10.05.2019 – Magnus Carlsen hat seinen Spaß am Schach wiedergefunden und behielt auch am zweiten Schnellschachtag in Abidjan sein Spieltempo bei. Zwei Siege, ein Remis lautet die Tagesbilanz. Mit fünf, bzw. zehn Punkten nach Doppelzählung, führt er das Feld vor Hikaru Nakamura an. | Foto: Lennart Ootes / Grand Chess Tour
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Auch am zweiten Schnellschachtag in Abidjan behielt Magnus Carlsen sein hohes Tempo bei und kam zu zwei Siegen und einem Remis. In der fünften Runden besiegte der Weltmeister mit den schwarzen Steinen Sergey Karjakin, ließ in Runde sechs einen Weißsieg gegen Maxime Vachier-Lagrave folgen und schließlich den Tag mit einem Remis gegen Veselin Topalov ausklingen.
Die Sveshnikov-Verteidigung ist in der Hand des Weltmeisters eine fürchterliche Waffe. Wie Weiß auch antwortet, er hat Mühe Ausgleich zu bekommen und meist entwickelt sich vor dem weißen König ein gefährlicher Königsangriff. Karjakin probierte eine Anti-Sveshnikov-Variante, aber das Ergebnis war genau das gleiche:
Der schwarze Angriff wird von der Dame und dem Springer ausgeführt. Ausreichend war hier 31. Dd1 Dxe4 32. Dg4. Weiß spielte stattdessen 31. Db2 und trug nach 31... Dxe4 die Idee 32. Ld7 vor. (Besser war noch 32. Tg5). Schwarz kann wegen 32...Db8 natürlich nicht sofort nehmen. Der Weltmeister spielte 33. g6 und nach 34. Tf6 lacht das Feld e5. Es folgte 34...Sd3 35. Dc3 (sonst 35... De5) und nun geht 35... Txd7 ohne Schaden. 36. Te6 Df4 und Aufgabe.
Gegen Maxime Vachier-Lagrave ließ sich Carlsen mit Weiß auf die Najdorf-Variante ein. Der Franzose hielt lange Zeit erfolgreich dagegen, doch im Schwerfigurenendspiel war dann plötzlich Schluss.
Hier öffnete Carlsen mit 38. e5 den Weg zum schwarzen König 38...dxe5 39. Td5. Der König in der Mitte rächt sich eben irgendwann dann doch.
Maxime Vachier-Lagrave vor seinem Interview
Carlsens engster Verfolger ist nun Hikarau Nakamura. Der US-Großmeister war im letzten Jahr aus der Serie als Gesamtsieger hervorgegangen.
Hikaru Nakamura
Nakamura startete den zweiten Turniertag mit einem Sieg gegen Veselin Topalov, unterlag dann aber Bassem Amin. Der Ägypter füllt beim ersten GCT-Turnier in Afrika den Ausrichterfreiplatz aus und ist mit seiner Elozahl, aber auch mit seinen bisherigen Ergebnissen der schwächste Spieler im Feld.
Amins Sieg gegen Nakamura, nach zuvor vier Niederlagen, kam überraschend, war aber letztlich verdient. Der US-Großmeister war zwar mit einem Extrabauern im Doppelturmendspiel mit Springer angekommen, doch er verlor seinen Mehrbauern und dann erwiesen sich die weißen Bauern als gefährlicher als die schwarzen.
Zum Schluss hatte Nakamura noch eine überraschende Chance auf ein Remis:
Nakamura hatte einen seiner Türme für einen weit vorgerückten Freibauern geben müssen und versuchte, mit seinen zwei Freibauern Kompensation zu bekommen. Und tatsächlich gab es hier die letzte Gelegenheit, die Partie zu halten, mit dem Trick 71...Sd2 72. Ke1 Se4, zum Beispiel: 73. Tg8 Kf7 74. Sxe4 Kxg8. Am Ende ist es ein Endspiel Turm und Springer gegen Turm, was bekanntlich in der Regel remis ist. Nakamura setzte stattdessen mit 71...Kf5 fort und verlor die Partie.
In der letzten Runde besiegte Nakamura jedoch Ding Liren und setzte sich so auf den zweiten Platz.
Partien
Tabelle
Die Ergebnisse des Schnellschachs werden in der Gesamtabrechnung dieses Turniers gegenüber den Blitzpartien doppelt gezählt.
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