Add-on zu Slawisch 4...a6 5.a4 e6 6.g3

27.04.2009 – Unser Leser Andrey Terekhov aus München hat sich gleich auf sein CBM 129 gestürzt, um den Artikel von Evgeny Postny zu 5.a4 e6 6.g3 in Tschebanenko-Slawisch zu studieren; denn er hat vor kurzem selber eine interessante Partie in dieser Variante gespielt, die er uns zusammen mit detaillierten Kommentaren übermittelt hat. Im Wesentlichen wird das Urteil unseres israelischen Autors gestützt. Mehr...

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Gerade heute erhielt ich mein Exemplar vom ChessBase Magazin 129 und stürzte mich sofort auf Evgeny Postnys Artikel über die Variante 5.a4 e6 6.g3 im Chebanenko-Slawen. Ich habe diese Variante selbst ein paar Mal gespielt, daher war es sehr interessant für mich, hier den aktuellen Theoriestand aus der Warte eines Spitzengroßmeisters zu sehen.
Allgemein fand ich die Qualität der Kommentare und die Ausführlichkeit von GM Postny wirklich beeindruckend. Allerdings meine ich, dass sich eine der Varianten in den Anmerkungen zu der Partie Rodshtein-Glud verbessern ließe, was wiederum eine andere Bewertung des gesamten Abspiels nach sich ziehen könnte. Ich spreche von der Alternative von Weiß im 14. Zug der Partie Rodshtein-Glud, also 14.Sd3, was zuvor bereits in der Partie Gelfand-Movsesian, Batumi 1999, gespielt wurde. Nach 14.Sd3 Sd4 15.Lxb7 weist GM Postny korrekterweise darauf hin, dass  15...Sxe2+ ein Fehler ist; ich meine aber, dass er in der dann folgenden Variante - 16.Kg2 Lc6+ 17.Lxc6 Txc6 - nicht die beste Fortsetzung für Weiß angibt (18.Ld2, was zu der Bewertung +/- führt), wohingegen 18.Sce5 Tc7 19.Le3! schlicht zu gewinnen scheint, weil nach dem forcierten 19...Lxe3 20.fxe3 der Se2 gefangen wird und verloren geht. Tatsächlich wurde auf diese Variante bereits hingewiesen, und zwar in der Ausgabe 9/2008 der Zeitschrift "Schach" im Rahmen eines Artikels über Arik Brauns Bronzemedaille bei der Juniorenweltmeisterschaft, geschrieben von Dirk Poldauf.
Hinzu kommt, dass die ganze Variante vor ein paar Monaten in der bayrischen Oberliga tatsächlich aufs Brett kam, und zwar in meiner Weißpartie gegen den tschechischen IM Jirka. Leider konnte ich in jener Begegnung den Vorteil nicht verwerten, aber meine Analyse zeigt, dass die Stellung wirklich gewonnen ist; bezüglich weiterer Einzelheiten siehe http://cid-225a6fd74d49d832.skydrive.live.com/self.aspx/Public/Terekhov-Jirka.cbv.
Außerdem scheint mir, dass selbst nach dem genaueren 14.Sd3 Sd4 15.Lxb7 Tc7! die weißen Chancen gegenwärtig unterschätzt werden. GM Postny liefert hierzu die folgende Variante: "16.Kg2 Sxe2 17.Sxc5 Txc5 18.Lxa6 Sxc1 19.Tfxc1 Tb8 mit ausreichender Kompensation". Aber das Spiel von Weiß lässt sich verbessern: 16.Kg2 Sxe2 17.Ld2! und es sieht so aus, als bliebe Weiß erneut dank der exponierten Position des schwarzen Se2 im Vorteil, zum Beispiel 17...Txb7 18.Sxc5 Tc7 19.Tfe1! Sd5 20.Txd7 Txc4 21.Se5 Te4 22.Sd3 +-. Zusammenfassend glaube ich, dass 14.Sd3 Weiß bessere Chancen auf Vorteil bietet als das in Rodshtein-Glud gespielte 14.Lg5.

Kommentierte Partie Terekhov-Jirka

Beste Grüße,
FM Andrey Terekhov
Bayern München



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