem er dessen einleitenden Worte "Sie sind ein begeisterter Schachspieler..." mit einem deutlichen "Nein!" unterbrach. Dann musste er aber doch zugeben, dass er einmal sehr großes Interesse am Schach gehabt hat, leider aber, trotz eifrigen Bemühens dort keine Fortschritte gemacht hätte. In seiner Zeit als Fußballprofi meldete er sich beim Hamburger Schachklub an, der aber seine Spielabende an den gleichen Tagen abhielt, an denen damalige Trainer Branco Zebec eine doppelte Trainingseinheit mit viel Konditionstraining verordnet hatte: "Tagsüber zweimal Konditionstraining, abends Schach. Das hielt ich nur drei Monate durch."

Sein Interesse am Schach blieb jedoch erhalten und er nahm Stunden beim Hamburger Trainer Gisbert Jacoby, um das Spiel besser zu verstehen. Große Fortschritte in der Spielstärke machte er dennoch nicht. Zudem musste er in Trainingspartien empfindliche Niederlagen gegen den fünfjährigen Sohn des Trainers hinnehmen. Florian Jacoby sollte später Spieler der zweiten Bundesliga werden, was Magath aber noch nicht wissen konnte.

"Es gibt viele Parallelen zwischen Schach und Fußball und ich habe manches meiner Fußballphilosophie aus dem Schach abgeleitet. Beide Spiele finden auf einem klar definierten Feld und begrenzten statt und das Objekt der Begierde liegt in der Mitte."

Auch später als Manager des HSV zeigte Felix Magath seine Verbundenheit zum Schach. Als der HSK zeitweilig zur Schachabteilung des HSV aufrückte, fragte Magath an, welche Unterstützung denn gebraucht werden könnte.


Christian Zickelbein, HSK-Präsident

Gerade zu dieser Zeit war in Hamburg die Firma ChessBase gegründet worden und unternahm aus der Küche einer Wohnung heraus, seine ersten geschäftlichen Transaktionen.


Die ChessBase-Gründer Matthias Wüllenweber und Frederic Friedel

Der HSV fragte Magath nach Computern, die sich als das neue Schachtrainingsgerät abzuzeichnen schienen und der Manager schenkte der Schachabteilung neunzehn Atari-Computer. Auf diesen wurden die ersten Partien für die ChessBase-Datenbank eingegeben, der Grundstock einer Sammlung, die inzwischen 3 Mio. Partien umfasst. Gewissermaßen ist Felix Magath so einer der Taufpaten von ChessBase.


Video...

Auch Ole von Beust hatte an diesem Abend reichlich Gelegenheit, seine Stärken zu zeigen. Sein Erfolg als Politiker begründet sich auch in seiner authentischen und natürlichen Art, eine Charaktereigenschaft, die man als Bürgernähe bezeichnet. Solche forderte er in seiner Antrittsrede als Präsident des Bundesrates auch von den Berliner Bundespolitikern. Als Beispiel für manche "Veralberung" der Bürger durch die Politik nannte er die Form, mit der Preissteigerungen ermittelt bzw. verdeckt werden. "Es wird immer behauptet, die Einführung des Euro habe nicht zu Verteuerungen geführt. Wenn ich aber Einkaufen gehe, so wie jeder andere auch, dann merke ich doch, dass das, was früher 50 Mark gekostet hat, nun 40 Euro kostet. Im virtuellen Warenkorb, an dem die Inflationsrate gemessen wird, finden sich Dinge des täglichen Lebens wie Brot, Butter und Milch. Diese werden unentwegt teurer, was man tagtäglich am eigenen Geldbeutel spürt. Das wird aber ausgeglichen durch die Preissenkungen z.B. bei LCD-Fernsehern. So etwas kauft man sich aber nur alle paar Jahre."

Dem Schach hat Ole von Beust bisher keine besondere Aufmerksamkeit geschenkt. Seine Interesse gilt stattdessen dem Go-Spiel. "Hier ist jeder Stein gleich und unterscheidet sich in seiner Bedeutung nur durch den Platz, den er auf dem Feld einnimmt."

Der Bürgermeister nutzte die Gelegenheit, um ein neues Bauprojekt der Stadt vorzustellen, das in Bahrenfeld realisiert werden soll. Dort soll ein großer Sportpark entstehen, der vor allem dem Hamburger Breitensport zugute kommen soll. Für die Europameisterschaft kündigte er wieder eine Möglichkeit zum öffentlichen Zuschauen der Spiele am heiligen Geistfeld an. Sicher sei es noch nicht, aber es gebe Gespräche, die in diese Richtung weisen. Er selbst werde wohl wahrscheinlich die EM auch dort miterleben. Sowohl Magath als auch Ole von Beust sehen die deutsche Mannschaft dabei als eine der Favoriten.

Zum Abschluss überreichte Jens Meyer-Odewald seinen beiden Gästen Geschenke.

Felix Magath erhielt Pralinen aus der Patisserie des Vier Jahreszeiten und als Krimi- und Schach-Fan Ronan Bennetts Roman "Zugzwang".

Nach der einstündigen Podiumsrunde gab es reichlich Gelegenheit zu weiteren Gesprächen, an denen sich Felix Magath noch lange beteiligte und mit seinen Gesprächspartnern über Schach und Fußball philosophierte.


Wüllenweber, Magath, Jacoby, Zickelbein


Rainer Grünberg, Sportreporter vom Abendblatt, gehörte damals zur HSV-Bundesligamannschaft

So möchte der Fußballlehrer die Methoden des Schachs auf den Fußball übertragen und dort ebenfalls eine Systematik schaffen, mit der man systematische trainieren kann. Der Audi-Fahrdienst brachte schließlich weit nach Mitternacht auch die letzten Gäste gut nach Hause.

 

 

 

 

 

 

 

 

 


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