ACP Rapid: Viertelfinale

08.01.2007 – Die Halbfinalisten des ACP Rapid World Cups stehen fest. Heute Nachmittag (ab 12 MEZ) werden Peter Leko, Boris Gelfand, Teimour Radjabov und Vassily Ivanchuk in den zwei Wettkämpfen die beiden Finalisten ausspielen. Das Finale selbst folgt ebenfalls heute noch im Anschluss. Das Turnier sorgt vor Ort bei den Zuschauern, bei den Organisatoren, aber auch bei den Spielern für Begeisterung. Auch unser Reporter Misha Savinov war ganz hingerissen und hat dabei vergessen, den Finger vom Abzug seiner Kamera zu nehmen. Wer will es ihm verdenken bei soviel interessanten Bildern. Offizielle Turnierseite...Mehr...

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Odessa World Rapid Cup
Von Misha Savinov


Eine enthusiastische Menge ein paar Minuten vor Beginn der ersten Partie des WRC


Eine der schönsten Spielsäle, die ich gesehen habe


Alexei Shirov braucht Zeit, um sich vor der Menge zu konzentrieren


Pavel Tregubov bringt dem PR-Leiter der Bank Schach bei

Ergebnisse und Partien

Partien, Tag 1...

Partien, Tag 2...

Partien, Tag 3, Viertelfinale ...
 


Runde Eins und Viertelfinale


Ich war zu jung, um den PCA-Grand Prix als Insider zu genießen. Allerdings kenne ich viele Leute, die von diesen Turnieren so beeindruckt waren, dass sie danach angefangen haben, sich mit Schach professionell zu beschäftigen oder Schach wenigstens leidenschaftlich zu verfolgen. Ich wollte den Zauber immer kennen lernen. Jetzt, so glaube ich, kenne ich ihn.

Die Atmosphäre eines klassischen Turniers, egal welchen Formats, ist ganz anders – trockener, offizieller, prätentiöser. Jeder Spieler ist vollkommen allein, von Konkurrenten umgeben und an ein striktes Programm gebunden. Morgens frühstückt man, bereitet sich vor, isst zu Mittag, spielt eine 6-Stunden Partie, beantwortet ein paar dumme Fragen und geht zu Bett (ganz allgemein gesprochen). Die Spieler zeigen ihre freundlichere Seite nur nach einem schnellen Remis. Dann sind sie gesprächig und freundlich. Erschöpfung hilft nie.

Schnellschach-Ausscheidungsturniere sind vollkommen anders. Keine Elo-Auswertung. Kein langes Leiden (man verliert und ist draußen). Viel Kontakt. Und schließlich, eine Menge Aufregung fürs Publikum – und Sie irren sich, wenn Sie die Spieler nicht für einen Teil des Publikums halten! Ohne Liebe zum Schach kann man kein Profi werden.

Vor Odessa ich habe selten gesehen, dass die Spieler die Partien der Anderen mit so viel Spaß und Aufmerksamkeit verfolgt und diskutiert haben. Sie haben ganz einfach mehr Zeit dafür. Leko, zum Beispiel, war einer der aktivsten Kiebitze im Pressezentrum, was ihn nicht daran gehindert hat, atomare Eröffnungsvorbereitung gegen Rublevsky zu zeigen.


Leko wirkt bei schneller Analyse sehr scharfsinnig


Sofia lernt Schach auf leichte Weise (Peter spielt nicht)


Die Großmeister lassen die zweite Bareev-Partie Revue passieren und geben Ratschläge


Aber Evgeny antwortet mit Autorität: wer spielt, sieht mehr


Ein Lautsprecher (links von Ivan Sokolov) überträgt die Stimme von Viktor Kortschnoi, was ein weiterer Grund dafür ist, warum alle im Pressezentrum bleiben. Natürlich sprechen Leko und Sokolov gut Russisch, und nur Harikrishna (rechts von Leko) muss das noch verbessern


Hikaru Nakamura schließt sich den Kibitzen an …


Bemerkt eine Kamera…


Und ist gleich in seinem Element

Nicht nur das; Schnellpartien zu kommentieren ist für Zuschauer und Kommentatoren viel lebendiger. Es ist dynamisch und macht Spaß. Die Menge im Saal des Londonskaya blockiert praktisch alle Ein- und Ausgänge. Leute, die sich fürs Schach nicht interessieren, kommen nicht so einfach vorbei.


