Abdusattorov gewinnt 2. Kasimdzhanov Cup

von André Schulz
10.07.2024 – Rustam Kasimdzhanov, FIDE-Weltmeister von 2004, genießt in seinem Heimatland Usbekistan den Status eines Volkshelden. Als Spieler und Trainer ist er ein Idol für den Schachnachwuchs. Zum zweiten Mal wurde in seinem Namen in Tashkent ein Schnellschachturnier mit Spitzengroßmeistern durchgeführt. Der Meister spielte selber mit und musste der Jugend den Vortritt lassen - aber nur mit kleinem Abstand.

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Anfang der Woche (8. und 9.Juli) wurde in Tashkent der 2. Rustam Kasimdzhanov Cup ausgetragen, ein Schnellschachturnier im Modus jeder gegen jeden mit zehn starken Großmeistern als Teilnehmer. Der Namensgeber Rustam Kasimdhanov gewann 2004 in Tripolis im letzten FIDE K.o.-Turnier den Titel des FIDE-Weltmeisters und genießt seitdem in seiner Heimat Usbekistan den Status eine Volkshelden. Ähnlich wie Anand in Indien hat sein Erfolg viele junge Schachspieler beflügelt.

Nachdem sich Kasimdhzhanov vom Turnierschach mehr oder weniger zurückgezogen hat, war als Sekundant und Trainer sehr erfolgreich. Er gehörte zum Team von Anand, als dieser 2008 in Bonn seinen Weltmeistertitel verteidigte und unterstützte als Sekundant Fabiano Caruana, als der US-Amerikaner im besten Jahr seiner Karriere 2018 Carlsen im Kampf um die Weltmeisterschaft herausforderte und erst im Stichkampf unterlag. Inzwischen trainiert Kasimdzhanov viele junge Talente seines Heimatlandes, aber auch aus anderen Ländern.

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Schach nimmt in den Ländern entlang der alten Seidenstraße seit einigen Jahren einen bemerkenswerten Aufschwung und genießt zunehmende Popularität. Die Regierungen in beispielsweise Kasachstan und Usbekistan unterstützen die örtlichen Schachinitiativen. Die Erfolge der Spieler aus Usbekistan und Kasachstan kommen nicht von ungefähr, sondern sind das Ergebnis der staatlichen Unterstützung und systematischer Förderung.

Während in Kasachstan vor allem die Frauen in die Weltspitze vorgestoßen sind, erzielen in Usbekistan die männlichen Nachwuchsspieler die größten Erfolge. 2021 wurde Nodirbek Abdusattorov bei der Rapid- und Blitzweltmeisterschaft in Warschau der jüngste Schnellschachweltmeister aller Zeiten und erhielt von seiner Regierung zur Belohnung eine Eigentumswohnung geschenkt. 2022 gewann die usbekische Mannschaft bei der Schacholympiade in Indien die Goldmedaille. 2026 wird Tashkent die Schacholympiade ausrichten.

In der Weltrangliste nimmt Abdusattorov als bester usbekischer Spieler den sechsten Platz ein und ist zudem der beste U20-Spieler der Welt. Mit Kasimdzhanov, Sindarov, Yakubboev und Vokhidov hat Usbekistan vier weitere Spieler in den Top 100. 

Die Top Fünf der usbekischen Rangliste waren beim 2. Kasimdzhanov Cup allesamt am Start, außerdem noch Jakhongir Vakhidov. Als internationale Großmeister wurden Parham Maghsoodloo, Shahkriyar Mamedyarov, Alexander Grischuk und Richard Rapport eingeladen.

An zwei Turniertagen wurden neun Runden Schnellschach gespielt, mit einer Bedenkzeit von 15 Minuten plus 10 Sekunden Zugabe pro Zug. Am Ende des Turnier feierte der Gastgeber einen usbekischen Doppelsieg. Nodirbek Abdusattorov gewann mit 6,5 Punkten vor Javokhir Sindarov. Den dritten Platz teilte sich Namensgeber Kasimdzhanov mit Maghsoodloo und Mamedyarov.

Endstand

Rg. Name Pkt.  Wtg1 
1 Abdusattorov, Nodirbek 6,5 0
2 Sindarov, Javokhir 6 0
3 Maghsoodloo, Parham 5,5 1
4 Kasimdzhanov, Rustam 5,5 1
5 Mamedyarov, Shakhriyar 5,5 1
6 Grischuk, Alexander 5 0
7 Rapport, Richard 4 0
8 Yakubboev, Nodirbek 3,5 0
9 Vokhidov, Shamsiddin 2,5 0
10 Vakhidov, Jakhongir 1 0

Partien

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André Schulz, seit 1991 bei ChessBase, ist seit 1997 der Redakteur der deutschsprachigen ChessBase Schachnachrichten-Seite.
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