Valery Beim und Viktor Kortschnoi unterhalten das Publikum

Irgendwie hatte ich das Gefühl, dass es dem Schach viel besser gehen würde, wenn es überhaupt kein klassisches Schach mehr geben würde (richtig, Vlad?). Schnellschach ist sehr passendes Format fürs Schach und wir würden mit Sicherheit mehr solche Turniere sehen. Es scheint, als hätte die PCA eine goldene Formel gehabt: ein großes Qualifikationsturnier nach Schweizer System (an sich schon ein großes Turnier!), mit anschließendem 16-Spieler K.o.-Wettbewerb mit Stars und allem drum und dran. Das hat funktioniert, und es gibt keinen Grund, warum es nicht wieder funktionieren sollte.

Wo wir über Kreativität sprechen (und um nach Odessa zurückzukommen), so haben zwei Spieler, die allgemein als die kreativsten in diesem Turnier gelten, nämlich Ivanchuk und Morozevich, zwei diametral entgegen gesetzte Meinungen über den kreativen Wert von Schnellpartien.


‘Sollen wir Remisreklamationen akzeptieren?’


Morozevich: ‘Wir haben Parallel-Brettspiele gespielt; ich habe nur versucht, Patzer, die zum Matt führen, zu vermeiden’

Morozevich meint, dass Schnellschach keinen hätte, und er würde einfach nur versuchen, nichts einzustellen, während Ivanchuk erklärte, dass Schnellschach viel näher am klassischen als am Blitzschach ist, und eine anständige Schnellpartie zu spielen definitiv nicht unmöglich wäre.


Vassily Ivanchuk diktierte gewöhnlich Rybkas Top-Varianten aus dem Kopf


Ivanchuk amüsiert sich

Wenn die Profis zu diesem Thema keine klare Meinung haben, dann ist die Zukunft des klassischen Schachs ernsthaft gefährdet.

In den ersten beiden Runden gab es keine Überraschungen, abgesehen davon, dass Radjabov Morozevich geschlagen hat, was allerdings keine so große Überraschung ist: Radjabovs Schnellschachbilanz ist sehr viel eindrucksvoller.


Der aserbaidschanische Großmeister hat eindeutig Intensität


Radjabov zu Harikrishna: ‘Manche Leute haben einfach Glück’


Der philosophische Teimour mit der fröhlichen Elena

Morozevich sorgte sozusagen zwei Mal für Schlagzeilen: einmal indem er Harikrishna brutal überfahren hat (der auf der offiziellen Webseite mehr darüber erzählt), und das zweite Mal, als er gegen Radjabov auf höchst unerwartete Weise einen Turm einstellte. Seinem Karma entkommt man nicht!

Die vier Spieler, die sich fürs Halbfinale qualifiziert haben, sind alle Favoriten, und ich fürchte, wir werden in den kommenden Wettkämpfen noch mehr schmerzliche Verluste im Blitz sehen. Den Sieger vorherzusagen ist reine Spekulation.

Unten sind meine auf Bild festgehaltenen Eindrücke vom Turnier. Mir fiel es wirklich schwer, die Liste zu kürzen.

Weitere Bilder:


Peter Leko schlug Ivan Sokolov wie man an ihren Gesichtern sehen kann


Sofia ist immer in der Nähe ihres Ehemannes


Sergey Rublevskys Pressekonferenz war die längste des ersten Tages – raten Sie, warum?


Man bekommt einfach so viel Energie von diesem Mann!


Ein freundlicher Händedruck von Zar Boris


Viorel und Margarita auf dem Primorsky Boulevard


Von links nach rechts – Vadim Bilyj, Organisator des Sunny Pawn Festivals; Ilona Klinova, Tochter von WGM Masha Klinova; Sergey Tkachenko, Schachkomponist; ein verblüffter Arkady Naiditsch; Alyona Goreskul, WGM


Alexei Shirov und Vadim Morokhovsky diskutieren eine Partie


Boris und Peter – baldige Rivalen


Harikrishna war nach der Armageddon-Partie sichtlich schockiert


Bareev lässt seine erste Partie gegen Radjabov Revue passieren


Dieses Match zog die größte Zahl von Fehlern an


Viorel Bologan hat den Rollstuhl als Erster abgelehnt


Die letzte Partie des ersten Tags: auffallend unterschiedliche Einstellungen


Die Bologans werden bald abreisen: sie müssen noch ein Haus im nahe gelegenen Moldava fertig stellen


Das erste Viertelfinale zur Rechten, Shahcom Chef Boris Yeshan zur Linken


Leko traf den schwachen Punkt in Rublevskys Vorbereitung


Boris Gelfand boxte sich seinen Weg ins Halbfinale frei


Können Sie sich vorstellen, dass dies tatsächlich ein Hoteleingang ist?


Vassily versucht eine hochklassige Partie in 20 Minuten zu spielen


Sergey Tkachenko unterhält die Großmeister mit seinen Studien


Oksana Vozovic, WGM, ukrainische Meisterin 2006, Alyona Goreskul, WGM, und der Autor

 

 

 

 

 

 

 

 

 



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